Der Fluch des Geldes

Sie sieht so friedlich aus, die kleine Gemeinde irgendwo im bergigen Süddeutschland, dennoch birgt sie ein furchtbares Geheimnis. Woher kommt der Hass der Alten, der so groß ist, dass sie sich gegenseitig bestialisch umbringen? Hetzt sie die Gier aufeinander? Ist es vielleicht Angst oder werden sie gar fremdgesteuert? Die Toten sind nicht arm gestorben. Im Gegenteil. Sie hinterlassen jeweils viel Geld. Viel zu viel, als dass Erben eine Erklärung verlangen dürfen, ohne sich dabei in Lebensgefahr zu begeben.
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Andreas Schnabel ...

... wurde 1953 in Hamburggeboren, ist ausgebildeter Rettungssassistent und Hauptbrandmeister, arbeitete in den unterschiedlichsten Sparten: u.a. als Taxifahrer, Rundfunkreporter, RTL-Sportredakteur, TV-Producer, Filmproduzent, Event & TV-Regisseur und Theater-Autor. Heute arbeitet er als Briefträger und freier Autor und lebt mit seiner Familie in Pulheim bei Köln. Mehr über Andreas Schnabel   ................................................................................................................................................................................ Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Das war 2009 auf Mallorca Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Mit den "Braunen Orchideen" schon sieben. Sechs davon auf Mallorca, ois im Ländle... Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Schwere Kindheit..... Vater hatte Arbeit und Mutter war noch nicht einmal Alkoholikerin. Irgendwann war ich jung und brauchte das Geld. Jetzt ist es eine liebgewordene Angewonheit ... :-)................................................................................................................................................................................ Leseprobe: Margot Jänicke verbrachte auch diesen, wie eigentlich all ihre Abende, in der Küche. Dort saß sie an ihrem Küchentisch, machte meist Handarbeiten und genoss die Stille. An diesem Tag häkelte sie am Saum einer Strickdecke, die sie schon seit Monaten ihrer Tochter Steffi versprochen hatte. Die Küche war seit Jahrzehnten ihr Reich und in den letzten Jahren auch ein Zufluchtsort vor der infernalischen Lautstärke des Fernsehers ihres Mannes, der ihr einen längeren Aufenthalt im Wohnzimmer unmöglich machte. Nicht dass Pastor Jänicke für sein Alter übermäßig schwerhörig gewesen wäre. Er liebte es einfach laut. Vielleicht seine Art der Rache an seiner so stillen, dennoch in ihrem Tun und Handeln so unbeirrbaren Ehefrau. »Auf einen groben Klotz gehört eben ein grober Keil«, sagte sie immer und meinte mit grobem Klotz den unglaublichen Starrsinn ihres streng calvinistisch ausgerichteten Ehemannes. Es heißt ja, dass strenge Menschen im Alter weich und gütig werden, in Pastor Jänickes Fall bestätigte die Ausnahme wieder einmal die Regel. Es  klopfte an der Fensterscheibe der Küche. Vor lauter Schreck ließ sie eine Masche fallen. Das war ihr schon seit Jahren nicht mehr passiert. Ängstlich erhob sie sich und machte ein paar vorsichtige Schritte auf das Fenster zu. Erleichtert erkannte sie das Gesicht ihrer Hausärztin und öffnete einen Fensterflügel. »Hallo, Else, was machst du denn noch so spät bei uns? Wolltest du nach Karl sehen?« »Komm doch mal kurz vor die Tür. Ich habe etwas mit dir zu besprechen.« Margot Jänicke sah irritiert zur Uhr. »Jetzt noch, um halb 10 in der Nacht?« »Kennst du eine bessere Zeit, damit Karl nicht irgendwo lauscht? Du weißt doch selbst, wie misstrauisch er ist.« Ihr lief es heiß und kalt den Rücken hinunter. Sollte hr Mann etwa der Nächste sein, jetzt, wo sie es so kategorisch abgelehnt hatte, selbst die Kapsel zu nehmen?   * * *Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>