Der Preis "Kinderkrimi" (bis 12 Jahre) wird seit 2020 getrennt vom Jugendkrimi (ab 12 Jahre) verliehen.

Lena Hach
Was Wanda will (Mixtvision)
(Foto © Anja Schaffner)
Wer einen typischen Kinderkrimi erwartet, sollte von diesem Buch die Finger lassen – oder: Doch nicht! Denn so unkonventionell diese Geschichte daherkommt, wird sie jede Leserin und jeden Leser in den Bann ziehen und begeistern.
Wanda ist die Neue an der Schule. So weit, so normal. Aber weshalb muss sie gleich am ersten Tag der Rektorin versprechen, die Schule nicht „aufzumischen“? Hat Wandas Vater etwa vor seiner Tochter gewarnt?
„Es steht außer Frage, dass er übertrieben hat. Weil er immer übertreibt, wenn es um Wanda geht.“ Hier ist der Wanda-Sound hörbar: Eine Sprache, die sachlich und neutral wirkt, aber gnadenlos subjektiv die Sicht der Figur wiedergibt, aus deren Perspektive gerade erzählt wird. Das ist nicht nur sehr lustig, sondern führt auch vor Augen, wie schnell wir unsere Annahmen für Fakten halten.
Aber nun zu Wandas Ziel: einen wertvollen Gegenstand aus einer Luxusvilla rauben. Dazu braucht sie ein Team. Gefragt sind Unauffälligkeit, Charme, handwerkliches Geschick, Sportlichkeit und kalligrafisches Können. Wanda findet an der Schule tatsächlich fünf passende Leute. Und bei der kriminellen Zusammenarbeit lösen sich ganz nebenbei festgefahrene Rollen und Hierarchien in Luft auf. Das ist so witzig, tief und spannend erzählt, dass beim Lesen der Wunsch aufkommt, selbst Teil von Wandas Team zu werden – Einbruchdiebstahl hin oder her.
Aber: Was will Wanda wirklich?
Das wird auch ihren Verbündeten erst ganz zum Schluss klar. Und nun erscheint Wandas Plan in einem anderen Licht. Verfolgte sie doch kein rein kriminelles Ziel? Gibt es sogar eine moralische Rechtfertigung für den Einbruch? Das muss jede Leserin und jeder Leser selbst entscheiden. Und das ist, neben allen anderen Vorzügen dieses Buches, die große Stärke von „Was Wanda will“.
Außerdem nominiert waren:
Stepha Quitterer: Pepe und der Oktopus auf der Flucht vor der Müllmafia (Gerstenberg)
Christina Wolff: Bildspringer (Woow Books)
Jury:
Anke Küpper, Jana Scheerer, Ella Theiss, Mariella Terzo und Anke Kemper (Juryrganisation)

(Foto © Fotostudio NEVA Düsseldorf)
Jury-Begründung:
Rory Shy und seine Assistentin Matilda begeben sich auf ein Abenteuer, um das Geheimnis von Schloss Eichhorn zu lüften. Mit ihren unterschiedlichen und unerschrockenen Charakteren stellen sie sich den Gefahren, die ihnen auf ihrem Weg begegnen. Doch werden sie es schaffen, das Schloss vor dem Untergang zu bewahren und den zehn Jahre alten Mordfall an einer Lehrerin zu lösen?
Wir haben dieses Buch nominiert, weil es immer spannend, actionreich und sehr gut geschrieben ist. Lustig war auch die Gegensätzlichkeit der zwei Ermittler. Außerdem kann man nie vorhersagen, was als nächstes passiert. Eine spannende Geschichte voller Action und Abenteuer!
Außerdem nominiert waren:
- Oliver Kern: Emma & Tartufo – Mit Schnüffelrüssel auf heißer Spur
- Frauke Scheunemann: T wie Tessa – Codewort Lotusblüte
Jury: Johanna Büchel, Andreas Götz, Maren Graf und Erich Weidinger (Juryorganisation) und Anke Kemper (Jury-Co-Organisation)
2022: Cornelia Franz, Calypsos Irrfahrt, Carlsen Verlag


Eigentlich hatte es für Oscar und seine Eltern ein fröhlicher Segeltörn auf dem Mittelmehr werden sollen, doch dann fischen sie zwei afrikanische Kinder aus dem Meer, deren Flüchtlingsboot untergegangen ist. Bei der darauffolgenden Irrfahrt durch die Hafenstädte mehrerer Anrainerländer müssen sie erfahren, dass sich niemand für diese Kinder zuständig fühlt.
Jury-Begründung:
Eigentlich hatte es für Oscar und seine Eltern ein fröhlicher Segeltörn auf dem Mittelmehr werden sollen, doch dann fischen sie zwei afrikanische Kinder aus dem Meer, deren Flüchtlingsboot untergegangen ist. Bei der darauffolgenden Irrfahrt durch die Hafenstädte mehrerer Anrainerländer müssen sie erfahren, dass sich niemand für diese Kinder zuständig fühlt. Das europäische Verbrechen gegenüber Flüchtlingen wird an diesem Fall eindrucksvoll, aber unpathetisch dargestellt.
Zudem nominiert waren:
- Jens Baumeister: Joscha & Marie und die Frage, wie man seine Eltern rettet ohne einen Urknall auszulösen
Planet Verlag - Ute Krause: Papanini. Pinguin in Gefahr. Edel Books
Jury:
Nina Schindler, Elke Pistor, Sabine Hartmann, Charlotte Habersack und Christina Bacher (Betreuung der Jugendlichen-Jury).
Die Leitung / Jury-Organisation liegt bei Erich Weidinger (Juryorganisation).
2021: Jana Scheerer
Geister sind unser Geschäft, Verlag Woow Books


Jana Scheerer
Geister sind unser Geschäft, Verlag Woow Books
Die Kinder Harald, Wiebke und Trix sind die Spürnasen der Detektei Donnerschlag. Sie lassen sich nicht so leicht täuschen, schon gar nicht von Erwachsenen die den Mythos um die Grüne Johanna für Wirklichkeit halten. Immerhin besagt die Detektivregel 27: Ein Detektiv gibt sich nicht mit übernatürlichen Erklärungen zufrieden. Was also steckt hinter der grün leuchtenden Spukgestalt, die ausgerechnet zur Osterreisezeit abends auf dem Deich des betulichen Nordseestädtchens auftaucht, wenn die Touristen kommen?
Warum fließt in manchen Häusern grünes Wasser aus der Leitung? Und wie funktioniert der grüne Nebel über dem Wasser, der auch noch anfängt zu sprechen? Alle im Ort sind alarmiert. Der Autorin Aurora Schwarz und ihrer Zwillingsschwester, die ausgerechnet jetzt zur Lesung aus Auroras neuestem Buch über das Geheimnis der grünen Johanna anreisen, kann der Wirbel nur recht sein. Die Bürgermeisterin ist jedoch weniger begeistert, denn die aus allen Himmelsrichtungen herbei eilenden Geister- und Schatzjäger sind ihr alles andere als geheuer. Aber die Kids von der Detektei Donnerschlag lassen sich nicht so schnell ins Boxhorn jagen …
Ein Detektivfall, in dem die drei Kinder nach allen Regeln des Detektivhandwerks ermitteln und auf lang gehütete Geheimnisse stoßen.
Dieser Kinderkrimi hat alles, was ein Detektivroman braucht. Überraschend, spannend, humorvoll und ziemlich clever. Die Protagonisten sind mit feinem Gespür und viel Liebe charakterisiert. Die jungen Detektive sind Kinder, die auch mal was falsch machen und Angst haben. Keine Superhelden, worin sie sich von vielen ähnlichen Titeln wohltuend unterscheiden. Die Autorin bestätigt mit diesem Kinderroman die Aussage: Lesen macht Spaß! Bei diesem Buch ist das sogar noch untertrieben!
Zudem nominiert waren:
- Sven Gerhardt: Mister Marple und die Schnüfflerbande – Die Erdmännchen sind los, Verlag CBJ
- Oliver Schlick: Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Verlag Ueberreuter
Für den Jugend-GLAUSER 2021 konnten bis zum 31. Oktober 2021 deutschsprachige Jugendkrimis von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2021 erstmals erschienen sind (Originalausgaben).
Die Liste der eingereichten Romane können Sie hier 233.0K herunterladen.
Jury:
Jutta Siorpaes, Beatrix Mannel, Marion Meister
Betreuung der Jugendjury: Petra Steps.
Juryorganisation: Erich Weidinger.
2020: Charlotte Habersack
Bitte nicht öffnen, Feurig, Carlsen Verlag


Charlotte Habersack
Bitte nicht öffnen, Feurig, Carlsen Verlag
Im vierten Fall mit Nemo, Oda und Fred erwachen erneut Kuscheltiere zum Leben. Drago, das Plüschtier der kleinen Marie, wird gestohlen. Der Dieb verzaubert und verschickt den Drachen in einem Päckchen – An Niemanden – wo der Pfeffer wächst – am Arsch der Welt. Doch Nemo hat einen Plan, einen sehr guten Plan. Er will dem Päckchen-Verschicker eine Falle stellen. Doch alles läuft schief und der Drache wird lebendig und kann tatsächlich Feuer speien. Wird es Nemo gelingen, Drago wieder in ein harmloses Spielzeug zu verwandeln?
Die Autorin überzeugt mit einer gekonnten Mischung aus Humor und Spannung. Ein turbulentes, aufregendes und besonders feuriges Lesevergnügen, mit dem die Kinder großen Spaß hatten.
Zudem nominiert waren:
- Jonathan Cole: Dracula Junior, Vorsicht Vampirjäger, Edel Verlag
- Charlotte Habersack: Bitte nicht öffnen, Feurig, Carlsen Verlag
- Andrea Martin: Die Geheimnisse von Oaksend - Die Monsterprüfung, CBJ Verlag
- Jana Scheerer: Gefahr ist unser Geschäft, Verlag Woow Books
- Annelies Schwarz: Aprilregen, Obelisk Verlag
Für den Kinder-GLAUSER 2020 konnten bis zum 31. Oktober 2019 deutschsprachige Kinderkrimis von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2019 erstmals erschienen sind (Originalausgaben).
Die Liste aller 30 eingereichten Werke können Sie hier herunterladen (PDF).
Die Juroren waren:
Christina Bacher, Beate Maxian und Ortwin Ramadan (Preisträger 2018 des Hansjörg Martin Preises)
Juryorganisation: Erich Weidinger