Der GLAUSER-Preis in der Kategorie "Roman" ist dotiert mit 5.000 Euro in kleinen, nicht fortlaufend nummerierten Scheinen für den besten deutschsprachigen Kriminalroman des vergangenen Jahres.

Der Preisträger 2021 wurde am Samstag, den 24. April 2021, in einer großen Online-Gala verkündet und geehrt, die anstelle der Corona bedingt ausgefallenen CRIMINALE 2021 im Internet statt in Iserlohn gefeiert wurde.

Die Ausschreibung für das Jahr 2022 finden Sie hier ! 

 

                               Preisträger des GLAUSER-Preis 2021 in der Kategorie "Roman": 

                                                                   Tommie Goerz

                                                                   Meier

                                                                   Ars Vivendi

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                                                 Foto: Autorenbild: http://www.tommie-goerz.de/autor

  

 51Mg-ID69GL._SX319_BO1204203200_.jpgBegründung der Jury:

Der Knast ist nicht nur ein Ort, an dem Verbrecher resozialisiert werden sollen. Man kann dort auch sehr viel lernen. Über Menschen, ihr Verhalten, das Verbrechen und ... wie man beim nächsten Mal ungeschoren davonkommt. 

Genau das tut Meier, der unschuldig wegen Mordes 10 Jahre einsitzt und sich sorgfältig auf die Zeit nach seiner Freilassung vorbereitet. Denn er hat einen Plan, dessen Umsetzung sein einziges Ziel ist – Satisfaktion!

Tommie Goerz überrascht von Beginn an. Er kümmert sich weder um Grammatik noch um stilistische Konventionen. Kurze Sätze, prägnante Beschreibungen, keine Schnörkel ... aber so direkt auf den Punkt, dass es die Leserinnen und Leser entweder abstößt oder in die Geschichte hineinzieht. Dazwischen gibt es nichts.

Das Leben im Gefängnis? Scheiße! Das Leben danach? Auch! Aber es gibt viel zu lernen.

Der Autor ist um die Fähigkeit zu beneiden, mit wenigen, kernigen Worten Menschen, Situationen oder Orte so zu beschreiben, dass man sie plastisch vor Augen hat. Er schafft Charaktere, die gleichermaßen glaubhaft realistisch wie erschreckend sind. Dabei zeichnet er ein Bild der Gesellschaft, das wie eine Karikatur der Wirklichkeit wirkt, aber wohl lediglich eine leichte Überzeichnung darstellt.

Meier, der Protagonist, ist das Produkt seines Knastaufenthaltes und wer nach diesem Roman noch vorbehaltlos an die Resozialisierung glaubt, dem ist nicht zu helfen.  Und ... Meier wurde im Knast nicht zum Heiligen. Dennoch hofft und bangt man mit ihm. Er ist ein Underdog, auf dessen Seite man sich einfach schlagen muss. 

Der vorliegende Roman ist ein Plädoyer für den Mut, etwas Ungewöhnliches auszuprobieren und dafür, sich von Konventionen nicht vom Beschreiten neuer Wege abhalten zu lassen. 

Und es ist ein Plädoyer für die menschliche Würde. Ein großartiges Buch, das die Jury mit Freude ausgezeichnet hat. 


 Außerden nominiert waren:

  • Zoë Beck: Paradise City (Suhrkamp)
  • Oliver Buslau: Feuer im Elysium (emons)
  • Christoph Heiden: Zurück im Zorn (Gmeiner)
  • Stefan Slupetzky: Im Netz des Lemming (Haymon)

Für den GLAUSER-Preis, den Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2021, konnten bis zum 30. November 2020 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, deren Erscheinungstermin zwischen Dezember 2019 und November 2020 lag (Originalausgaben). 
Die Liste der eingereichten Romane können Sie  hier herunterladen.

Jury:

Dieter AurassJohanna BüchelAndreas PittlerAndreas Schäfer und Claudia Schmid.

JuryorganisationMichaela Pelz


(Die Aussschreibung für das Jahr 2022 finden Sie hier.)