01 Leo Martin und Patrick Rottler

 Leo Martin, Ex-Geheimdienst-Agent (links), und Patrick Rottler, Experte für Datenanalyse und Sprachprofling (rechts)
(c)AVISIO: Uta Kellermann

 Erpresserbriefe an große Firmen, Drohbriefe eines Stalkers, gefälschte Testamente - dass diese kriminalistisch nach Fingerspuren oder Genmaterial untersucht werden, ist uns längst bekannt. Dass die relativ neue Wissenschaft des Sprachprofilings immer konkretere und komplexe Analysen und Spuren zur Täterermittlung findet, ist für Krimi-Autoren ein Thema, das lohnt, sich damit zu beschäftigen!

Der Sprachprofiler Patrick Rottler und der Kriminalwissenschaftler und Ex-Geheimdienst-Mann Leo Martin berichten in ihrem neuen Buch "Die geheimen Muster der Sprache" von ihrer gemeinsamen Arbeiten an anonymen Schreiben, von ihren oft mehrere hundert Seiten umfassenden Gutachten, die zu den Tätern führen.

Hier für unsere "Krimipedia" bietet Patrick Rottler einen exklusiven Blick in seine Arbeit:

Das Internet ist kein Ponyhof. Wo auch immer man surft, hinterlässt man unweigerlich Spuren, wird von Werbenetzwerken ausspioniert und tausendfach pro Sekunde verkauft. Auch unsere Offline-Daten wie Kartenzahlungen, wo wir gehen und stehen, werden getrackt und ausgewertet. Aber was kann man dagegen tun?

Es gibt ein paar Kniffe, die einem bereits helfen. Das sieht gleich nach ganz viel aus, aber keine Panik. Wenn ihr euch jede Woche eines der Themen vornehmt, seid ihr zu Weihnachten schon sehr viel weiter!

Gift ist nicht immer tödlich

Es war im Fernsehen, und es schwirrt mir immer noch im Kopf: Da starb das Mordopfer an einer Überdosis Midazolam. Die Quelle des Wirkstoffs: der schrullige Inselarzt. Er hatte noch einen Restbestand in seinem Depot. Die Tabletten wurden dem Opfer heimlich in ein Glas Whisky gegeben, umgerührt, und das Opfer hat nichts gemerkt, ist einfach tot umgefallen.

Ich hätte platzen können! So viel Unsinn auf einmal. Aber der Reihe nach:

Ich hatte gelernt, mit Benzodiazepinen* kann man sich nicht umbringen!

Der ganz normale Wahnsinn einer Verlagssuche
Sanela Egli

Gutmensch – das Unwort des Jahres 2015. Für mich ist es das Wort "seriös". Dass man es immer wieder vor das Wort "Verlag" setzen muss, macht mich wütend und nachdenklich zugleich.
Obwohl ein Verlag genau genommen ein Geschäftspartner ist, sehe ich ihn als Auftraggeber, der mich für meinen Fleiß bezahlt und nicht umgekehrt. Eine Literaturgesellschaft in Frankfurt, deren Name mir soeben entfallen ist, sieht das aber anders.
Es ist ein paar Jahre her, ich stehe noch am Anfang meiner schriftstellerischen Tätigkeit, als ich für meine Gedichte von besagter Gesellschaft mit Lobeshymnen überschüttet werde. Dass ich die mehreren tausend Euro Druckkostenzuschuss niemals wieder reinholen werde, die ich investiere, ist mir in dem Moment egal, ich habe einen Verlag, nur das zählt.

Ein Denkanstoß von Thomas Scheffler

Auf der CRIMINALE 2015 wurde viel diskutiert über die Realitätsnähe des deutschsprachigen Krimis. Wir hörten Kritik von einem Kriminalisten, einem Profiler, einem Rechtsmediziner sowie von einer Journalistin, die für Polizei und Staatsanwaltschaft sprach. Völlig unbeachtet blieb allerdings der Rechtsanwalt an der Seite des Beschuldigten. Auch im Kriminalroman findet er kaum Beherzigung, sieht man einmal ab von einigen speziellen Justizkrimis, zumeist geschrieben von Juristen. Dabei täte auch die breite Masse der Autorinnen und Autoren gut daran, sich näher mit dieser Figur zu befassen.

Das Strafgesetzbuch im Schnelldurchlauf – Mord für Autoren
Kristina Herzog

Wenn man bei Wikipedia nachschlägt, was eigentlich einen Krimi ausmacht, bekommt man folgende Antwort: »Bei einem Krimi geht es in der Regel um die Verübung und Aufklärung einer oder mehrerer schwerer Straftaten, […] die den Leser, Hörer oder Zuschauer in Spannung versetzen sollen.«