Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.
15 Sekunden (Penguin)
Foto © Dominik Roessler
„15 Sekunden“ schafft etwas, das an die Werke von Jussi Adler-Olsen denken lässt, nämlich, beides gleichzeitig zu sein: ein Thriller, der von der ersten Seite an packt, und ein Ermittlungsroman mit glaubwürdiger Darstellung der Polizeiarbeit.
Geschickt baut die Autorin ihr Rätsel rund um einen Unfall im nächtlichen Wald und eine verborgene Waldhütte voller geronnenen Blutes. Wir verfolgen die Protagonistin tiefer und tiefer hinein in Schuldgefühle und eine persönliche Betroffenheit die weit zurückreicht in Kindheitserinnerungen. Hierbei beweist die Autorin ein für ein Debüt erstaunliches Gespür für die Konstruktion eines Thrillers, in dem – wie es sich für einen modernen Roman dieses Genres gehört – am Ende die Vergangenheit ihre Klauen nach der Protagonistin ausstreckt.
Nicht zuletzt erschafft die Autorin mit der Rechtsmedizinerin Farah Rosendahl und dem Kriminalhauptkommissar Wase Rahimi ein Figurenduo, deren Beziehung mit den üblichen Klischees bricht und allein dadurch überrascht.

