Köstlich killt der Weihnachtsmann
Anke Kemper, Astrid Plötner

Gmeiner-Verlag

Taschenbuch

ISBN 978-3-8392-0489-4
2023. Auflage, September 2023

14,– € [D], SFr. 20,90 [CH], 14,40 € [A]
Vom Ruhrpott bis ins Sauerland wird gemordet, getrickst, betrogen und gelogen. In 24 Kurzkrimis entartet die besinnliche Zeit. Pfarrer Keule aus Freienohl wundert sich über eine Haschplantage in der Sankt Nikolauskirche. Kommissar Stein ermittelt im Dortmunder Binnenhafen, als am Weihnachtsmarkt schon die nächste Leiche auf ihn wartet. Und während in Schmallenberg ein Hexenhaus in Flammen aufgeht, beseitigen zwei Frauen in Unna ihre lästigen Ehemänner. Als Leckerbissen folgt auf jeden Krimi ein Rezept. Genießbar und vollkommen ungefährlich.
Anke Kemper

Anke Kemper

Anke Kemper (1968) lebt und arbeitet in Freienohl/Sauerland. Sie schreibt Theaterstücke für Erwachsene und spielt selbst leidenschaftlich Theater und Improvisationstheater und führt Regie. Sie ist Inhaberin des adspecta Theaterverlages. Zwischendurch schreibt sie humorvolle Kurzgeschichten und Krimis sowie kabarettistische Texte für Groß und Klein und das Zeichnen kommt auch nicht zu kurz. Einige ihrer Illustrationen findet man in Zeitschriften und Büchern. Mit ihren Kriminalromanen für Kinder ab 8 Jahren klärt sie mit ihrer Heldin Paula Pitrelli spannende Fälle auf.

Mitglied in der Illustratoren-Organisation e. V.

Inhaberin adspecta Theaterverlag www.adspecta.de

Astrid Plötner

© Foto by S.Droste

Astrid Plötner

Astrid Plötner wurde am Rande des Ruhrgebiets geboren, wo sie bis heute lebt. Nach langjähriger Berufstätigkeit im Handel, absolvierte sie ab 2008 erfolgreich ein Fernstudium in verschiedenen Bereichen der Schriftstellerei. 2013 und 2014 wurde sie mit ihren Kurzkrimis „Ausgemobbt“ und „Mordsmasche“ für den Agatha-Christie-Preis nominiert. Seither hat sie weitere Kurzkrimis und mehrere Romane veröffentlicht. Im Besonderen die mittlerweile 5-teilige Serie mit den Ermittlern Maike Graf und Max Teubner, die spannende Kriminalfälle im Ruhrpott, insbesondere in der Region um Unna und Dortmund lösen. Astrid Plötner ist Mitglied im Verein der deutschsprachigen Kriminalliteratur SYNDIKAT e. V. 

Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Anke Kemper und Astrid Plötner

Was hat euch dazu gebracht, ein gemeinsames Buch zu schreiben?

Wir haben uns vor Jahren beim Stammtisch des SYNDIKATS kennengelernt und sind gedanklich auf dem gleichen Level. Da ist ein gemeinsames Projekt schon fast Pflicht. Dieses wollten wir mit einem weihnachtlichen Kurzkrimiband in die Tat umsetzen, der unsere jeweilige Heimat in den Fokus setzt. Wir freuen uns sehr, dass wir den Gmeiner Verlag von diesem Herzensprojekt überzeugen konnten.      

Anke Kemper, nach welchen Kriterien hast du die Settings deiner Kurzkrimis gewählt?

Ich habe zunächst mit meinem Heimatort angefangen und dann in weiteren mir bekannten und favorisierten Gebieten nach schönen und schaurigen Plätzen gesucht. Die gibt es auch zuhauf im beschaulichen Sauerland.

Astrid Plötner, warum schreibst du Ruhrpott-Krimis?

Man mordet am liebsten dort, wo man sich auskennt! Deshalb spielt hier mein erster Kriminalroman „Todesgruß“, aus dem schließlich eine Serie geworden ist. Und weil ich das Ruhrgebiet so liebe, morde und betrüge ich in „Köstlich killt der Weihnachtsmann“ hier in verschiedenen Städten und biete anschließend noch ein zum Krimi passendes Rezept an. Natürlich völlig ungiftig!

Anke Kemper, konntet ihr euch schnell in Sachen Mordmotive und Settings einig werden?

Das ging sehr schnell und unkompliziert. Wir haben unsere Titel, Motive, Mordinstrumente und auch die Rezepte vor der Schreibphase abgesprochen und konnten direkt loslegen. Zwischendurch haben wir gegengelesen und uns bei Fragen gegenseitig unterstützt, das war sehr hilfreich und hat das Projekt beschleunigt.

Astrid Plötner, was fasziniert dich an weihnachtlichen Kurzkrimis?

Die Weihnachtszeit ist eine dunkle, kalte und oft auch sehr hektische Zeit, in der die Menschen sich nach Geborgenheit sehnen. Was gibt es da Schöneres, als es sich mit einem spannenden Buch voller Weihnachtskrimis gemütlich zu machen?

Anke Kemper, was steht bei dir als nächstes Projekt an?

Zunächst einmal ein weiterer Kinderkrimi. In Sachen Theater habe ich auch noch einiges auf dem Plan. Es wird nicht langweilig.

Astrid Plötner, muss es immer Krimi sein?

Der Krimi ist eindeutig mein Favorit. Der Reiz, einmal etwas anderes zu schreiben ist aber durchaus vorhanden. Ob, wie und wann ich das in Angriff nehme, das kann ich allerdings noch nicht sagen.

Leseprobe

DAS ZIMTSTERN-TATTOO

Zimtsterne in Unna-Massen von Astrid Plötner

Draußen war es längst dunkel. Der Massener Hellweg, der den Verkehr mitten durch den Unnaer Ortsteil Massen führte, wurde von dekorativer Weihnachtsbeleuchtung überspannt. Alle Läden an der Verkaufsstraße hatten an diesem Freitagabend vor dem zweiten Sonntag im Advent bereits geschlossen. In einigen Schaufenstern sah man Weihnachtsgirlanden oder leuchtende Sterne. Ein Schaufenster in einer Seitenstraße wurde von einer Mediabox beleuchtet und verkündete Passanten in wechselnden Bildern die neuesten Lokal-Nachrichten des Hellweger Anzeigers. Obwohl dieser Laden ebenfalls geschlossen war, konnte man im hinteren Bereich noch Licht brennen sehen. Inhaber Robert Jablonski saß mit zwei weiteren Männern an einem kleinen Tisch. Heute würde er nicht pünktlich nach Hause kommen, denn etwas Unfassbares war passiert. Und darüber musste er dringend mit seinen Freunden, dem Journalisten Tom Sperling und dem Lokalpolitiker Oliver Rath, reden. »Ich hatte heute ein Gespräch mit einer Kundin. Sie ist am Vormittag von Dortmund mit der S-Bahn gekommen und auf unserem Bahnsteig ausgestiegen, als die Kriminalpolizei ebenfalls dort eintraf. Man hat einen Toten auf einer der Wartebänke gefunden.« …

DAS DING MIT DEM DONG

Käse-Fondue in Freienohl von Anke Kemper

Pfarrer Keule schmiss wütend das Telefon auf seinen Schreibtisch. »Nicht das auch noch!«, rief er verzweifelt und lehnte sich tief atmend in seinem wackeligen Schreibtischsessel zurück. »Gott vergelt’s, Gott vergelt’s«, schnatterte sein Nymphensittich Josef. »Ach, Josef, das hilft mir jetzt auch nicht, halt mal deinen Schnabel«, antwortete der Pfarrer genervt. Am liebsten würde er den Vogelkäfig mit einem Tuch zudecken, damit der Sittich endlich Ruhe gab, aber das Tier würde protestieren, es war noch nicht Schlafenszeit, und der schlaue Vogel wusste das. Keule hatte seinem Bruder versprochen, gut auf Josef aufzupassen, als der im Frühjahr von München nach Melbourne ausgewandert war. Der Pfarrer war sich sicher, dass sein jüngster Bruder dem Sittich mit Absicht das dämliche »Gott vergelt’s« vorher beigebracht hatte. Etwas anderes konnte das Tier auch nicht von sich geben. Keule wühlte in seinen Unterlagen. Er hatte jetzt alle Elektriker im gesamten Sauerland abtelefoniert, niemand war in der Lage, vor dem Heiligen Abend die Elektronik der Kirchenglocken in der Sankt-Nikolaus-Kirche zu reparieren. Einige hatten sogar gemeint, wie er denn auf die Idee käme, dass es an der Elektronik läge. Wenn doch eine Glocke funktionierte und die anderen nicht, müsse ein ganz anderes Problem vorliegen. …

Das SYNDIKATS-Gewinnspiel

Wir verlosen zwei Exemplare von „Köstlich killt der Weihnachtsmann“.

Hier kommt die Frage: In welchen beiden Regionen spielen die Kurzkrimis in „Köstlich killt der Weihnachtsmann“?

Schickt eure Antworten bitte bis zum 6.12. über das Kontakt-Formular auf der Webseite von Astrid Plötner.

https://www.astrid-ploetner.de/kontakt/