Aktuell

Von „Morden, Tätern und Tatorten“: Unter diesem Titel steht die Mörderische Nacht der Mörderischen Rheinhessen am 28. November 2019, die in diesem Jahr im Bürgerhaus Dolles in Bodenheim stattfindet. Bereits zum zwölften Mal wird es literarisch-kriminell, wenn Vera Bleibtreu, Andreas Wagner und Jürgen Heimbach, musikalisch unterstützt von Johannes Steinbronn, ausgewählte Verbrechen, Täter und Tatorte aus ihren aktuellen Kriminalromanen vorstellen.

Regelmäßig berichtet Schriftsteller Günther Zäuner über die neuesten Entwicklungen der deutschsprachigen Krimilandschaft.

SYNDIKATSmitglied Alex Beer gewinnt mit "Der dunkle Bote" den Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur 2019

Der zehnte Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur wurde am 5. November in feierlichem Rahmen in der Wienbibliothek im Rathaus an Alex Beer verliehen. Die diesjährige Preisträgerin wurde für ihren Kriminalroman Der dunkle Bote (Limes Verlag) ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Literaturpreis wurde von Sylvia Fassl-Vogler, Stadt Wien Kultur und Gustav Soucek, Geschäftsführer des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels überreicht. Anita Eichinger, Direktorin der Wienbibliothek im Rathaus, begrüßte die Gäste. Der Leo-Perutz-Preis wird gemeinsam von der Stadt Wien Kultur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gestiftet und mit freundlicher Unterstützung der Bestattung Wien ausgerichtet.

Auf der Shortlist für den Leo-Perutz-Preis 2019 waren insgesamt fünf Werke zu finden: Neben Alex Beer waren auch Anne Goldmann mit Das größere Verbrechen (Ariadne), Beate Maly mit Mord auf der Donau (Emons), Melanie Raabe mit Der Schatten (btb) und Heinrich Steinfest mit Der schlaflose Cheng (Piper) nominiert.

Alle Nominierten gaben Leseproben zum Besten, Publikumsliebling Roman Kollmer führte durch den Abend. Die Laudatio hielt der Leo-Perutz-Preisträger 2018 Fritz Lehner.

Aus der Begründung der Jury

"Einen Krimi über Wien zu schreiben, ist kniffliger als man denkt: Wien verlangt als Schauplatz eine schmale Gratwanderung zwischen Kitsch und Klischee, der Wiener Dialekt erfordert ein sicheres Händchen. Die Vorarlbergerin Alex Beer bewältigt diese besonderen Herausforderungen in ihrem Buch Der dunkle Bote mit Bravour. Sie erzählt zwar auf hochdeutsch, streut aber gekonnt und ungekünstelt Dialekt-Passagen ein. Das macht die Sprache stimmig, lebendig und authentisch. Ebenso makellos wie Beers Handhabung der Sprache ist ihre historische Recherche. Die Autorin arbeitet die Zwischenkriegszeit penibel auf und transponiert sie in eine eingängige Erzählung. Sie hält den Spannungsbogen in diesem atemberaubenden Krimi mühelos über 400 Seiten aufrecht - und das auf mehr als einer Ebene. Sie jongliert die einzelnen Handlungsstränge und fügt sie elegant zusammen. Dennoch verzichtet die Autorin auf den dicken Pinsel und malt das Bild eines politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich bis zum Zerreißen gespannten Wien in feinen Schattierungen. Mit einem Wort: Man lernt etwas und fürchtet sich dabei - was könnte man Besseres über einen historischen Kriminalroman sagen? Der dunkle Bote ist nach Meinung der Leo-Perutz-Jury der bisherige Höhepunkt im Schaffen von Alex Beer."

Die Jury

2019 setzt sich die Jury aus Jury-Sprecherin Sylvia Fassl-Vogler (Stadt Wien Kultur), Michael Kratochvil (Buchhandlung Kuppitsch), Fritz Lehner (Krimiautor und Leo-Perutz-Preisträger 2018), Elisabeth Schippel (Buchhandlung Krimisalon), Nina Lämmermayer (Bestattung Wien) und der Journalistin Doris Reiserer-Kraus (Die Presse am Sonntag) zusammen.

Der Preis

Mit dem Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur, der jährlich vergeben wird, sollen Krimis ausgezeichnet werden, deren Qualität und literarischer Anspruch an den namensgebenden österreichischen Literaten erinnern. Darüber hinaus sollen die ausgezeichneten Werke möglichst innovativen Charakter haben und einen Wien-Bezug aufweisen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Die Vorbereitungen für den KRIMITAG 2019 laufen auf Hochtouren. Am KRIMITAG lesen Autor/innen des SYNDIKATS überall im deutschsprachigen Raum für einen guten Zweck. Das SYNDIKAT veranstaltet den KRIMITAG seit 2011, immer in der Woche um 8. Dezember, dem Todestag des Schweizer Schriftstellers Friedrich Glauser. Glauser hat als einer der ersten deutschsprachige Kriminalromane geschrieben, deshalb ist er der Namenspatron der SYNDIKATS-Preise.

2019 wird es KRIMITAGE in AugsburgBamberg, BerlinBöblingen, BonnDarmstadtDüsseldorfEssen, Frankfurt, Hamburg, KölnMannheimMünchenOstwestfalen, Paderborn, Potsdam, Reutlingen, Solothurn (Schweiz) StuttgartWiesbaden, Zürich (Schweiz) geben.

Für den KRIMITAG 2019 rühren SYNDIKATS-Auto/innen überall die Werbetrommel, entwerfen Plakate und Eintrittskarten, basteln eigene Homepages und wirbeln in den sozialen Medien. Neben dem guten Zweck, für den gelesen wird, geht es auch darum, die deutschsprachige Krimiliteratur bekannter zu machen. Wir danken allen für ihr Engagement und wünschen allseits gutes Gelingen.

Internet-Piraterie und Erpressung durch digitale Monopole: Die Schriftstellerin und Präsidentin des European Writers’ Council Nina George („Das Lavendelzimmer“) über Risiken und Chancen des digitalen Alltags.