Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.


 Blaues Wunder
freytag anne 12493 Foto Studio TascaAnne Freytag

Blaues Wunder (Kampa)

Foto © Studio Tasca

Der Roman Blaues Wunder von Anne Freytag drängt sich nicht auf. Der Sommer auf dem Meer wird leise erzählt.

Drei Paare und ein mysteriöser Sohn auf einer Luxusyacht in philippinischen Gewässern. Was nach traumhaftem Urlaub klingt, entpuppt sich als toxisches Assessment-Center. Durch die Perspektiven der Ehefrauen werden subtile Machtspiele seziert. Aus zunächst nur dekorativen Begleiterinnen entwickeln sich weitblickende Beobachterinnen.

Mit sprachlicher Sensibilität und psychologischer Genauigkeit erzählt dieser Roman von zwischenmenschlichen Dynamiken, die nicht am großen Knall zerbrechen, sondern an feinen Rissen. Er zeigt, dass Spannung auch aus Stille entstehen kann. Und dass Literatur dort am stärksten ist, wo sie uns mit unseren eigenen Gefühlen konfrontiert, ohne sie zu erklären.

Der Roman ist eine schonungslose Analyse ökonomischer Abhängigkeiten und patriarchaler Strukturen und zeigt, wie schwer es ist, sich aus diesen Abhängigkeiten zu befreien.

Ein Leseerlebnis, das lange nachhallt.

 


 


 

 


 

Jury: Ursula Hahnenberg, Hendrik Berg, Peter Märkert, Bernhard Aichner, Klaudia Blasl, Andreas Russenberger, Thea Krüger und Lena Johannson  (Jury-Organisation)


(Die Aussschreibungen für das Jahr 2027 finden Sie hier.)