Ein Nachruf

Von Jens J. Kramer

Vor 34 Jahren hatten ein paar Leute eine ziemlich verrückte Idee: Sie gründeten die „Vereinigung der deutschsprachigen Krimiautoren“ und nannten es DAS SYNDIKAT. Einer dieser Gründer war Horst Bieber.

Der 1942 in Essen geborene, promovierte Germanist und Historiker lebte in Hamburg und wirkte dort als Journalist für DIE ZEIT. Nach einigen historischen Sachbüchern veröffentlichte er 1982 seinen ersten Kriminalroman, dem viele weitere folgen sollten. Für den Roman SEIN LETZTER FEHLER erhielt Horst Bieber 1987 den DEUTSCHEN KRIMI PREIS.

Fred Breinersdorfer, der die Gründung des SYNDIKATS initiierte, schreibt über unseren Kollegen:

„Horst war einer der ersten deutschen Kriminalschriftsteller, einer der großen. Für mich ein Vorbild, weil er immer sorgfältig recherchierte und uns auch beigebracht hat, wie man das macht. Davon habe ich mein ganzes Autorenleben profitiert. Seine Geschichten waren ebenso spannend wie kritisch, ebenso tief wie auf unsere Zeit fokussiert. Mit ihm verliert der deutsche Kriminalroman ein Urgestein. Als Mensch habe ich immer seine freundschaftliche Zuwendung und Solidarität erleben dürften, bewundert und geschätzt, wie seine Hilfsbereitschaft und seinen Humor.

Nun ist er nicht mehr unter uns. Er gehört als eine der unvergesslichen Leitfiguren zur Geschichte des Neuen Deutschen Kriminalromans und wird von seinen Freunden auch wegen seiner menschlichen Größe nicht vergessen werden.“

Horst Bieber verstarb am letzten Freitag an Herzversagen in Hamburg. Das SYNDIKAT gedenkt seinem Mitbegründer in bewegter Trauer und Anteilnahme für seine Familie und Freunde.