Der Trauernde
Robin D. Jensen
tolino media
Taschenbuch
Robin D. Jensen
Hamburger Autor von Krimis und Thrillern, geboren im Jahr 1959. Ursprünglich IT-Berater in einem größeren amerikanischen Unternehmen. Seit 2017 schreibt er vorwiegend Krimis und Thriller.
Seine Krimireihe mit dem Hamburger Kommissar Rainer Zufall hat er zunächst als Taschenbuch im Selfpublishing veröffentlicht. Sie wurden mit neuem Cover und neuem Titel vom Empire-Verlag unter dem Reihennamen „Mörderisches Hamburg“ als eBook herausgegeben. Die Serie besteht inzwischen aus 10 Bänden, wobei es für die beiden neuesten Ausgaben inzwischen auch Taschenbücher gibt. Seit April 2024 gibt es eine neue Reihe mit dem Journalisten Steffen Baumann. Der Titel des ersten Thrillers lautet „Die Tote vor der Tür“. Daneben gibt es weitere Thriller, wie z.B. den Politthriller „Der Umsturzversuch“, den Thriller „Nordsee (üb-)erleben", "Traummann mit tödlichem Geheimnis", einem Irland-Thriller, "Zeuge am See" (auch als Hörbuch erhältlich) oder auch „Der Preis des Hasses“.
Erkennungszeichen: Gatsby-Cap.
Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Robin D. Jensen
Was schreibst du am liebsten?
Ich schreibe am liebsten Krimis und Thriller.
Welcher ist dein Lieblingskrimi?
Bei meinen eigenen ist es „Mord auf Helgoland“.
Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?
Da kann ich niemanden hervorheben.
Warum bist du im SYNDIKAT?
Vor allem wegen Netzwerk, Austausch und Ideenfindung.
Dein Lieblingswort?
Allerdings.
Dein Sehnsuchtsort?
Neuseeland.
Dein Lieblingsgetränk?
Kaffee.
Dein Lieblingsmord?
Gift.
Wo findest du Ruhe?
In meinem Lieblingssessel.
Wo Aufregung?
Bei Netflix oder bei Fußballübertragungen.
Deine persönlich meist gehasste Frage?
Wie kommst du bloß immer auf diese Ideen?
Leseprobe
Es dauerte sechs Tage, bis die Tote gefunden wurde, und das nur durch Zufall. Einmal in der Woche kam ein externer Reinigungsdienst, um den Flur des Hauses, in dem Rosi Eisenbach wohnte, zu putzen. Die Mitarbeiterin Helga Möller, eine fünfzigjährige Frau, stieß beim Fegen versehentlich mit dem Besen gegen die Tür der Wohnung von Frau Eisenbach und bemerkte dadurch, dass deren Wohnungstür nur angelehnt war. Das wunderte sie. Warum war die Tür nicht geschlossen?
»Hallo?«, rief sie. »Ist alles in Ordnung?« Sie trat einen Schritt näher und horchte. Es war alles still, und es roch so unangenehm. Was war da los, fragte sie sich. Vorsichtig betrat sie die Wohnung, und bereits nach wenigen Schritten wurde der Gestank unerträglich. Sie warf einen kurzen Blick ins Wohnzimmer und entdeckte dort eine Frau, die reglos auf dem Sofa unter einer Decke lag. Von dort kam der furchtbare Geruch. Offenbar war die Frau schon vor längerer Zeit verstorben.
Panisch stürmte sie aus der Wohnung, griff mit zitternden Fingern nach ihrem Handy und informierte ihre Firma. »O Gott, ich habe hier gerade … ich meine, o Gott, was ist bloß …«, stammelte sie.
»Nun mal ganz langsam«, antwortete ihre Kollegin am anderen Ende. »Sag mal in Ruhe, was los ist.«
Helga Möller atmete zweimal tief durch und sagte dann: »Ich habe hier in einer Wohnung eine Frau gefunden. Ich glaube, die ist schon länger tot, die stinkt ganz fürchterlich.«
»Was? Bist du sicher?«
»Ja«, rief Helga Möller. »Die ist mit Sicherheit tot. O mein Gott.«
»Okay, ich informiere die Polizei. Wo bist du gerade?«
Die Putzfrau gab ihr die Adresse durch.
»Gut, ich rufe dort an, und du wartest vor Ort auf die Polizei, ja?«
»Mach ich.« Helga Möller beendete das Telefonat und lief dann nach unten, um vor dem Haus frische Luft zu schnappen. Der Anblick der Toten ging ihr nicht aus dem Kopf. Sie hatte das Gefühl, der üble Geruch hatte sich in ihrer Kleidung und ihren Haaren eingenistet. Erleichtert sah sie zehn Minuten später den Polizeibeamten entgegen, die vor dem Haus hielten und auf sie zukamen.
»Hier soll eine tote Frau liegen? Haben Sie die Polizei informiert?«
Sie schüttelte den Kopf. »Nein, das hat meine Kollegin gemacht. Aber ich habe die … Leiche gefunden.«
»Wo liegt sie?«
»Im zweiten Stock, gleich die erste Tür.«
Ein Polizist betrat das Haus, sein Kollege blieb unten bei der Reinigungskraft.
»Wie kommt es, dass Sie sie gefunden haben? Ich denke, Sie putzen nur im Hausflur?«, fragte der Polizeibeamte kritisch.
»Ja, das stimmt. Aber als ich mit dem Besen gegen die Tür gestoßen bin, ist die plötzlich aufgegangen. Ich habe gerufen, und dann habe ich diesen schrecklichen Gestank bemerkt. Ich bin dann rein, und da habe ich sie gefunden.«
Der Beamte notierte die Daten der Zeugin und ihre Aussage. Kurz darauf kam sein Kollege, der sich immer noch ein Taschentuch auf die Nase drückte. »Puh, da drinnen stinkt es furchtbar. Wir müssen einen Arzt rufen, der den Totenschein ausstellt. Die Frau liegt da bestimmt schon mehrere Tage. Das ist kein schöner Anblick.«
»Was denkst du? Natürlicher Tod, Suizid oder Verbrechen?«
»Boah, keine Ahnung. Warum fragst du?«
»Na ja, wenn die Todesursache unbekannt ist, sollten wir die Kriminalpolizei einschalten.«
»Ach so, ja. Ich sage mal in der Zentrale Bescheid.«
Sie entließen die Frau, nachdem sie sowohl ihre Adresse als auch die ihres Arbeitgebers notiert hatten, und informierten die Einsatzzentrale. Helga Möller holte nur noch schnell ihre Reinigungsutensilien aus dem Hausflur und war dann froh, den Ort verlassen zu können. Eine halbe Stunde später trafen ein Rechtsmediziner und ein Kriminalbeamter mit seiner Kollegin ein.
»Hallo zusammen. Mein Name ist Jacobsen, das ist meine Kollegin Seifert. Hier soll es eine Tote mit ungeklärter Todesursache geben?«
»Ja, im zweiten Stock. Der Doktor ist bereits oben. Machen Sie sich auf etwas gefasst«, ergänzte er.
Sie informierten die Kommissare über die Aussage der Putzfrau. Danach stiegen Jens Jacobsen und Bianca Seifert in den zweiten Stock, um die Tote zu begutachten. Der Rechtsmediziner Malte Krämer war schon bei der Arbeit. Die Fenster in der Wohnung waren zwar alle geöffnet, aber der Leichengeruch war immer noch äußerst heftig.
»Na, Herr Doktor, kannst du schon etwas sagen?« Jacobsen blickte auf die Tote, die friedlich auf dem Sofa lag. Er bemerkte die Kerzen und die Blumen auf dem Wohnzimmertisch und machte rasch ein Foto. »Suizid?«, fragte er und schluckte heftig. Seine Kollegin hielt sich die Nase zu.
»Das habe ich im ersten Moment auch gedacht«, antwortete Krämer.
»Aber?«, fragte Jacobsen.
»Nun ja, ich habe noch nie erlebt, dass jemand sich selbst erwürgt hat.« Er deutete auf die entsprechenden Male am Hals der Toten, die jetzt deutlich sichtbar waren.
»Also Mord?«, entfuhr es dem Kommissar.
»Ja, auf jeden Fall«, stimmte der Rechtsmediziner zu. »Keine Frage.«
»Kannst du die Spurensicherung informieren?«, bat Jacobsen seine Kollegin.
»Ja klar, mache ich draußen«, antwortete sie und stürmte aus der Wohnung, froh, einen Grund zu haben, dem üblen Gestank zu entkommen.
Jacobsen zog sein Handy heraus und machte erneut Fotos von der Toten, aber auch noch einmal mehrere von dem Tisch.
Das SYNDIKATS-Gewinnspiel
Aus wie vielen Bänden besteht die Reihe „Der Journalist“? Zu gewinnen gibt es ein Exemplar aus der Reihe „Der Journalist". Antworten bitte bis 21.1.26 per Mail .
