Ich schenke dir den Tod
Ralf Gebhardt

Edition Oberkassel


ISBN 978-3-9581-3142-2

12,– € [D], 12,40 € [A]
Mit dem Fund der verbrannten Überreste einer weiblichen Leiche beginnt für den halleschen Kriminalhauptkommissar Richard Störmer ein Wettlauf mit einem Entführer und Serienmörder, an dem er zu zerbrechen droht. Nahezu zeitgleich mit dem Fund einer zweiten Leiche werden mehrere Frauen während eines Klassentreffens auf dem Mansfelder Jugendherbergs-Schloss entführt, gefoltert und verbrannt. Störmer stellt eine Verbindung zwischen den Entführungen und den gefundenen Leichen her.
Der Fall sorgt für Unruhe im Privatleben von Störmer. Er verliebt sich in seine neue Nachbarin, eine Krimiautorin. Zeitgleich taucht seine fast volljährige Tochter Verena auf und bittet ihn um Hilfe. Als der Psychopath dann einen Freund von Störmer ermordet, entwickelt sich der Fall zu einem persönlichen Albtraum …
Ralf Gebhardt

© Foto: Sören Bley

Ralf Gebhardt

Ralf Gebhardt, 1968 geboren, studierte Ökonomie und arbeitet als Autor und Banker. Bereits als Kind liebte er das Lesen und Schreiben. Seine Eltern forderten ihn mehr als einmal auf, statt im Zimmer über den Büchern zu hocken, an die frische Luft zu gehen. Er, ganz pfiffig, schnappte sich Buch und Fußbänkchen, hockte sich direkt neben die Eingangstür und las unbekümmert weiter. Heute lebt er in Mitteldeutschland und schreibt Thriller, Krimis und Kurzgeschichten. Zudem ist er aktives Mitglied im BVjA (Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.), im VS Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie im SYNDIKAT e.V. – Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur.

Auf Facebook ist er hier zu finden unter: www.facebook.de/RalfGebhardtAutor

 

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OPFERGRAB, 2022

TRÄNENROT, 2021

ICH SCHENKE DIR DIE ANGST, 2019

ICH SCHENKE DIR DEN SCHMERZ, 2018

ICH SCHENKE DIR DEN TOD, 2017 

 

Ich schenke dir den Tod ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 4. Februar 2018.

Kritikerstimme

Ein Buch, das der Leser nicht mehr aus der Hand legen kann, das ihn mitreißt, bis vor dem Fenster der Morgen graut.
Mitteldeutsche Zeitung, 24.09.2017

Drei Fragen an Ralf Gebhardt

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Sehr zeitig, ich war in dieser Hinsicht schon als Kind verloren.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Viele, das ist schwer zu sagen, ich habe nicht nachgezählt. Und es hört nicht auf ...

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Nichts, wenn ich Sie spannend unterhalten konnte.

Leseprobe

(Vor dreißig Jahren)

Er wollte nicht böse sein.
Im Moment konnte er kaum unterscheiden, was schlimmer war: das Zittern seiner Hände oder die Hungerkrämpfe. Vorsichtig öffnete er die massive Holztür mit der altdeutschen Aufschrift „Luftschutzkeller, geeignet für vier Personen“.
Gierig sog der Junge die Sommerhitze ein, würgte die Vorahnung herunter. Nasskalter Moder umfing ihn schon auf der obersten Treppenstufe, ein fürchterlicher Gestank in einer zähen Mischung aus Früher und Heute. Rasch zog er die Tür hinter sich zu, damit ihm die Fliegen nicht folgten. Sein Rucksack mit der gestern gekauften Desinfektionsmittelflasche war leicht. Für Lebensmittel hatte das Geld nicht mehr gereicht. Der Monatsscheck war noch nicht in der Post gewesen.
Er folgte den ausgetretenen Sandsteinstufen und genoss die Stille des Ortes. Im flackernden Halbdunkel einer fast verbrannten Kerze konnte er ihre Gestalt auf der Liege ausmachen. Bevor er herantrat, stellte er den Rucksack mit der Flasche auf ein Regal. Dann beugte er sich hinab, um zu prüfen, ob sie atmete. Erschrocken zuckte er zurück, als sie die Augen öffnete und ihn gleichzeitig ein Schwall grün-galliger Speichelmasse nur knapp verfehlte. Geduldig wartete er das Ende eines Hustenanfalls ab und rollte ihre fleckige Wolldecke zurück.
Es wird gleich wehtun, dachte er bei sich.
Er nahm seinen alten Walkman, stülpte die Kopfhörer über und schob die Lautstärke fast auf Anschlag. Schließlich drehte er die Flasche mit dem Desinfektionsmittel auf und tränkte ein Geschirrtuch. Dann löste er die Fessel an ihrer linken Hand. Routiniert wischte er in einer schnellen Bewegung unter dem Lederriemen durch. Die klapprige Frau schrie auf. Dank der Musik sah er nur ihr verzerrtes Gesicht. Anschließend befreite er die rechte Hand. Ein Wisch mit dem Geschirrtuch ließ sie erneut das Gesicht verzerren. Jetzt erst sah er, dass sie weinte. …