In dieser Woche empfiehlt das SYNDIKAT die für den Hansjörg-Martin-Preis 2014 nominierten Kinder- und Jugend-Kriminalromane:

Alice Gabathuler - NO_WAY_OUT (Thienemann) Mick wurde nicht versehentlich angefahren. Der schwerreiche Jake hat ihn bewusst ausgesucht und mit seinem Jaguar abgeschossen wie ein Tier. Es geht um Macht und Einfluss und darum, die gesellschaftliche Debatte weit nach rechts zu verschieben. Wer glaubt so etwas einem jugendlichen Streuner mit Augenbrauenpiercing? Alice Gabathuler schickt uns auf einen Höllenritt – kompromisslos im Ton und mit einem Plot ohne Atempause. Am Ende bleibt uns nur zu hoffen, dass die Welt, wie die Autorin sie hier entwirft, fiktiv ist und bleiben wird. Sicher sind wir uns da leider nicht … ................................................................................................................................................................ Johannes Groschupf - Lost Places (Oetinger) Ein gewöhnlicher Sommer - bis sich Chris mit den Bandidos anlegt ... Johannes Groschupf überspringt mit seinem Roman Absperrzäune und entführt seine Leser in die fantastisch anmutende Welt der vergessenen Plätze. Ziseliert zeichnet er dabei mit seiner präzisen Sprache Bilder im Kopf, die keine Fragen offen lassen. Durch die lebensnahe Charakterisierung der Protagonisten fällt eine persönliche Identifikation leicht und man wird fast spielerisch in die abenteuerliche Geschichte hineingezogen. ................................................................................................................................................................ Gina Mayer - Morgen wirst du sterben (Ravensburger) Vier Personen erhalten dieselbe Mail: „Am 2. Juli wirst du zahlen.“ Die Spinne hat ihr Netz ausgelegt. Und das Netz beginnt sich zuzuziehen. Seite für Seite. Da hilft auch die Flucht in die Einsamkeit nichts. Es kommt zum großen bleidurchsetzten Finale, überraschendes Ende garantiert. Gina Mayer versteht es hervorragend, den Leser dank eines raffinierten Plots am Weiterlesen zu halten. Mehrmals scheint es klar, wer der anonyme Bedroher ist. Doch plötzlich ist alles wieder anders. Raffiniert auch die Sprache – inklusive des Kürzels V. ................................................................................................................................................................ Elisabeth Rapp - Wenn er mich findet, bin ich tot (dtv) Die als schwererziehbar geltende Tilly soll mit anderen Jugendlichen im Norden Finnlands eine Jugendherberge aus Eis bauen. Doch dann wird ein Mädchen aus dem Camp ermordet. Tilly ist sich sicher: Der Anschlag galt ihr. Wird sie verfolgt? Wer hat es auf sie abgesehen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, muss sich Tilly ihrer Vergangenheit stellen. Elisabeth Rapps Thriller besticht durch seine komplexen Figuren, den besonderen, eigenwilligen Tonfall und die bildreiche Sprache. Gleichzeitig ist Tillys Geschichte so spannend, dass man das Buch erst nach dem fulminanten Finale wieder aus der Hand legen kann. ............................................................................................................................................................... Ina Rometsch/Martin Verg - Geheimsache Labskaus (Residenz) Oskar lebt in einem sehr wohlhabenden Elternhaus und freut sich einfach nur auf sein Geburtstagseis, doch als der Edelpudel Raissa von Hoheluft-Schillingsbek, den er und sein bester Freund Zack ausführen sollen, entführt wird, wünscht er sich, nie in die Eisdiele gegangen zu sein. Schon bald stehen Oskar und Zack in einem echten Kriminalfall und wollen den Bösewichten alleine auf den Zahn fühlen. Ina Rometsch und Martin Verg ist ein toller Kinderkrimi gelungen, der den Lesern und Leserinnen mit viel Humor und tollen Figuren ein spannendes, außergewöhnliches Lesevergnügen bereitet. ................................................................................................................................................................ Für den Hansjörg-Martin-Preis 2014, den Preis für den besten Kinder- und Jugendkriminalroman, konnten deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2013 erstmals erschienen sind (Originalausgaben). Die Juroren waren: Maja von Vogel, Christina Bacher, Rudolf Jagusch, Guido Seyerle, sowie die Jugendjury Jury-Organisation: Christian Linker Alle 51 eingereichten Bücher finden Sie hier >> Der Hansjörg-Martin-Preis ist mit 2.500 € in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert. Der/die Preisträger/in wird auf dem „Tango Criminale“, der großen Abschlussgala bei der CRIMINALE 2014 in Nürnberg am Samstag, den 24. Mai 2014 verkündet und geehrt.