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Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Kurzkrimi": Elke Pistor

Elke Pistor (Foto © Maigut Fotografie)
Zu kurz. So lang. Ein Jahr.
In: Festlich morden. (Emons)
„Innen da ist Schmerz. Da ist Zerreißen. Da ist Leere.“ Und diese Leere, dieses Zerreißen stellt Elke Pistor in ihrer Geschichte so eindrücklich und mitreißend dar, dass man die Gefühle als LeserIn nachempfinden kann. So kurz. So lang. Ein Jahr. ist eine Kurzgeschichte, bei der das Ende der Anfang und der Anfang das Ende ist. Kunstvoll zeichnet Elke Pistor ein Jahr im Leben einer Mutter nach, Schicht für Schicht, bis zu jenem Tag, an dem ihr Leben aus den Fugen gerät. Wir erleben ihren Schockzustand, ihre Sprachlosigkeit, ihre Taubheit und den Versuch, zurück ins Leben zu finden, nachdem ihr Kind ermordet wurde, und sehen ihr dabei zu, wie sie all ihre Kraft sammelt, um dieses Verbrechen zu rächen.
Elke Pistor schreibt tiefsinnig, sensibel, aufrüttelnd, oft leise, düster, eindrücklich und einprägend. Die Autorin malt Bilder mit Worten, die schockieren, wütend, traurig, nachdenklich machen und lange nach dem Lesen nachhallen. „Zu kurz. So lang. Ein Jahr“ ist ein Kurzkrimi, den man nicht so schnell vergisst.
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Debütroman": Susanne Kaiser
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor:


Susanne Kaiser
Riot Girl (Wunderlich)
Foto © Sima Deghani
Eine Protestbewegung junger Frauen rückt mit radikalen Aktionen in den Fokus der Öffentlichkeit. Um die Gruppierung und ihre Ziele zu durchleuchten, wird LKA-Ermittlerin Obalski undercover in ein Münchner Jugendamt eingeschleust. Mit präziser Beobachtungsgabe und analytischer Schärfe nähert sie sich der Gruppe – doch die Zeit arbeitet gegen sie.
Eindrücklich zeigt Susanne Kaiser mit Riot Girl, wie verletzliche junge Menschen in extremistische Dynamiken geraten: nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern aus Ohnmacht und dem Wunsch, gehört zu werden und Zuspruch zu finden. Mit wenigen Sätzen zeichnet Kaiser Mitarbeitende des Jugendamts, Polizisten, überforderte Eltern und wütende Jugendliche. Beim Lesen entsteht ein Sog, man fragt sich atemlos, in welcher Katastrophe diese Geschichte enden wird, ein Roman, der wehtut.
Der Blick der Autorin bleibt Empathisch, ohne Gewalt zu relativieren. Riot Girl stellt nicht den Anspruch, Lösungen aufzuzeigen. Doch dieses Debüt wirft wichtige Fragen auf, denen wir uns als Gesellschaft stellen müssen.
Buchmesse Leipzig 2026: Wir sind wieder mit dabei!
Der Countdown für die Leipziger Buchmesse läuft. Das SYNDIKAT ist beim Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche erneut am Start. Ihr findet uns vom vom 19. bis 22. März in Halle 5 (Stand E507).
Vorbeikommen lohnt sich! Ihr erfahrt alles über das SYNDIKAT und die CRIMINALE, den größten Krimi-Branchentreff Europas. In diesem Jahr sind wir vom 6. bis 9. Mai in Salzburg. Das wird kriminell gut!
Um euch die Wartezeit bis dahin zu verkürzen, haben wir die CRIMINALE-Anthologie MORD UND MOZARTKUGEL im Gepäck und ein besonderes Schmankerl.
Am Freitag, 20.03.2026, stellen wir euch die Anthologie von 14.00 bis 14.30 Uhr im Forum Lesereise (Halle 5, G 605) vor.
Mit dabei sind Armin Gmeiner und Jochen Große Entrup vom Gmeiner-Verlag. Beate Ferchländer und Gudrun Wieser lesen aus ihren Geschichten. Klaus Maria Dechant moderiert die Veranstaltung.
Hier geht es zum Veranstaltungs-Link der Messe Leipzig. Da könnt ihr auch die Anthologie bestellen.
Ihr möchtet nähere Infos zu MORD UND MOZARTKUGEL? Bitte sehr!
Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher, gute Gespräche und einen reißenden Bücher-Absatz.

Foto: Gmeiner-Verlag
Loewe-Verlag führt das Label “Ohne KI” ein
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Jugendkrimi": Alexandra Fischer-Hunold
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor:


Alexandra Fischer-Hunold
Fräulein Florentines Gespür für Mord (Ueberreuter)
(Foto © picture people )
Florentine Falkenberg kommt aus gutem Hause und rebelliert gegen die Konventionen ihrer Zeit, die für junge Frauen eine Heirat als Lebensziel vorsehen. Florentine studiert heimlich an der Charité und schreibt Artikel für eine Zeitung. Als Amandus Graf von Lauenburg auf seiner eigenen Hochzeit ermordet und ihr Bruder Leopold der Tat verdächtigt wird, nimmt Florentine auf eigene Faust die Ermittlungen auf und verfolgt die Spur des wahren Täters … Was bedeuten die letzten Worte, die das Mordopfer ihr zugeflüstert hat? Und wer sind die geheimnisvollen drei Schwestern, die offenbar mit dem Tod des Mannes in Verbindung stehen?
Alexandra Fischer-Hunold hat mit Fräulein Florentines Gespür für Mord einen spannenden, in der wilhelminischen Ära spielenden Kriminalroman mit einer klugen Protagonistin geschaffen, der sowohl sprachlich wie auch durch fein gezeichnete Charaktere und einen durchdachten Plot überzeugt.
Nominiert für den Zürcher Krimipreis: SYNDIKATS-Mitglied Esther Rein
Die Auszeichnung wird am 25. März 2026 verliehen. Der Zürcher Krimipreis ist mit CHF 2000,– dotiert. Unsere Daumen sind gedrückt!
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Debütroman": Peter Friedrich
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.


Peter Friedrich
Kafkarabesken oder Die Ermittlungen (duotincta)
Foto © Ulrich Simon
Ein gewisser Franz K. ist spurlos verschwunden. Die Akte wird einem namenlosen Ermittler zugewiesen, von dem die Behörde schnelle Ergebnisse erwartet. Schon bald sieht sich der Ermittler mit dem mysteriösesten Fall seines Lebens konfrontiert.
Immer mehr bizarre Geschichten kommen ans Tageslicht – jede für sich ohne rechten Sinn und doch scheinen sie auf seltsame Weise miteinander verwoben. Wo ist Franz K.? Was ist mit ihm passiert? Was ist Realität, was bloße Fantasie? Peter Friedrich gelingt ein raffiniertes Verwirrspiel im Geiste Franz Kafkas. Mit den Mitteln eines Spannungsromans erzählt er in einem kaleidoskopartigen Gefüge von menschlichen Abgründen – von Wütenden und Wehrlosen, und von einem Ermittler, der von Scham und Schuld geprägt ist.
Kafkarabesken ist ein irritierender und verstörender Roman, der sich bewusst gängigen Genreerwartungen entzieht – literarisch anspruchsvoll und sprachlich präzise.
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Kurzkrimi": Sunil Mann
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.
In blinder Wut.
In: Blutige Lippe 5. (Ventura)
Ein Mann lebt nach der Flucht aus seiner Heimat in Deutschland. Er und seine Frau sind knapp keine Zaungäste mehr – wirklich angekommen sind sie nicht. Sie haben Arbeit, eine Wohnung und bekommen eine Tochter. Ihr Glück ist „spröde und überschaubar“. Doch eben dieses Glück wird wenige Jahre später durch ein unbegreifliches Verbrechen zerschlagen: Das Mädchen verschwindet spurlos. Was dem Mann bleiben, sind unermesslicher Schmerz und seine obsessive, fast rituelle Suche nach der Wahrheit. Tag für Tag kehrt er seitdem an den Ort des Verbrechens zurück, bis er eine Beobachtung macht, die ihn schließlich zum Handeln zwingt.
In blinder Wut handelt vom Fremdsein, stiller Hoffnung und einem Verlust, der alles verschlingt. Sunil Mann macht den kaum zu ertragenden Schmerz des Protagonisten beim Leser ebenso spürbar, wie die daraus resultierende Wut und Hilflosigkeit. Mit gleichermaßen feinfühliger wie präziser Sprache gelingt dem Autor eine starke Geschichte mit großer emotionaler Wucht.
