Revanche à la Provence
Andreas Heineke

Emons Verlag

Taschenbuch

ISBN 978-3-7408-2173-9

14,– € [D], SFr. 20,– [CH], 14,40 € [A]
Fesselnde Krimispannung in einer Welt der Mode, Macht und Moral.

Juni in der Provence: Die Modewelt blickt gespannt auf Lacoste, einen kleinen Ort im Luberon, wo die letzte Kollektion des verstorbenen Pierre Cardin enthüllt werden soll. Doch kurz vor der Premiere verschwindet eines der Topmodels spurlos. Dorfgendarm Pascal Chevrier ermittelt zusammen mit seiner Kollegin Audrey und macht schockierende Entdeckungen in der Fast-Fashion-Industrie. Dahinter stößt er auf ein tödliches Netz aus Gier und Intrigen, das sich zwischen Modeschöpfern, Models und den Dorfbewohnern spannt.
Andreas Heineke

© Andreas Heineke

Andreas Heineke

Der Hamburger Journalist Andreas Heineke war Radiomoderator, Musikmanager und Dot-Com-Firmengründer, ist Autor hauptsächlich für den NDR, Filmemacher und Regisseur, vor allem aber Buchautor unterschiedlicher Sachbücher. Seit Jahren verbringt er so viel Zeit wie möglich in der Provence.

 

Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Andreas Heineke

Wo schreibst du am liebsten?

In meiner kleinen Airbnb Wohnung in Lourmarin.

Welcher ist dein Lieblingskrimi?

Marcel Huwyler -  Frau Morgenstern und das Böse.

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Moses Wolff.

Warum bist du im SYNDIKAT?

Für die Infos über den Krimimarkt, nette Kollegen und sich zusmmentun ist immer gut.

Dein Lieblingswort?

Rosé.       

Dein Sehnsuchtsort?

Lourmarin im Luberon (Provence).

Dein Lieblingsgetränk?

Wein.      

Dein Lieblingsmord?

Der Tod von Boris im Kofferraum in Achtsam Morden. 

Wo findest du Ruhe?

Bei mir zuhaue in Dithmarschen, unter meinem Apfelbaum.

Wo Aufregung?

Ich bin durch meinen Job als Filmemacher viel in Großstädten unterwegs, da eigentlich immer.

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Wie kommen Dir diese ganzen Ideen?

Leseprobe

Noch hundert Meter den Abhang hinunter. Das gelbe Licht kam näher, beschien schwach die Steine und die verlassenen dunklen Häuser. Kein Laut tönte durch das Dorf, nur ihre Schritte, wie sie sich behutsam über das Kopfsteinpflaster schoben. Doch etwas mischte sich darunter, ein kaum wahrnehmbarer Hall von links hinter ihr – oder neben ihr?
Ein leichtfüßiges Trippeln? Sie drehte sich um, doch da war nichts. Nichts zu sehen, nichts zu hören, kein Laut mehr. Jezebel spürte, wie sich eine Gänsehaut über ihre Arme legte, über ihren Rücken kroch. Ihr Herz schlug schneller, stolperte. Plötzlich fühlte sie sich so wahnsinnig allein, so einsam. Und so fühlte es sich fast erlösend an, als sich das weiche Tuch über ihr Gesicht legte, Druck ausübte und sie das Bewusstsein verlor. Sanft, so sanft, als fiele sie in den Schlaf, und das tat sie dann. Wie schnell es ging. Schon wenige Minuten später würde sie über den Markt ihrer Heimat laufen, der Flohmarkt, der entsetzliche Flohmarkt, an der Hand ihrer Mutter, rau, auf- gerissen, kaputt.
Warum dieses Bild im Schlaf? Diese Frage hätte sie sich gestellt, wäre genug Zeit dafür gewesen. Doch die gab es nicht. Sie tickte erst weiter voran, als Jezebel sich in einem Raum wiederfand, ein großer Raum, die Decken hoch, alles weiß, ein Atelier vielleicht. Der Geruch des Tuchs hatte ihr das Bewusst- sein geraubt, den Blick getrübt. Sie sah Buntes vor sich, Stoffe, Kleiderhaken, Schmuck. Nichts Genaues, nur Diffuses. Von hinten wurde ihr das Hemd über den Kopf gezogen, jemand griff nach ihrer Jogginghose, seine Finger an ihrer nackten Taille.
»Nein!«, schrie sie. »Nein, dazu wird es nicht kommen.« Der Gegner war hinter ihr, sie konnte nichts sehen, es war zu dunkel, noch dunkler als gerade in den Gassen. Vor ihr ein Tisch, darauf eine Rolle aus Holz. Sie griff danach und schleuderte sie herum, traf dabei hinter sich den Mann. Er stürzte, schlug zu Boden, dann schrie er auf. Sie holte aus, wollte die Holzstange ein zweites Mal auf den Mann fallen lassen, ihn zertrümmern, wie von Sinnen, doch sie wurde gehalten. Ihre schmalen Finger waren auf die Berührung nicht vorbereitet, und so ließ sie das Holz los. Es fiel nicht zu Boden, jemand nahm es ihr aus der Hand, fast behutsam, beruhigend. Sie hörte Stimmen, mehrere Stimmen, Schreie, undeutlich und doch laut.
Etwas wurde ihr auf den Kopf gesetzt, »Mach das Foto«, schrie jemand von irgendwo, wie betäubt stand sie dort, mitten im Raum, bewegungslos für einen Moment, dann riss sie sich das Etwas vom Kopf, es roch nach Meer, und es fühlte sich weich an, wie ein Vogel.
Und dann wechselte der Geruch, als sei sie in einer Wäscherei. Wie damals in Ghana am Strand, mit all den Farben und dem bunten Meer. Diesem unnatürlichen Meer. Warum hatte es nach Meer gerochen? Gerade begannen sich ihre Augen an das Licht zu gewöhnen, doch waren da nur noch Dampf und Hitze, Nebel. Wie ein zu großer Vogel stand sie im Raum, dann wurde sie gepackt, ein schwarzes Kleid wurde ihr über den Kopf gezogen, nur diesmal verdeckte der Stoff ihre Augen bis in alle Unendlichkeit.

Rezension

Heineke gelingt ein spannender Mix aus Lokalkolorit, Gesellschaftskritik und historischem Hintergrund, der 320 Seiten lang fesselt, euch in die Provence entführt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt

Mein Frankreich

Das SYNDIKATS-Gewinnspiel

Das Buch „Revanche á la Provence“ spielt zum Teil im Schloss in Lacoste, dort lebte im 19. Jahrhundert der Marquis de Sade. Welcher Modeschöpfer lebte bis zu seinem Tod im 21. Jahrhundert im selben Schloss?

Zu gewinnen gibt es ein Meet and Greet (und nach der Lesung ein Glas Wein mit dem Autor) nach der Lesung. Termine findet ihr hier: https://www.andreas-heineke.de

Schickt eure Antworten bitte bis zum 28.8.2025 per E-Mail