Literatur und nationale Identität
Michael Wagner

Literatur und nationale Identität

Österreichbewußtsein bei Franz Werfel

Praesens Verlag

Taschenbuch
1., Aufl., Januar 2009
sofort lieferbar
ISBN 9783706905275
32,10 € [D], 33,– € [A]
     
In der unsicheren Situation (Deutsch-)Österreichs nach 1918 verfochten beinahe alle politischen Gruppierungen den Anschluß an Deutschland. Es fehlte die Orientierung, der entstandene Rumpfstaat besaß scheinbar weder Vergangenheit noch Zukunft. Werfel war einer der seinerzeit erfolgreichsten Schriftsteller, dessen Werk hier erstmals konsequent im Kontext der Ersten Republik untersucht wird. Dabei zeigen sich Übereinstimmungen mit anderen zeitgenössischen Autoren, über deren völkerpsychologische Abgrenzungsversuche gegen Deutschland Werfel allerdings weit hinausgeht. In seinen Texten zeigen sich Parallelen zu den Positionen konservativer Historiker und eine signifikante Nähe zum sogenannten Austrofaschismus. Dahinter verbirgt sich allerdings keine politische Anbiederung oder Verstrickung. Vielmehr kommt darin die Absicht zum Ausdruck, eine Alternative zum vorherrschenden deutschnationalen Blickwinkel zu liefern. Werfels Prosa impliziert eine Identitätskonstruktion, die sich auf die habsburgische Vergangenheit, besonders aber auf den Katholizismus stützt, und endlich sogar ihr eigenes Scheitern begründet.

Michael Wagner

Michael Wagner, Jahrgang 1968, ist Ingenieur der Produktionstechnik und gelernter Journalist. Heute arbeitet er als PR-Experte für ein großes Industrieunternehmen und lebt in der Nähe von Marburg. Sein Erstlingsroman rund um den Antihelden Theo Kettling ist auch eine Liebeserklärung an seine Heimat, das Märkische Sauerland.