Der Preis in der Sparte "Debütroman" ist mit 2.000 Euro in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.

Die PreisträgerIn 2020 wurde am Samstag, den 18. April 2020, in einer großen Online-Gala verkündet und geehrt, die anstelle der Corona bedingt ausgefallenen CRIMINALE 2020 im Internet statt in Hannover gefeiert wird.

 

Preisträgerin des GLAUSERS 2020 in der Sparte "Debüt":

Hinterhaus Lioba WerrelmannLioba Werrelmann
Lioba Werrelmann
Foto © ansgarphotography.com
Hinterhaus, Bastei Lübbe

Begründung der Jury:

„Jens ist weg. Und er hat mir nichts von sich dagelassen, abgesehen von einem verklebten Schamhaar und dem kleinen Schwein.“

Lioba Werrelmann hat uns erwischt. Mit einer Sprache, die sich etwas traut, die witzig ist und überraschende Bilder erzeugt, die rhythmisch ist und rockt.

Die Szenerie um ein Berliner Hinterhaus erzeugt aber auch beklemmende Kammerspiel-Atmosphäre. Keine Figur, die nicht skurril ist. Die Atmosphäre in diesem Biotop aus Irren kann man durch die sinnliche Sprache der Autorin riechen und schmecken.

Die anfangs oberflächliche Ich-Erzählerin Carolin wird zur beeindruckenden Heldin. Die in hilfloser Kindlichkeit verharrende Radio-Moderatorin ist, was ihre Arbeit angeht, von ihrem Rechercheur abhängig, was das Leben angeht, von ihrem Partner, dem Orthopäden Jens. Als sie beschließt, eine neue „Carolin“ zu werden, und Fragen zu stellen, fällt sie jedoch immer wieder in Lethargie und Wahn zurück.

Mit ihr erfahren wir auch einiges aus der DDR-Geschichte, viel von der Berliner Gegenwart, aber vor allem – wir fühlen mit ihr. Wir leiden mit ihr. Kein Wunder aber auch, wenn einem plötzlich eine Leiche aus der Wand des Bades in den Schoß fällt. Und dieser miese Ex Jens wieder auftaucht. Im Hinterhaus, dort, wo Carolin bald auch um ihr Leben fürchten muss.

 

Außerdem nominiert waren:

 

 

Für den GLAUSER-Preis, den Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2020, konnten bis zum 30. November 2019 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, deren Erscheinungszeitraum zwischen Dezember 2018 und November 2019 lag (Originalausgaben).

Die Liste aller 60 eingereichten Werke können Sie hier herunterladen (PDF) 124.2K.

Die Juroren waren:

 Uli AechtnerSusanne HanikaKatja KleiberRoland Spranger und Robert Preis.

Juryorganisation: Michael Kibler