Alltag in Essen-Kray:

Ecki, Marlon und Carla haben mal wieder Stress mit der Gang aus dem Nachbarviertel. Aber diesmal ist es ernst: Denn zufällig beobachten sie, wie ein Getränkemarkt in Flammen aufgeht – nachdem ihre Rivalen vor Ort waren. Jetzt hat es nicht nur die brutale Gang auf die drei abgesehen, sondern auch die Polizei. Die verdächtigt sie nämlich, das Feuer gelegt zu haben. Die Freunde wissen nur einen Rat: Die Gang hat die Brandstiftung gefilmt – an dieses Video müssen sie herankommen. Marlon hat schon einen Plan … ................................................................................................................................................................................ H. P. Karr und Walter Wehner, geboren 1955 in Saalfeld/Thüringen (Karr) und 1949 in Werdohl/Westfalen (Wehner), wuchsen beide im Ruhrgebiet auf. Seit 1986 verfassen Karr & Wehner regelmäßig zusammen Großstadtgeschichten und Hörspiele. Sie erhielten hierfür verschiedene Literaturpreise und Auszeichnungen. 1996 erhielt ihr Kriminalroman „Rattensommer“ den begehrten Friedrich-Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Krimi. 2000 folgte der Literaturpreis Ruhrgebiet für das Autorenduo. ................................................................................................................................................................................

Drei Fragen an H.P. Karr und Walter Wehner

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Das Team Karr & Wehner (also H.P. Karr und Walter Wehner) schreibt seit fast 20 Jahren gemeinsam Thriller, Hörspiele und Stories - aus Interesse an spannenden Geschichten. Unser Interesse gilt dabei immer den Menschen, von denen die Geschichten erzählen - und den Orten, an denen diese Geschichten spielen. Meist ist es das Ruhrgebiet - weil wir beide und hier hervorragend auskennen. Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto? Karr& Wehner: Als wir mit unserer gemeinsamen Arbeit begonnen haben, konnte jeder von uns schon auf eine erfolgreiche Autorenkarriere zurückblicken: H.P. Karr hatte zahlreiche Hörspiele und Stories veröffentlicht, Walter Wehner war im Ruhrgebiet mit seinen "Geschichten vom alten Wachowski" bekannt geworden. Die ersten gemeinsamen Projekte waren schnell sehr erfolgreich und haben uns ermutigt, weiter als Team zusammenzuarbeiten. Die eigene Karriere ist dabei sozusagen die "Pflicht" und die Teamarbeit die "Kür". Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Karr & Wehner: Wir erzählen gern spannende Geschichten. Besonders viel Spaß macht es uns, wenn wir bei Veranstaltungen unsere Leserinnen und Leser kennen lernen können. Dann entstehen oft interessante Gespräche - aus denen wir mitunter sogar eine Idee für unsere nächste Story oder unseren nächsten Roman mitnehmen. ................................................................................................................................................................................

Pressestimmen

„Schnelle Schnitte, kurze Sätze, eine knappe, eindringliche Sprache - also all das, was man von einem guten Krimi erwarten darf!“ Iserlohner Kreiszeitung 28.1.2010 „Auf 120 Seiten erzählen die Krimi-Profis, die 2000 mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet wurden, wie sich ihre Teenager-Helden aus dem Isinger Feld von dem Verdacht befreien, Feuer gelegt zu haben.“ WAZ 29.1.2010 "...ein realistisches und packendes Bild des Schauplatzes und der Menschen." NRZ 29.1.2010 ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

„Scheiße!“ Ecki zog Carla zurück, aber es war schon zu spät. Die Kanaken hatten sie gesehen. Zu viert kamen sie die Meistersingerstraße lang getrabt. Allen voran Arkadi und Tiger, dahinter sah Ecki den durchtrainierten Orkan. Wikko, der Kleinste, machte mit seinen kurzen Beinen den Schluss. Ecki spürte, wie sich seine Nackenhaare aufrichteten. Und ihm wurde kalt. Er hatte Angst. »Oh Kacke, Kacke, Riesenkacke«, hörte er Marlon neben sich murmeln. Nur Carla sagte nichts. Sie war breitbeinig stehen geblieben und wartete, was passierte. In gewisser Weise war Ecki froh, dass sie dabei war. Carla war 17, ein Jahr älter als er. Vielleicht wusste sie eher, was zu tun war, wenn jetzt was passierte. Dass etwas passieren würde, war klar. Es passierte immer was, wenn die Kanaken aus Eiberg auftauchten, hier im Isinger Feld in Kray. Die Siedlung mit den zwei Dutzend Hochhausklötzen auf den kurz geschnittenen Rasenflächen rund um das Einkaufszentrum war nicht das Revier der Kanaken. Sagten die aus dem Isinger Feld. Die Kanaken von drüben aus Eiberg, auf der anderen Seite des Hellwegs, sahen das nicht so. Sie meinten, sie könnten jederzeit rüberkommen, um ihre Pillen zu verkaufen und Randale zu machen. Ecki spürte, wie sich sein Magen zusammenzog. Und Marlon neben ihm ging es wohl auch nicht besser. So hatte er sich das Ende des Abends nicht vorgestellt. »Aber hallo!« Das war Arkadi. »Kindergarten unterwegs?« Er stieß Ecki vor die Brust und zog an seiner Zigarette. Dann schnippte er die Kippe weg. Sie flog Ecki und Carla Funken sprühend entgegen. Wäre Ecki nicht zur Seite gesprungen, hätte sie ihn getroffen. »He!« »Was?« Tiger war schon achtzehn und hatte ein Stacheldrahttattoo um den rechten Oberarm. Hinter ihm hatte Orkan sein Handy rausgeholt und filmte. Wikko tänzelte unruhig nach vorn und rempelte Marlon an. Der machte einen Schritt zurück und Ecki versetzte Wikko ganz automatisch einen Stoß vor die Brust. „Lass das!“ „He, du fasst den nicht an!“ Arkadi schlug zu. Ecki spürte, wie seine Unterlippe platzte und schmeckte Blut. Wut kochte in ihm hoch. Ehe er zurückkeilen konnte, stellte sich Carla vor ihn. „Hast du ein Problem?“, zischte sie Arkadi an. Tiger schien das alles nicht weiter zu interessieren. Er überließ die Sache Arkadi. „Problem?“ Arkadi grinste Carla an. „Nein, du?“

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