Der Preis in der Kategorie "Kinderkrimi" geht an Benedict Mirow. Die Auszeichnung wurde am Samstag, den 9. Mai 2026, in einer großen Gala im Rahmen der CRIMINALE in Salzburg verliehen. Der Preis ist mit 2.000 Euro in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.

preisträger des GLAUSER 2026 in der Kategorie "Kinderkrimi": Benedict Mirow: Joshua Jackelby (Thienemann)


Benedict Mirow
Joshua Jackelby (Thienemann)
(Foto © Stephan Rumpf)
Joshua Jackelby schlägt sich als Zeitungsjunge im viktorianischen London durch. Seine Heimat ist eine Nische beim Kohlelager der Waterloo Station, seine Familie besteht aus den Straßenkindern, mit denen er alles teilt, was die Reisenden zwischen den Bänken und unter den Sitzen vergessen. Ein paar Münzen verdient er sich dazu, indem er dem Arzt John Snow zur Hand geht, der mit Narkose experimentiert und versucht, im dreckigen London die Cholera zu bekämpfen. Joshua träumt von einer Zukunft als berittener Bote der Königin. Dabei plagt ihn seit früher Kindheit eine tiefe Angst vor dem Reiten. Damals, als er noch nicht auf der Straße lebte, ist etwas Furchtbares vorgefallen. Als Joshua und seine Freunde Zeugen eines schrecklichen Verbrechens werden, geraten sie in die Ermittlungen - und in Lebensgefahr. Sie tauchen tief in die dunklen Gassen Londons ein, eine Welt voller Schurken, feindlicher Straßenbanden und geheimnisvoller Zirkusartisten. Im Wettlauf mit der Zeit jagen sie skrupellose Diebe, die eine sensationelle Erfindung gestohlen haben und einen tollkühnen Raub planen. Ein atmosphärisch dichter, abenteuerlicher Kinderroman, der einen von Anfang an fesselt. Ein bisschen Charles Dickens, ein bisschen Steampunk und ganz viel Herz und Freundschaft.
Benedict Mirow erzählt eine spannende, warmherzige Geschichte, an die man noch lange zurückdenkt. Mit leichter Hand webt er darin Wissenswertes und Details zum Nachdenken ein. Vor dem Hintergrund des viktorianischen London nehmen wir an der ersten Weltausstellung teil, hören vom Bau der U-Bahn und lernen den allerersten Anästhesisten der modernen Medizin kennen. Unaufdringlich, aber unausweichlich zeigt er soziale Ungerechtigkeit, Klassenunterschiede und kolonialistische Leibeigenschaft in einer Gesellschaft, die sich doch für so fortschrittlich hält.
Außerdem nominiert waren:
Matthias Kröner: Detektiv Ameisis (Beltz&Geldberg)
Rieke Patwardhan: Maggie Müller ermittelt - Ein GANS furchterregender Fall (Carlsen)
Jury:
Heike Gerdes, Oliver Schlick, Elisabeth Herrmann, David Frogier de Ponlevoy und Anke Kemper (Juryrganisation)
(Die Aussschreibungen für das Jahr 2027 finden Sie hier.)