20 Turniere. 98 Tote. 1 Spiel.

Jeder Austragungsort hat seine Geschichte. Hier lesen sie die gemeinsten! Endlich die Wahrheit über Wembley, über Cordoba oder wer wirklich die Hand Gottes war. Und wem das nicht reicht, der kann mit uns auch in die Zukunft blicken: WM 2042 in Dubai. Marco Materazzi und Zinedine Zidane treffen erneut aufeinander, denn die Sache von 2006 ist noch nicht vergessen … Manni Breuckmann Vorwort Jürgen Ehlers Uruguay, 1930 Gisbert Haefs Italien, 1934 Sandra Niermeyer Frankreich, 1938 Klaus Stickelbroeck Brasilien, 1950 Carmen Korn Schweiz, 1954 Wolfgang Kemmer Schweden, 1958 Norbert Horst Chile, 1962 Thomas Kastura England, 1966 Roger Fiedler Mexiko, 1970 Jürgen Siegmann Deutschland, 1974 Sandra Lüpkes Argentinien, 1978 Arnold Küsters Spanien, 1982 Bernhard Jaumann Mexiko, 1986 Thomas Askan Vierich Italien, 1990 Ralf Kramp USA, 1994 Judith Merchant Frankreich, 1998 Christiane Geldmacher Südkorea/Japan, 2002 Jan Zweyer Deutschland, 2006 Carsten S. Henn Südafrika, 2010 Andreas Izquierdo Dubai, 2042 ................................................................................................................................................................................              Andreas Izquierdo, geb. am 09.08. 1968 in Euskirchen als Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester; aufgewachsen in Iversheim (Nord-Eifel), nach dem Abitur (1987) nach Köln gezogen, um dort mit wenig Fleiß und noch weniger Erfolg zu studieren. Dann volontiert bei einem kleinen Sportverlag; 1993 angefangen Krimis zu schreiben und später Drehbücher fürs Fernsehen. Ich lebe als Freier Autor in Köln. (www.izquierdo.de und www.dartpilots.de) KURZGESCHICHTEN: Nominiert für den Agatha Christie Preis 2004 Nominiert für den Agatha Christie Preis 2006 KRIMINALROMANE: Der Saumord (1995); Das Doppeldings (1996); Jede Menge Seife (1997) und Schlaflos in Dörresheim (2000), Grafit. König von Albanien (2007), Rotbuch. Dartpilots (2007), Kölnisch-Preußische Lektoratsanstalt. Diverse Sitcom- und Serienbücher für RTL, ZDF, SAT 1 und WDR. http://www.izquierdo.de

Wolfgang Kemmer, geboren im Hunsrück, studierte Germanistik, Anglistik und Angloamerikanische Geschichte in Köln und arbeitete anschließend als Lektor in einer Münchner Literaturagentur. Heute lebt er als freier Lektor und Autor mit seiner Familie in Augsburg. Seit 2006 gibt er für den zur Weltbildgruppe gehörenden Restseller Jokers im Internet Kurzkrimis als Gratis-Downloads in PDF-und MP3-Form heraus (www.jokers-downloads.de). http://www.wolfgang-kemmer.de ................................................................................................................................................................................

Drei Fragen an Andreas Izquierdo und Wolfgang Kemmer

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Kemmer: Literarisch 1996 mit meinem ersten Roman bei KBV, fußballerisch fing es allerdings wesentlich früher an, kriminell zu werden. Ich hatte schon in der C-Jugend einen Mordsschuss, traf nur leider nicht das Tor. Meine Chancenverwertung war grob fahrlässig. Izquierdo: Seitdem ich beim FC Criminale Fußball spiele. Endlich kann ich meine Gewalttätigkeit ausleben, ohne dafür in den Knast zu gehen ... Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto? Kemmer: Da habe ich leider den Überblick verloren. Schließlich zählen nicht nur Morde. In WM-BLUTROT gibt es insgesamt 98 Leichen. Von denen gehen immerhin… Aber das sollte ich vielleicht besser gar nicht verraten. Izquierdo: Fragen Sie mal meine Gegenspieler. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Kemmer: Ich bekenne mich in vollem Umfang schuldig, empfinde keinerlei Reue und werde mich bemühen, meine Verbrechen in Zukunft noch perfider zu gestalten. Izquierdo: He, Schiri, das ist Fußball, kein Schach! ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Vorwort (von Manni Breuckmann) Nach der Lektüre dieses atemberaubenden Buches habe ich keinen Zweifel mehr: Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften muss umgeschrieben werden! Denn wir haben bislang vollkommen falsche Vorstellungen über Umfang und Intensität krimineller Handlungen im WM-Umfeld gehabt. Unsere Konzentration lag auf dem grünen Viereck, auf den mehr oder weniger tauglichen Versuchen, das Runde ins Eckige zu befördern. Was war denn schon kriminell bei den Welttreffen des Fußballs? Wir Journalisten hantierten mit dem Begriff nur, wenn wir in vorgeblich lustiger Weise die schlechten Darbietungen der Mannschaften brandmarken wollten. Zum Beispiel die deutschen Spiele gegen Österreich 1978 („Schande von Cordoba“) und 1982 („Schande von Gijon“). Aber konnten wir ahnen, wie viel wirklich kriminelle Energie, wie viele kranke Straftäter-Phantasien anlässlich der WM-Turniere freigesetzt worden sind? Nein, die WM-Kriminalstatistik ist keine Chronik des Wattebäuschchen-Werfens! Was wir wahrgenommen haben, waren diverse Körperverletzungen bei der Begegnung unterschiedlicher Fan-Kulturen. Die Verteilung der Eintrittskarten gab Anlass zu schieben und zu betrügen. Auch die Vergabe der Weltmeisterschaften durch den Weltfußball-Verband setzt beim Betrachter unwillkürlich Korruptionsphantasien frei. Richtig abgearbeitet haben sich Kriminelle am Coupe Jules Rimet, der WM-Trophäe, die von 1930 bis 1970 durch diverse weltmeisterliche Länder wanderte. 1966 verschwand der Pokal vor dem Turnier, als er eine Briefmarkenausstellung mit Fußball-Motiven durch seine Gegenwart veredeln sollte. Es gab jedoch ein Happy-End, als eine Promenadenmischung namens Pickles das gute Stück in einem Park wieder ausbuddelte. 1983 blieb das glückliche Ende aus: Der Coupe gehörte damals endgültig den Brasilianern, nachdem sie ihn 1970 zum dritten Mal gewonnen hatten. Der Pokal verschwand aus seiner Vitrine in Rio, ward nie wieder gesehen und möglicherweise von den Dieben eingeschmolzen. Einmal – nach den bisherigen lückenhaften Erkenntnissen – gab es sogar einen Mord: 1994 trafen den Kolumbianer Andres Escobar zwölf Schüsse, weil er im Spiel gegen die USA ein Eigentor geschossen und damit das Vorrunden-Aus der kolumbianischen Nationalelf besiegelte hatte. Die Tat geschah allerdings nicht im WM-Land USA, sondern, wie es sich für die Drogen-Republik Kolumbien gehört, nach der Rückkehr im heimatlichen Medellin. Diese schändliche, aber überschaubare Ansammlung von Straftaten entspricht dem kriminellen Potential mittlerer Städte wie, sagen wir einmal, Hamm oder Sindelfingen. Und nun stellt sich heraus: alles nur die Spitze eines gewaltigen, zerstörerischen Eisberges! Das Studium der in diesem Sammelband zusammengetragenen Fälle ließ mich schaudern und brachte mir neue Erkenntnisse und Aha-Erlebnisse. Denn diverse Spielverläufe und bis heute rätselhafte Verhaltensweisen der fußballerischen Protagonisten werden von einem vollkommen neuen Licht beschienen. Wussten wir wirklich schon ganz genau, warum Ronaldo im Finale 1998 zuerst nicht auf dem Spielbogen stand und dann, trotzdem eingesetzt, ein jämmerliches Spiel ablieferte? Waren uns die Hintergründe der Schiedsrichter-Leistung im Münchener Endspiel 1974 Niederlande gegen Deutschland bekannt? Wurden wir schon mit der abstrus-schockierenden Entdeckung konfrontiert, die ein Agent des Geheimdienstes seiner Majestät während des 1966er Finales England–Deutschland unter (!) dem Wembley-Stadion machte? All das steht in dieser verwegenen Story-Sammlung, für deren Genuss Sie starke Nerven oder zur Beruhigung derselben mehrere Flaschen vierzehnprozentigen südafrikanischen Rotweins brauchen. Abgerundet wird der enthüllende Blick auf die Vergangenheit durch eine visionäre Darstellung des Wiedersehens von Zinedine Zidane und Marco Materazzi anlässlich des WM-Turniers 2042 in Dubai. Für einen der beiden wird das kein freudiger Anlass, soviel sei schon hier verraten. Und jetzt hinein ins weltmeisterlich-kriminelle Lesevergnügen, achtundzwanzig Tote warten schon.

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