Kriminell absurd oder absurd kriminell? Die Geschichten, Gedichte und Prosa-Miniaturen mit Zeilenumbruch, die Sigi Hirsch unter dem Titel »Ich hab so Sehnsucht nach Gewalt« präsentiert, lassen sich nur schwer einordnen. Absurd und abwechslungsreich spielt der Autor in seinen Texten immer wieder mit den Klischees und Stereotypen des Krimi-Genres. Bei Sigi Hirsch kriegt auch noch das letzte Verbrechen ein ironisches i-Tüpfelchen verpasst. Der 62-jährige feuert seine Prosa und Lyrikstücke auf den Leser mit einer Geschwindigkeit ab, die an das stakkato-hafte, grelle Aufblitzen einer Maschinenpistole erinnert.                  Pressestimmen: Jeden Sonntag versinkt dieses Land genüsslich in Gewalt, um sich Mal für Mal von neunmalklugen Tatort-Kommissaren wieder zur Räson bringen zu lassen. Wie sähe es wohl aus, behielten dagegen die makaberwitzigen Launen des kreativen Verbrechertums das letzte Wort? Das sagt uns jetzt der spät berufene Gebrauchspoet Sigi Hirsch. Wohl keinen Tag zu früh geboren - am 10. Mai 1945 -, um in jedem Lauf statt einer Kugel ein Gedicht zu wittern. Blutig und absurd geht es in ihnen zu, oft zudem alkoholisch heiter. Die Kommissare beleben auch hier das Geschäft: So hat Wickelkraut seinen Fall zu klären (»und zwar in Böhmen oder Mähren, / also ein internationaler Fall«), und auch Maigret (»wer kennt ihn nicht«) ermittelt in vertrackter Sache: »da ging es um Gicht. / Und der Mann, der das hatte, / wurde erschlagen mit einer Latte«. Doch tappen sie stets im Dunkeln. Die Klischees laufen Amok in diesem Büchlein, der Sprachwitz sticht zu: »Zwei spitze Schreie / und ein: ,Jetzt gib du endlich Ruhe!' / Sie war sowieso an der Reihe. / Jetzt liegt sie in der Truhe.« Wie aber erledigt man jemanden mit Gedichten? Auch das erklärt uns Hirsch, gerüttelt, nicht geröhrt: »Der Kommissar rätselte eine Woche lang / dann wusste er's: / Der Schütze erschoss sich durch den Strang.« Frankfurter Allgemeine Zeitung