Hier finden Sie alle bisherigen PreisträgerInnen der GLAUSER-Krimipreise seit 1987 sowie die jeweils weiteren Nominierten.

2021: Tommie Goerz: Meier, Ars Vivendi

Foto: Autorenfoto

  Tommie_Goerz_Portrait_kl-768x1024.jpg51Mg-ID69GL._SX319_BO1204203200_.jpgBegründung der Jury:

Der Knast ist nicht nur ein Ort, an dem Verbrecher resozialisiert werden sollen. Man kann dort auch sehr viel lernen. Über Menschen, ihr Verhalten, das Verbrechen und ... wie man beim nächsten Mal ungeschoren davonkommt. 

Genau das tut Meier, der unschuldig wegen Mordes 10 Jahre einsitzt und sich sorgfältig auf die Zeit nach seiner Freilassung vorbereitet. Denn er hat einen Plan, dessen Umsetzung sein einziges Ziel ist – Satisfaktion!

2021: Laura Noll, Der Tod des Henkers, Gmeiner-Verlag

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Begründung der Jury:

„Im Sommer 1942 wussten wir nicht alles, jedoch wussten wir genug, um zu wissen, dass wir es nicht genau wissen wollten. „ (S.151)

Laura Noll wagt sich mit ihrem Debüt „Der Tod des Henkers“ an eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Vergangenheit, das Attentat auf Reinhard Heydrich, den Henker von Prag, und die darauffolgenden grausamen Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Besatzer. Wer sich dem Thema deutscher Schuld im Dritten Reich zuwendet und zudem mit einer Fülle an verbürgtem Material konfrontiert ist, setzt sich bei der Literarisierung vielerlei Gefahren aus, doch Laura Noll meistert die Herausforderung, die ihrem Stoff innewohnt.

2021: Raoul Biltgen "Der ruhende Pol" In: Les Cahiers Luxembourgeoises, 3/2020

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Raoul Biltgen

 Raoul Biltgen

Foto: © Philippe Matsas

Ein Mann sitzt in einem Park in einer kleinen Stadt in Luxemburg und zählt. Er will das richtige Verhältnis zwischen Krähen, Kindern, Müttern, Bäumen und allem anderen herausfinden, denn er ist Statistiker und für eine solche Arbeit ausgebildet. Das tut er seit drei Jahren. Sein Ergebnis soll das Leben der Stadt verbessern, und nun steht er kurz davor, eine Lösung zu finden für das Problem.

2021: Andreas Götz

Wir sind die Wahrhei, Verlag Dressler

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Leahs Zwillingsbruder Noah wurde so verprügelt, dass er ins Koma fällt.  Es scheint, als wären Flüchtlinge dafür verantwortlich. Aber wieso, wo Noah sich doch immer als Flüchtlingshelfer engagiert hat? Rechte Kreise schüren die Gerüchte, die nur Sinn machen, wenn Noah sich wirklich heimlich zu einem ausländerfeindlichen Neonazi entwickelt hat. Aber kann das wirklich sein?  

Leah will es nicht glauben. Noah selbst kann sie jedoch nicht fragen, denn er ringt mit dem Tod und niemand weiß, ob er jemals wieder zu sich kommen wird. Auch die verzweifelten Eltern darf sie nicht mit dem belasten, was sie bewegt. 
Denn da sind diese Videobotschaften, die andeuten, dass Noah nicht der ist, für den alle ihn halten. Sind sie echt? Oder Fake? Und welche Rolle spielt Eva, die früher schon für Noah geschwärmt hat?

Der Preis "Kinderkrimi" (bis 12 Jahre) wird seit 2020 getrennt vom Jugendkrimi (ab 12 Jahre) verliehen.

 

2021: Jana Scheerer

Geister sind unser Geschäft, Verlag Woow Books

Geister-sind-unser-Geschäft-Bd-2-9783961770625-771x1024.jpgSchöffling & Co. Verlag – Jana Scheerer

Jana Scheerer

Geister sind unser Geschäft, Verlag Woow Books  

Die Kinder Harald, Wiebke und Trix sind die Spürnasen der Detektei Donnerschlag. Sie lassen sich nicht so leicht täuschen, schon gar nicht von Erwachsenen die den Mythos um die Grüne Johanna für Wirklichkeit halten. Immerhin besagt die Detektivregel 27: Ein Detektiv gibt sich nicht mit übernatürlichen Erklärungen zufrieden. Was also steckt hinter der grün leuchtenden Spukgestalt, die ausgerechnet zur Osterreisezeit abends auf dem Deich des betulichen Nordseestädtchens auftaucht, wenn die Touristen kommen?

2021: Angela Eßer

Die Jury des SYNDIKATS hat den Ehren-GLAUSER 2021 der bei München lebenden Autorin Angela Eßer in Würdigung ihres bereits zwei Jahrzehnte andauernden, herausragenden Engagements im Bereich der deutschsprachigen Kriminalliteratur zuerkannt. 
Die PreisträgerIn 2021 wird am Samstag, den 24. April 2021, in einer großen Online-Gala geehrt.

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 2001 gab Angela Eßer ihre erste Krimi-Anthologie heraus, es folgten bis dato über 20 weitere, 2010 wurde eine ihrer Kurzgeschichte für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. 2002 organisierte sie gemeinsam mit vielen KollegInnen die Criminale in München, 2003 hob sie mit drei MitstreiterInnen das „Krimifestival München“ aus der Taufe und blieb bis 2009 Mit-Organisatorin, 2005 wurde sie für sieben Jahre Sprecherin des Syndikats, 2008 ist sie Mitbegründerin der „Pfälzer Krimitage“ sowie 2014-2018 Chef-Organisatorin der Criminale. Darüber hinaus initiierte sie den „Bloody-Cover-Preis“ und den „Krimitag“ am 8. Dezember. Gemeinsam mit Nina George gründete sie 2011 die Initiative „JA zum Urheberrecht“. Aktuell macht sie sich, federführend mit Stefanie Gregg, für mehr Unterstützung seitens der Bayrischen Landesregierung für AutorInnen während der Corona-Krise stark. Zusammenfassend stellt Angela Eßer sozusagen das personifizierte Netzwerken für den deutschsprachigen Krimi dar.

© Foto: Sarah Koska

 

Begründung der Jury

Die treffende Kombination „Wein & Leichen“ stellt den Beginn der jahrzehntelangen Begeisterung von Angela Eßer für den Krimi dar, denn unter diesem Titel gab sie gemeinsam mit einer Kollegin 2001 ihre erste Anthologie heraus, die sich auch gleich höchst erfolgreich verkaufte. Es sollten noch über 20 weitere Anthologien folgen, von denen auffallend viele mit (tödlich-köstlichen) kulinarischen Genüssen zu tun haben. Doch die Liebe der geborenen Krefelderin zu ihrer Wahlheimat München sollte ihr schließlich 2009 die Nominierung für den Friedrich-Glauser-Preis bringen, und zwar mit der Kurzgeschichte „6 Uhr 23 – Guten Morgen München“ aus der Anthologie München blutrot, erschienen in der höchst erfolgreichen Blutrot-Reihe der Kölnisch-Preußischen Verlagsanstalt, für deren vier Bände sie gemeinsam mit Andreas Izquierdo verantwortlich zeichnete. Das Thema Kulinarik & Krimi macht die Autorin auch bei ihren Kochseminaren zum Inhalt, sei es, dass sie zur Tea-Time mit Miss Marple lädt, die Küchengeheimnisse der Signora Brunetti verrät oder Tödliches mit Whisky hinunterspült. 

Neben ihrem literarischen Schaffen hat sich Angela Eßer auch von Anfang an für die Förderung des deutschsprachigen Krimis engagiert. Gemeinsam mit einer Vielzahl von bayrischen KollegInnen organisierte sie 2002 die Criminale in München, wo auch der Startschuss für die jährliche Verleihung des „Bloody Covers“ fiel, der von ihr erfundenen Prämierung der besten optischen Gestaltung eines Kriminalromans.  Das Stemmen großer Festivals scheint ihr viel Spaß bereitet zu haben, denn bereits im Jahr darauf hob sie gemeinsam mit Till Bastian, Andreas Hoh, Andreas Mäkler und Sabine Thomas das „Krimifestival München“ aus der Taufe, dessen Mit-Organisatorin sie bis 2009 war. Seit München ist sie auch Mitglied im Syndikat, deren Sprecherin sie ab 2005 für sieben Jahre wird, mit wechselnden KollegInnen an ihrer Seite. In diesen Jahren wächst die Mitgliederzahl des Syndikats von noch überschaubaren 200 Personen auf 500 und dann explosionsartig weit darüber hinaus, was eine beachtliche organisatorische und strukturelle Herausforderung dargestellt hat. Es ist unbestritten in besonderem Maß ihrem Engagement zu verdanken, dass das Syndikat heute zu den größten Berufsverbänden seiner Art zählt. In jener Zeit erdachte sie auch den „Krimitag“ rund um den 8. Dezember, Friedrich Glausers Todestag, an dem mit Krimilesungen Geld für einen guten Zweck gesammelt wird. 2008 ist sie Mitbegründerin der Pfälzer Krimitage. Nach einer kurzen Pause übernahm Angela Eßer 2014 für fünf Jahre das Amt der Chef-Organisatorin der Criminale, jenseits der örtlichen Macher des Festivals zuständig für die Akquise neuer Austragungsorte, und das in Zeiten geringer werdender öffentlicher Mittel, sowie für die Stringenz und Wiedererkennbarkeit des größten deutschsprachigen Krimievents.

Des Weiteren hat Angela Eßer in ihrer Zeit als Sprecherin des Syndikats gemeinsam mit Kollegin Nina George die Initiative „JA zum Urheberrecht“ gegründet, denn die grundsätzliche Situation von AutorInnen, stets in ihren Rechten gefährdet und oft in prekären Lebenssituationen gefangen, rückte immer mehr in ihren Fokus. Und so ist es nur folgerichtig, dass sie jüngst im Zuge der Corona-Epidemie federführend gemeinsam mit Stefanie Gregg sowie vielen anderen KollegInnen im Rücken die Bayerische Landesregierung zu mehr Schutz und Unterstützung von KünstlerInnen, natürlich im Speziellen von SchriftstellerInnen, unter anderem mit einem offenen Brief aufforderte.

Und wenn sie gerade nicht so viel zu tun hat, wie geschehen in den letzten zwei Jahren, verliebt sie sich während des Krimistipendiums „Tatort Töwerland“ so sehr in die Insel Juist, dass sie sofort eine Anthologie zu diesem wunderbaren Nordseeeiland herausgibt.

Angela Eßer steht für die Liebe zum Krimi kombiniert mit dem Willen und der Tatkraft, das Genre selbst sowie dessen „Hinterland“ stärken und vorwärts bringen zu wollen. Sie ist Netzwerkerin im besten Sinn des Wortes, und dafür gebührt ihr unser Dank.

Die Ehren-GLAUSER-Jury des SYNDIKATS 2021: Tatjana KruseSabina Naberund Paul Lascaux.