Mit seinem packenden Krimi Feuertod am Sechseläuten hat Wolfgang Wettstein die Jury überzeugt.
An der stimmungsvollen Preisverleihung vom Donnerstag 22. März, hat er den, mit 3000 Franken dotierten Preis entgegen genommen.
Die Meinung der Jury zum Gewinnerkrimi:
Feuertod am Sechseläuten führt uns quer durch die Stadt Zürich. Man kann regelrecht vor sich sehen wie der Rechtsmediziner Max Noll, genannt Sokrates, zu Fuss vom Rindermarkt über den Neumarkt zum Pfauen, dann mit dem 9er und dem 6er an der Uni vorbei zum Zoo gelangt. Mit dem Fernsehstudio am Leutschenbach und einem Ausflug nach Erlenbach sind aber auch der Stadtrand und der Kanton Zürich vertreten. Volle Punktzahl für Lokalkolorit!


Im Krimi wird erst eine entstellte Leiche gefunden, später gehen anonyme Tonaufnahmen, die auf Entführungen deuten, bei der Journalistin Maria Noll, der Tochter von Sokrates ein. Was will der Absender damit bezwecken, weshalb gehen die Tonaufnahmen an eine Journalistin und nicht an die Polizei, weshalb gerade an diese Journalistin? Auch für Spannung ist also in diesem Krimi gesorgt. Wolfgang Wettstein beschreibt die Arbeit der Spurensicherung und der Rechtsmedizin sehr detailliert – für manche manchmal fast etwas zu genau… Auch die Polizeiarbeit wird sehr realistisch beschrieben. Wir sind hier nicht in einem amerikanischen Fernseh-Serienkrimi, in dem Spezialisten die Lösung innerhalb von kürzester Zeit finden. Nein, Polizeiarbeit ist mühevolle Klein-, sogar Sisyphusarbeit. Immer wieder entstehen auch Verdachtsmomente, die sich später als unbegründet und falsch herausstellen, einmal sogar mit fatalen Folgen. Die Figuren sind sehr menschlich und sympathisch. Den Spleen des Rechtsmediziners Sokrates alles durchzuzählen, um so zu entscheiden, ob sein Tag gut oder schlecht wird, verzeiht man ihm, umso mehr als es ihm am fulminanten Ende des Buches beinahe an den Kragen geht. Seine Tochter Maria und ihr Kameramann Leo lieben es, Sex-Szenen aus der Literatur nachzuspielen. Ja. «Sex sells»… Aber auch eine Prise Kulinarik kommt nicht zu kurz. Sokrates kocht gut und gerne, beim Lesen des Buches also immer etwas zu knabbern zur Hand haben, die Lektüre macht auch hungrig. Ich sage nur «Lammbraten mit Ofenkartoffeln, Rosmarin und viel Knoblauch».
Ebenfalls nominiert waren:
Sunil Mann mit Gossenblues und Marcus Richmann mit Allmacht

 

Quelle: Zürcher Krimipreis