Nominiert für den GLAUSER-Preis 2020 in der Sparte "Debüt". Der Preis in der Sparte "Debütroman" ist mit 1.500 Euro in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert. Der oder die PreisträgerIn 2020 wird am Samstag, den 18. April 2020, während der 34. CRIMINALE, des Jahrestreffens des SYNDIKATs, in Hannover verkündet und geehrt.

Nominiert für den GLAUSER-Preis 2020 in der Sparte "Debüt":



Rubicon Kai HavaiiKai Havaii Feb 2019

Kai Havaii
Rubicon, Rütten & Loening

„Man will ja nicht unbedingt einen erschießen. Aber wenn das sein muss. Ist ja mein Job.“

Der Elitesoldat Carl Overbeck kommt nach seiner Rückkehr in die Heimat nicht mehr mit seinem Leben zurecht. Seine besonderen Fertigkeiten im Töten führen ihn zur Mafia, für die er als Auftragskiller tätig wird.

In seinem Roman Rubicon führt uns Kai Havaii aus der gleißenden Sonne Afghanistans ins Zwielicht des organisierten Verbrechens. Außerdem zeigt er den Weg seines Protagonisten vom staatlich sanktionierten Töten zum Mord aus Gründen der Gewinnmaximierung. In temporeicher Sprache gelingen dem Autor dabei authentische Beschreibungen und bildstarke Actionszenen. Die Motivation und Traumata des Afghanistan-Veteranen Carl werden dabei nachvollziehbar und sind dicht geschildert.

 


Thorsten Kirves Der AussteigerThorsten Kirves Alfred Brandl
Thorsten Kirves,
Foto: © www.alfredbrandl.com
Der Aussteiger, Droemer

„'Ich erwarte nur, dass du dich immer als einer von uns verhalten wirst. Ein Kollege. Ein Polizist.'

Tom brachte es nicht fertig, etwas zu erwidern, nicht einmal ein Nicken.“

Tom, ein Hamburger Ermittler mit Ecken und Kanten, lässt den Frust über seinen Beruf im Boxstudio ab. Sein zwiespältiges Verhältnis zu seinem verschwundenen Zwillingsbruder zieht sich als Thema mit vielen Facetten durch den Krimi, der mit überraschenden Wendungen punktet. Der Autor zeigt uns die dunklen Seiten einer Großstadt und das desillusionierte Leben in einer Landkommune, die alles andere als floriert.

Das Buch startet rasant und geht temporeich weiter. Packende Actionszenen treiben die Handlung dynamisch voran. Der Ermittler und die übrigen Figuren des Buches sind überzeugende, vielschichtige Charaktere, deren Beweggründe gut nachvollziehbar erscheinen. Flotte Dialoge machen den Krimi zu einem Lesevergnügen.




Zwei Millionen in kleinen Scheinen Patrick Lorenzlorenz patrick

  • Patrick Lorenz
    Zwei Millionen in kleinen Scheinen, Emons

    „Er fragte: „Und wie viel soll er für dich zahlen?“
    „Ich dachte an zwei Millionen.“ 
    Nick war baff. „In Euro?“
    Sie nickte. In kleinen Scheinen.“

    Nick Sommer, ohne Job und Geld, geht auf das Angebot der hübschen Melissa ein und entführt sie scheinbar, um von ihrem reichen Freund Geld zu erpressen. Nicht ahnend, dass er damit in einen Strudel von Ereignissen gerät, die seine Welt komplett auf den Kopf stellen.

Die actionreiche Geschichte lebt von den schrägen Charakteren und den coolen Dialogen. Die Geschichte überzeugt außerdem mit verblüffenden Wendungen, durch die bis zum Schluss die Spannung gehalten wird. Auch wenn sich ein Mord an den anderen reiht, folgt man der rasanten und skurrilen Story mit großem Vergnügen.

 


Nordfinsternis Ricarda OertelRicarda Oertel

Ricarda Oertel
Nordfinsternis, Emons

„Der Sarg wird eingelassen. Mit einem Poltern ruckelt sich ihr letztes Bett in seiner Senke zurecht.“

Der Tod einer Tante führt in Miriams Familie nicht nur zu Erbstreitigkeiten. Ein dunkles Geheimnis und Erinnerungen an Misshandlungen in der Kindheit lösen in der jungen Mutter Panikattacken und Ängste um ihr Baby aus.

Ricarda Oertel versetzt in „Nordfinsternis“ eine victorianische Gruselgeschichte in ein norddeutsches Einfamilienhaus. Gekonnt fängt sie die nordische Atmosphäre ein und zieht die Lesenden trotz komplexer Geschichte in ihren Bann. Gekonnt!







Hinterhaus Lioba WerrelmannLioba Werrelmann
Lioba Werrelmann
,
Foto © ansgarphotography.com
Hinterhaus, Bastei Lübbe

„Jens ist weg. Und er hat mir nichts von sich dagelassen, abgesehen von einem verklebten Schamhaar und dem kleinen Schwein.“

Lioba Werrelmann hat uns erwischt. Nicht nur mit einer Sprache, die sich etwas traut, die witzig ist und überraschende Bilder erzeugt, sondern auch durch einen Rhythmus, der rockt. Die Szenerie um ein Berliner Hinterhaus erzeugt zudem beklemmende Kammerspiel-Atmosphäre. Keine Figur, die nicht skurril ist.

Die anfangs oberflächliche Ich-Erzählerin Carolin wird zur beeindruckenden Heldin. Mit ihr erfahren wir auch viel aus der DDR-Geschichte, viel von der Berliner Gegenwart, aber vor allem – wir fühlen mit ihr. Wir leiden mit ihr. Kein Wunder aber auch, wenn einem plötzlich eine Leiche aus der Wand des Badezimmers in den Schoß fällt. Und dieser miese Ex Jens wieder auftaucht … Im Hinterhaus, dort, wo Carolin bald auch um ihr Leben fürchten muss.



 


Für den GLAUSER-Preis, den Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2020, konnten bis zum 30. November 2019 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, deren Erscheinungszeitraum zwischen Dezember 2018 und November 2019 lag (Originalausgaben).

Die Liste aller 60 eingereichten Werke können Sie hier herunterladen (PDF) 124.2K.

Die Juroren waren:

 Uli AechtnerSusanne HanikaKatja KleiberRoland Spranger und Robert Preis.

Juryorganisation: Michael Kibler