Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehren-GLAUSER 2020 der in Berlin lebenden Schriftstellerin Nina George in Würdigung ihres herausragenden Engagements für die Kriminalliteratur und insbesondere für die Krimi-Schaffenden zuerkannt. Der Preis wird am Samstag, dem 18. April 2020, während der 34. Criminale, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Hannover an die Autorin und Aktivistin überreicht.

Nina George (Foto: Julia Baier), 1973 in Bielefeld geboren und in Bad Pyrmont aufgewachsen, kam über den Journalismus zur Schriftstellerei. Die Liebe zur Sprache und zur Literatur lässt sie unter verschiedenen Pseudonymen in unterschiedlichen Genres schreiben. Aber die Lust am Krimi ist ihre große Liebe - neben ihrem Ehemann, versteht sich, mit dem zusammen sie unter dem Pseudonym Jean Bagnol ebenfalls Kriminalromane um den provenzalischen Commissaire Mazan schreibt. Als Kriminalschriftstellerin zeichnet sie sich vor allem durch ihre meisterhaft konzipierten und umgesetzten Kurzgeschichten aus, wofür sie 2012 bereits einen GLAUSER in der Sparte Kurzkrimi erhielt.

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Begründung der Jury


Mit dem EhrenGLAUSER soll jedoch nicht nur Nina Georges bereits mehrfach preisgekröntes, schriftstellerisches Können ausgezeichnet werden, sondern ihr unermüdliches politisches Engagement im Einsatz für Schreibende. Um nur einige Aktivitäten von Nina George zu nennen: Sie gründete 2012 mit Angela Eßer und dem Syndikat die Initiative »Ja zum Urheberrecht« und spezialisiert sich seither auf Aspekte der Digitalisierung wie e-Bookpiraterie, Marktdisruption, Lizenzmodelle und die Zunahme von Hate-Speech im Web gegen AutorInnen und JournalistInnen. 2015 initiierte Nina George die verbandsübergreifende Non-profit-Autorinnen/Autoren-Initiative »Fairer Buchmarkt« sowie die Buchhandlungsaktion »Aktion Lieblingsbuch« und wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat der VG Wort als Vertreterin der Berufsgruppe 1 gewählt, wo sie als Vorsitzende die AG e-Book, die Abgabesysteme und Ausschüttungsmodelle für e-Books und digitalisierte Hörbücher entwickelte. Im selben Jahr wählten die Mitglieder des PEN-Zentrums Deutschland Nina George als neue Beirätin des Präsidiums, Geschäftsbereich Urheberrecht, sowie erneut 2017, mit der Erweiterung des Geschäftsbereichs als Womens Writers Committee-Beauftragte. 2016 gründete sich auf Initiative von Nina George das »Netzwerk Autorenrechte«. Seit Februar 2019 vertritt sie den Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) im Fachausschuss Urheberrecht des Deutschen Kulturrats. Ebenfalls 2019 wurde sie zur Präsidentin des Autorendachverbands European Writers' Council gewählt. Gleichzeitig engagiert sich Nina George seit Jahren im SYNDIKAT, bei AIEP (International Crime Writers' Association) und bei den Mörderischen Schwestern e.V., wo sie u.a. Workshops leitet, Vorträge hält und für rechtliche Fragen in persönlichen Gesprächen zur Verfügung steht.

Es ist zu hoffen, dass die Verleihung des Preises an Nina George junge Kollegen und vor allem junge Kolleginnen ermuntert, sich ebenfalls für das Genre und die Rechte aller Schreibenden aktiv und politisch einzusetzen. Vom Engagement Nina Georges profitieren übergreifend alle Genres, aber wir vom Syndikat wissen zu schätzen, dass sie "eine von uns" ist und "Gesicht zeigt" für den Kriminalroman und die Menschen, die ihn lieben. Nina George verkörpert in beispielhafter Weise, dass moderne KrimiautorInnen nicht im Elfenbeinturm sitzen, sondern aktiv an der Gestaltung der (Buch)Welt teilnehmen.

Die Ehren-GLAUSER-Jury des SYNDIKATs 2020: Tatjana KruseSabina Naber und Paul Lascaux.