Oberbayern Krimi

Kriminalrat Ottakring im todbringenden Netz: Ein Bürgermeister wird erdrosselt. Tiere werden getötet. Eine Serie von Morden erschüttert das Rosenheimer Land, seit die Fremden eingedrungen sind. Als Ottakring glaubt, das Rätsel entwirrt zu haben, löst der Killer sich in Luft auf, und ein gigantischer Anschlag steht bevor. Vor dem Kloster der Fraueninsel kommt es zum dramatischen Showdown ... ................................................................................................................................................................................ Hannsdieter Loy, wurde als Autor erstmals durch seinen Hunderoman »Die Donisl-Bande« bekannt. »Rosenmörder« ist nach »Rosen für eine Leiche« und »Rosenschmerz« nun der dritte Rosenkrimi im Emons Verlag. Daneben arbeitet Loy heute als Werbetexter und Übersetzer – insgesamt eine Vita, die man bei einem früheren Kampfpiloten der Luftwaffe und Kommandeur nicht zwingend vermuten würde. HDL lebt dort, wo seine Romane spielen, und in Spanien. . ................................................................................................................................................................................

Drei Fragen an Hannsdieter Loy

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Schon als Säugling. Ich wurde aus dem Kinderwagen geklaut und will mich seither dafür rächen. Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto? Im richtigen Leben nur Denkverbrechen. Im meinen Romanen? Reichlich. In ROSENMÖRDER lassen sich die Kapitalverbrechen an zwei Händen mit je sechs Fingern abzählen. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Ich bin alt und klapprig und tauge zu nichts anderem mehr. ................................................................................................................................................................................

Pressestimmen

Endlich wieder ein neuer Loy! Ich war schon sehr gespannt, was Joe Ottakring diesmal im beschaulichen Oberbayern erlebt. Aber von bayerischer Gemütlichkeit ist in diesem neuen Krimi von HDL nichts mehr zu spüren. Stattdessen lehrt uns die Russen-Mafia das Fürchten. Sie tötet zunächst scheinbar wahllos, aber dafür mit grausamer Präzision. Dass sie Herrn Huber in die Luft gesprengt haben, nehme ich ihnen besonders übel. Mehr will ich vom Inhalt nicht verraten, nur so viel, dass HDL ein sehr komplexer, hochspannender und wie immer grandios geschriebener Krimi aus der Feder geflossen ist, der nicht nur eingefleischte Ottakring-Fans begeistern wird. Meine Frage diesmal: Warum ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, den Ottakring im Film lebendig werden zu lassen? Er hat es wahrhaftig verdient. Absolut, wie Joe Ottakring sagen würde. Amazon Deutschlands höchste Krimipremiere Kurz nachdem sich die voll besetzte Wendelstein-Zahnradbahn am Abend von Brannenburg aus in Bewegung gesetzt hat, wird es im Wagon stockdunkel. Gespenstisch leuchtet der Mond durch die Bäume, Nebelschwaden ziehen durch das Tal und erste Schneefelder kündigen den nahen Winter an. Hoch darüber ist das Wendelsteinkircherl in geheimnisvolles Licht getaucht. Der perfekte Rahmen also für Deutschlands höchste Krimipremiere. Hannsdieter Loy, der Autor der beiden erfolgreichen Oberbayern-Krimis "Rosen für eine Leiche" und "Rosenschmerz" hat nämlich in das Panoramarestaurant auf dem Wendelstein geladen, um seinen neuesten Band einer Trilogie, "Rosenmörder", im Rahmen einer Lesung mit bayerischer Brotzeit und Musik von der Weinberg-Musi aus Schliersee zu präsentieren. Die weit mehr als 100 "Hobby-Kriminalisten" lauschen gebannt den spannenden Worten des Autors, der wiederum die Rosenheimer Umgebung als Schauplatz des verbrecherischen Geschehens auserwählt hat. Loy versteht es, seinen Figuren dank der authentischen Erzählweise gekonnt Leben einzuhauchen und diese so zu Individuen des täglichen Lebens werden zu lassen. Seine Sprache ist direkt und konfrontiert den Leser beziehungsweise den Zuhörer unvermittelt mit aufwühlenden Geschehnissen, die Neugier und Lust auf mehr erzeugen. Dabei beschreibt er das Milieu der in Bayern ansässigen aus Russland stammenden Bevölkerung in Anlehnung an eine wahre Begebenheit sehr detailliert, um dann sogleich wieder harte Aktionen vor allem im Milieu der so genannten Russenmafia folgen zu lassen. Durch diese abwechslungsreiche Kombination erhält der Leser immerfort neue Impulse. Dieser Effekt wird durch den häufigen Wechsel der Erzählperspektive verstärkt. Auch das Miteinander von wörtlicher Rede und Beschreibung erzeugt eine natürliche Dynamik, die Rückschlüsse auf gründliche Recherche-Arbeit des Autors beziehungsweise Identifizierung mit seinen Charakteren zulässt. Indem Loy in seinen "Rosenmörder" immer wieder überraschende Wendungen einbaut, konstruiert er einen kontinuierlichen Spannungsbogen, der die Handlung des 237 Seiten langen Buches stetig vorantreibt. Münchener Merkur ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Sechzehn Auf dem Weg zum Grattenschlösschen überquerte er die Tiroler Ache südlich von Aschbach. Zunächst fuhr er zurück nach Westen, einer langen, roten Dämmerung entgegen. Ein Bussardpärchen flog mit dünnem Schrei auf, als er die kurvige Straße nahm, die über den Berg über die Landesgrenze nach Tirol führte. Vor einem kleinen Landwirtshaus hielt er an. Er setzte sich an den Tisch, der dem Ausgang am nächsten stand. Um diese Zeit war er der einzige Gast. Er trug teure, kastanienbraune Stiefel von Aigner. Darüber die Montur der Aschbacher Gebirgsschützen. Die Frau, die an den Tisch kam, hatte den Umfang eines hundertjährigen Bergahorns und trug ein recht weltoffenes Dirndl. „Sie sind die Wirtin“, stellte er fest. „Ja. Scho“, sagte sie, beugte sich vor und legte die Speisekarte vor ihn hin. Kosmos lehnte sich zurück. „Könnten Sie bitte ihre Titten von meinem Tisch nehmen“, sagte er. Die Frau durchfuhr ein Ruck. Als durchlitte sie gerade einen Hexenschuss oder wäre von einer Kugel getroffen worden. „Hä?“, sagte sie verständnislos. „Ein Bier“, sagte Kosmos. „A Halbe.“ „Und? Nix zum Essen?“ „Ein Lachsbrot.“ Nach einer Weile kam die Wirtin mit dem Lachsbrot angeschlurft. Zwei halbe Brote, um den Laib geschnitten, dünn mit Butter bestrichen, belegt mit einem halben Zentimeter Lachsersatz und reichlich Zwiebelringen. Daneben ein halbes Ei, senkrecht durchtrennt, und Gürkerl. „Mahlzeit“, sagte sie. In großen Bissen schlang er das Brot hinunter. Dann rief er die Wirtin heran. „Zahlen!“ Sie zückte einen Block und addierte umständlich. „Macht acht Euro fünfundsechzig.“ „Mit oder ohne Trinkgeld?“ „Mit.“ „Acht Euro achtzig. Haben Sie auch Zimmer?“ „Ja. Zwei. Ein Doppel, ein Einzel.“ „Das Doppel. Ist es ein französisches Bett?“ Sie schaute ihn verständnislos an. "Ein breites Bett. Ist's ein breites Bett. Oder sind's zwei Einzelbetten." Sie nickte heftig. "Mir können die Betten auch zsammstellen." "Quietscht das Bett?" Die Wirtin nahm den Zehn-Euro-Schein und stapelte die Fünferl und Zehnerl vor ihm wie in einer Spielbank. „So“, sagte sie. „Was. So. Ich hab Sie was gefragt.“ „Hä?“ „Sind Sie blöd? Quietscht das Bett, hab ich gefragt.“ „Du bist aber net vo da. Scho glei net vo Aschbach. Nie im Leben bist du a Aschbacher Gebirgsschütz.“ Er musterte sie von oben bis unten, als läse er einen Computerausdruck. „Was geht dich das an.“ Er schob die Münzen ein und betrachtete den üppigen Ausschnitt. „Gibt’s auch einen Wirt?“, fragte er. „Hä?“ Kosmos erhob sich langsam, ohne den Blick von ihrem Dekolleté zu nehmen. „Hast du einen Mann im Haus. Und ob’s Bett quietscht, hab ich gefragt.“ Ein breites Grinsen flog über ihr Gesicht. „A so. I hoaß Annemirl. Und i bin alloa.” Er nahm den Zimmerschlüssel, den sie ihm reichte und ging die Holztreppe nach oben, die Hand am Geländer. Sie löschte das Licht in der Wirtsstube, schloss die Wirtshaustür ab und folgte ihm. Er fackelte nicht lange. Das Bett quietschte heftig. „Bist du a Russ?“, war Annemirls letzte Frage, bevor sie starb. Mit der Stiefelspitze trat er die Zigarette aus, die ihr entfallen war. “Rosenmörder hat wieder zugeschlagen!“, brüllte die Presse hinaus. Die Frau war keine attraktive Leiche. In ihrem abgeschnittenen Hals steckte eine schwarze Metallrose, aus ein Millimeter dünnem Schwarzblech gearbeitet, rundgehämmert und schwarz lackiert. Der Hals war sauber vom Rumpf getrennt worden. Auf den Holzdielen vor dem zusammengerückten Bett fand sich eine zertretene Zigarettenkippe mit der DNA des Opfers. „Gestorben ist die Frau allerdings an einem mittelstarken Metalldraht, der sich über zwei Zentimeter in die Fettpolster ihres Halses eingeschnitten hatte.“ Dr. Adamina Tordarroch war ganz in ihrem Element. „Der Kopf wurde abgetrennt, als sie bereits tot war. Und sie hatte Geschlechtsverkehr kurz vor ihrem Tod. Die DNA des Spermas ist die gleiche wie die, die wir an Fasern der Kleidung des Täters bei Engel gefunden haben.“ „Unglaublich. Er hat sie gevögelt und dann umgebracht. Wieder mit dieser verdammten Garotte“, sagte Bruni. „Der besitzt wohl eine Vorliebe für Rubens-Figuren.“

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