Im Schatten der Ruinen
Thriller
Peter Klisa
Heyne HC
Taschenbuch
Peter Klisa
Peter Klisa, 1970 in Frankfurt am Main geboren, lebt im äußersten Südwesten Deutschlands, im Dreiländereck zu Frankreich und der Schweiz. Er ist Chemiker und produziert raffinierte Einsatzstoffe für die Bau- und die Automobilindustrie.
„In den letzten Stunden der Dunkelheit“ ist sein erster Roman.
Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Peter Klisa
Wo schreibst du am liebsten?
Bei meinen Schwiegereltern unterm Dach.
Was ist das Beste am Schreiben?
Die Freiheit, unbegrenzte Welten, Figuren und Geschichten erschaffen zu können.
Was ist das Schlimmste am Schreiben?
Egal, wie man es dreht, der Tag hat nur 24 Stunden.
Welcher ist dein Lieblingskrimi?
„The Good Guy“ von Dean Koontz. Sehr, sehr spannend.
Warum bist du im SYNDIKAT?
Um Autoren, Schreibverrückte und schreibverrückte Autoren zu treffen.
Dein Sehnsuchtsort?
Dort, wo meine Frau ist.
Dein Lieblingsgetränk?
Irish Mule (Jameson Whiskey, Spicy Ginger Limonade, Limettensaft).
Leseprobe
»Captain, eine Sekunde.« Major Gort winkte Wallet zu sich, während die anderen Offiziere den Raum verließen.
Wallet hielt im Flur inne. Rechts und links gingen Büros des Signal Corps ab. Ein Stabsoffizier diktierte einer Stenotypistin bei offener Tür einen Brief. Ein Kurier lief mit einer Meldetasche den Korridor entlang, ein Private sortierte Briefe aus einem Handwagen in eine lange Reihe Postfächer.
»Sir?«
Gort verschränkte die Arme vor der Brust. »Um eines klarzustellen: Ich will Sie nicht in meiner Einheit haben. Eigentlich brauche ich jeden Mann, aber ich habe alles versucht, um Sie loszuwerden.«
Ich mag dich auch nicht, du aufgeblasener Bürokrat, dachte Wallet.
Gort wedelte mit der Hand vor Wallets Gesicht herum. »Leider sind General Clay Erfolge wichtiger als moralische Integrität. Er besteht darauf, dass Sie in Berlin bleiben, weil Sie vor dem Krieg Detective im Boston Police Department waren. Aber ich werde Sie beim ersten Fehlverhalten in einen Dampfer nach New York setzen. Haben Sie das verstanden?«
Wallet betrachtete die kahle Stelle über Gorts Stirn, die sein Vorgesetzter mit sorgfältig zur Seite drapierten Haaren zu kaschieren versuchte.
»Haben Sie mich verstanden, Captain?« Gort presste die Lippen zu einem verschrumpelten Strich zusammen.
»Ich habe mich nicht darum gerissen, auf diesen Schutthaufen versetzt zu werden, Sir.«
»Daran sind Sie selbst schuld«, erwiderte Gort. »Ich verstehe überhaupt nicht, warum Sie noch in der Army sind. Spätestens als Sie diesen Major verprügelt haben, hätte ich Sie rausgeschmissen. Bei mir wären Sie nicht mit einer Strafversetzung davongekommen.«
Wallet rührte sich nicht. Der Kurier warf ihm im Vorbeigehen einen Blick zu – und sah schnell wieder weg. »Es war ein Colonel.«
Gort runzelte die Stirn. »Was?«
»Es war kein Major, sondern ein Colonel.« Wallet ließ Gort stehen und marschierte den Flur entlang.