Überschrift

Als die 18jährige Internats-Schülerin Nina sich das Leben nimmt, wird Hannah Schmielink, Psychologin der Schulberatungsstelle Münster, zur Hilfe gerufen. Unter dem Einfluss der kürzlich aufgedeckten Missbrauchsfälle an katholischen Einrichtungen vermutet die Psychologin bald, dass in der von Ordensschwestern geleiteten Einrichtung bei Ascheberg einiges vertuscht wird. Nicht nur die Schülerinnen leiden unter dem strengen Regiment der Oberin: Auch die Schwestern haben viel zu erdulden. Hannah rätselt immer mehr, was eigentlich ihr Auftrag im St.-Anna-Heim sein soll. Da geschieht ein Mord an einer der Schwestern. Erst als es Hannah gelingt, das Vertrauen der Heimbewohner zu gewinnen, wird ihr klar, dass im St.-Anna-Heim – fast – nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Hannah und der ermittelnde Kommissar Jan Heidmeier von der Kripo Münster engen den Täterkreis immer weiter ein. Schon bald scheint sicher: Der Mörder kommt aus dem Umfeld des Internats. ................................................................................................................................................................................ Helga Streffing , geb. 1956, studierte in Münster Anglistik und Sozialwissenschaften. Seit 1984 ist sie an verschiedenen Berufskollegs als Lehrerin tätig, in den letzten 10 Jahren zusätzlich als Schulseelsorgerin. In einem Sabbatjahr hat sie sich mit „Tod im Kollegium“ den langgehegten Traum erfüllt, einen „unblutigen“ Krimi zu schreiben. Eine Notfallseelsorgerin und ein Kriminalkommissar bilden ein ungewöhnliches Ermittlerduo, das weitere Fälle lösen wird. Helga Streffing ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, zwei Enkelkinder und lebt mit ihrem Mann in Rheine/Westfalen. ................................................................................................................................................................................

Drei Fragen an Helga Streffing

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden? Der Kampf von Gut und Böse zwischen den Menschen und in den Menschen findet tagtäglich statt. Das interessiert alle – mich natürlich auch. Was ist Ihre Lieblingstatwaffe? Diejenige, die zur Tat und zum Mörder passt. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Wir werden immer mehr. ................................................................................................................................................................................

Pressestimmen

„Helga Streffing hat nach ihrem erfolgreichen Erstwerk „Tod im Kollegium“ den zweiten Münsterland-Krimi vorgelegt, der dem Leser gute Unterhaltung ohne brachiale Gewalt garantiert.“ Westfälische Nachrichten vom 26. April 2012 „Auch in ihrem zweiten Kriminalroman verlässt die Autorin den Schauplatz Schule nicht und konstruiert mit treffsicherer Intuition und viel Einblick ins klösterlich-ländliche Milieu eine spannende Story, die immer wieder eingebettet wird in malerische Beschreibungen des Münsterlandes.“ Dr. Gabriele Bußmann in „Kirche und Schule“, Dez. 2012 „ … ist auch dieser Roman, der mit dem Selbstmord einer Internatsschülerin beginnt, aus mehreren Gründen lesenswert. Beispielsweise versteht es die Autorin meisterhaft, ihre Personen zu installieren und deren Psyche zu beschreiben wie etwa die Depressionen der verstorbenen Schülerin. … Diese wie auch ihre anderen Romanfiguren hat Streffing überaus glaubwürdig und authentisch dargestellt. Auch die Schilderung des Milieus in dem Kloster- Internat überzeugt.“ Ekz-Rezension von Marianne Possmann (bundesweiter Rezensionsdienst der Bibliotheken) ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Montag, 29. März „Willst du eigentlich den ganzen Tag im Bett verbringen?“ Sie klang unbeherrscht. Das wusste sie, und sie hasste sich dafür. Aber die Wut brodelte schon den ganzen Tag über in ihr. Zur Mittagszeit hatte sie sich noch mit Mühe zusammenreißen können. Sie hatte sogar versucht, rücksichtsvoll zu sein, um Nina nicht zu wecken, war direkt von der Lernstunde zum Badminton gefahren und hatte den angesammelten Zorn ihrer Spielpartnerin um die Ohren gedroschen. Es kochte schon wieder über in ihr! Sie schleuderte Sporttasche und Badminton-Schläger auf ihr Bett. „In einer halben Stunde gibt es Abendessen. Was glaubst du, was die Meulenbach für einen Zauber macht, wenn sie herausfindet, dass du heute überhaupt noch nicht aufgestanden bist. Du hast genau gewusst, dass sie heute diesen Termin in Münster hat. Das hast du gnadenlos ausgenutzt für einen faulen Tag. Gib es zu!“ Nichts! Keine Reaktion von Nina. Das konnte sie meisterhaft: Andere einfach auflaufen lassen. Sie riss den Reißverschluss der Tasche auf, nahm das zusammengeknüllte Sportzeug heraus und warf es auf den Boden zu dem Haufen mit Schmutzwäsche. Sie musste unbedingt daran denken, noch heute zur Waschküche zu gehen. Sonst würden die verschwitzten Teile wieder einmal tagelang vor sich hin müffeln und die Luft verpesten. Sie kannte sich nur zu gut. Nina rührte sich immer noch nicht. Sie hatte sich zur Wand gedreht und die Bettdecke halb über den Kopf gezogen. Mal wieder typisch! Sie sperrte die Welt aus. Dabei hatte sie gestern Abend noch so zufrieden gewirkt, geradezu heiter. Sie hatten noch endlos lange zusammen gealbert und gelacht. „Hast du mal darüber nachgedacht, dass sämtliche Lehrer im Moment nichts Besseres zu tun haben als Stoff für die Prüfungen zu wiederholen? Du wirst in Teufels Küche kommen, wenn du das alles verpasst. Verlass dich bloß nicht auf mich. Mogelei in den Abschlussprüfungen ist nicht drin. Das ist mir einfach zu riskant.“ Einen Moment lang grummelte es in ihrem Magen. Sie war zwar ein Prüfungstyp, aber sicher konnte man sich ja nie sein. Es gab durchaus Lehrer, die nicht gerade einen Faible für sie hatten. Allmählich verrauchte ihre Wut. Es war sinnlos. Sie hatte noch nie etwas bewirkt, wenn Nina in diesem Stadium war. An Ninas Bett stehend sah sie nichts als die langen Haare, die über ihr Gesicht ausgebreitet waren. „Nina, steh endlich auf! Bitte.“ Sanft schob sie den dunklen Haarfächer zur Seite. Ihr Schrei wollte nicht enden.

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