Zernetzt

Zernetzt

Thriller

Knaur Taschenbuch

Taschenbuch
März 2018
sofort lieferbar
Mit Gewinnspiel!
ISBN 9783426216668
14,99 € [D], 15,50 € [A]
     

Ein fesselnder Cyber-Thriller über Macht und Kontrolle von sozialen Netzwerken. Für Fans von Dave Eggers, Karl Olsberg und Daniel Suarez.
Das soziale Netzwerk des Berliner Start-Ups 'Spannwerk' hat die Macht des Silicon Valleys gebrochen. Philipp, gut vernetzter Berater, soll sich während seines Sabbat-Jahrs in Oxford eigentlich entspannen, aber nach kurzer Zeit kommt er einem undurchsichtigen Forschungsprojekt auf die Spur: Die nächste Stufe des Netzwerks – eine Kooperation zwischen 'Spannwerk' und der Universität Oxford – liest Gehirnströme aus, speichert jeden Gedanken, verbindet die Menschen. Elektronische 'Sekretäre' organisieren den Alltag. Und in der erweiterten Realität des Netzwerks taucht Philipp in das Leben seiner Kontakte ein. Insbesondere in das von Monia, mit der ihn sein 'Sekretär' verkuppeln will.
Doch dann kommt einer seiner Kontakte unter mysteriösen Umständen ums Leben. Und als Philipp mit Nachforschungen beginnt, reißen immer mehr Erinnerungslücken in seinem Kopf auf.
Eine packende Suche nach Wahrheit in einem digitalen Netz aus Lügen und Macht. Ein Wissenschafts-Thriller aus der vernetzten Gesellschaft.

Anselm Rodenhausen

Anselm Rodenhausen

Anselm Rodenhausen, geboren 1980, ist Jurist und spezialisiert auf Kartellrecht in der Technologiebranche. Als Anwalt in einer deutsch-britischen Wirtschaftskanzlei hat er internationale Netzwerkbetreiber und Tech-Unternehmen beraten. Daneben veröffentlichte er eine Vielzahl von Fachbeiträgen zu rechtlichen Aspekten der digitalen Revolution. Der Wissenschafts-Thriller »Zernetzt« ist seine erste nicht-juristische Auseinandersetzung mit den Fragen der vernetzten Gesellschaft. Anselm Rodenhausen lebt und arbeitet in Brüssel.

Zernetzt ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 10. Dezember 2018.

Drei Fragen an Autor Anselm Rodenhausen

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Bislang nur eins, zumindest nur ein veröffentlichtes: "Zernetzt" - ein Thriller aus der vernetzten Gesellschaft. Aber das nächste ist in Planung und auch darin (so viel sei bereits verraten) geschieht das Verbrechen im digitalen Raum.

Was ist Ihre Lieblingstatwaffe?
Neue Technologie. Das kann ein vollautomatisiertes Auto sein, ein aus dem Internet ferngesteuerter Toaster oder eben ein wildgewordener Staubsaugroboter. Insgesamt bietet die Digitalisierung viele neue tödliche Möglichkeiten.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Ich bin kein Technik-Feind. Ganz im Gegenteil! Aber je stärker die Technik in unseren Alltag eindringt (ob als Künstliche Intelligenz oder über das Internet der Dinge), desto grösser die Gefahr, dass sie den Menschen zur Strecke bringt. Und daraus ergibt sich eine Unmenge kriminell-spannender Geschichten.

Rezensionen

"Vertrauen, Verrat und zahlreiche Twist in der Handlung machen die Lektüre von "Zernetzt" so kurzweilig wie bei einem guten Spionageroman."
Peter Schmitz, c't Magazin

"...ein rundum gelungener Cyberthriller über Macht und Kontrolle von sozialen Netzwerken."
Hans Luthardt, StartingUp Magazin

Leseprobe:

Prolog
Philipp trat vor das Panoramafenster in Bens Büro und sah hinab.
In der Tiefe hockte der Büroturm der Deutschen Bahn neben den anderen Altbauten am Potsdamer Platz.
Wie klein sie sich machten – als schämten sie sich dafür, dass sie mit den Neubauten nicht länger mithalten konnten. Mit den architektonischen Wundern des neuen Berlins. Der Hauptstadt des Neuen Digitalen Reiches.
Es war zu schnell gegangen, dachte Philipp. Das alles hier, um ihn, unter ihm. Der Aufstieg. Keine zwei Jahre war es her, dass er selbst noch in einem der Zwergentürme gehaust hatte, bevor er mit GQU in die 47. Etage des 304 Meter hohen Gebäudes gezogen war.
War das Größenwahn? Oder nur konsequent, wie Ben und Justus sagten. Schließlich hatten sie mit Spannwerk das richtige Unternehmen beraten. Das richtige unter den tausenden Start-up-Sternchen; das eine, das nicht verglüht, sondern erstrahlt war, und GQU mit ihm. Philipp trat näher ans Glas.
Sein Spiegelbild legte sich über die neuen Türme, teils noch von dem Geflecht der Baugerüste überzogen, die in den Himmel stiegen, immer höher, als wäre das nicht länger Berlin sondern Metropolis. Wahr gewordene Science Fiction.
Über dem Kranausleger eines Nachbarturms spiegelten sich Philipps schwarze Haare. Etwas zu durchsichtig bemühten sie sich, die wachsenden Geheimratsecken zu verdecken – dabei war er gerade erst Anfang dreißig.
Nicht dass er es nicht verdient hätte, seinen persönlichen Aufstieg. Den hatte er sich hart erarbeitet. Vielleicht zu hart.
»Du und dein beschissenes Vielleicht«, sagte Ben.
Der perfekte Ben – den Hipsterbart perfekt getrimmt, den Seitenscheitel perfekt gescheitelt, im perfekten Gleichgewicht mit sich und seiner perfekten Büroeinrichtung.
»Dann geh doch zu deinen Philosophen.«
Philipp reagierte nicht sofort. Ihm war, als stände er nicht wirklich hier, gegenüber Ben. Als wäre das nur eine von Spannwerks Simulationen, nichts als eine Erinnerung.
»Bevor du uns noch ausbrennst«, sagte Ben und warf sich in seinen originalen Marcel-Breuer-Sessel, den er für Unsummen irgendwo im Osten ersteigert hatte.
Hinter Ben, am Horizont, strahlte das neue Wahrzeichen Berlins in der Abendsonne.
Der Gläserne Wolkenkratzer. Spannwerks Konzernzentrale. Kilometer vom Zentrum entfernt und doch alles überragend.
Spannwerk. Die Erinnerungslinien in Philipps Kopf zogen sich zusammen wie eine Schlinge.
Ob das etwas geändert hätte? Wenn er damals gewusst hätte, was sich im Spannwerk anbahnte?
»Ich mach die Gropius-Präsentation im Auto fertig.« Mit einer perfekten Wippbewegung schwang sich Ben auf die Beine und lief zielstrebig zur Tür.
Vielleicht war das der Grund, warum er Ben damals erwürgen wollte. Nicht weil er perfekt war, sondern weil er stets wusste, was er wollte, genau wusste, wer er war. Anders als Philipp.
»Schick du das Dokument dann ins Werk«, sagte Ben, schon auf der Schwelle. »Nolan wartet darauf.«
Philipp nickte nur.
Vielleicht hätte er Ben noch etwas hinterhergerufen – wenn er gewusst hätte, dass er ihn nie wieder sehen würde. Aber das hatte er damals nicht gewusst. Natürlich nicht.
Warum führte ihn sein elektronischer Sekretär überhaupt in diese Erinnerung zurück? Weil er damals den Tod seiner Kontakte noch hätte verhindern können? Weil er an jenem Abend die Entscheidung gefällt hatte, Berlin zu verlassen? Zu den Philosophen zu fliehen, nach Oxford, dorthin, wo sich die Fäden des Netzwerks nur noch dichter um ihn spinnen sollten …