In tödlicher Gesellschaft
Kristina Herzog

In tödlicher Gesellschaft

Kriminalroman

Piper

Taschenbuch
Juli 2018
sofort lieferbar
ISBN 9783492501460
12,99 € [D], 13,40 € [A] , SFr. 17,90 [CH]
     

Mysteriös, spannend und unterhaltsam: Das Berliner Ermittlerduo Rosenberg & Neubauer ermittelt dieses Mal im Umfeld des deutschen Hochadels

 

Schlossherr Felix Graf von Keitenburg ist verschwunden und die Umstände sind undurchsichtig. Kriminalkommissar Alex Rosenberg und seine Kollegin Kathleen Neubauer müssen undercover im Schloss ermitteln, nachdem andere Kollegen dort bereits gescheitert sind. Die Adeligen sind eine verschworene Gemeinschaft und behalten ihre Geheimnisse in den eigenen Kreisen, sodass ihr Einsatz die letzte Chance zur Aufklärung des Falles ist. Den beiden Kommissaren fällt es nicht leicht, den strengen Regeln des Adels zu folgen und nebenbei ihr Leben außerhalb des Schlosses zu meistern. Irgendwie schaffen sie es, sich durch Jagden, festliche Dinners, Musikabende und Bälle zu schummeln, aber der Graf bleibt verschwunden und immer mehr suspekte Geheimnisse tun sich auf...

Kristina Herzog

Kristina Herzog

Kristina Herzog studierte nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr Jura und Mediation in Berlin und Heidelberg. Sie hat diverse Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Ihr Kurzkrimi „Weit draußen“ wurde für den NordMordAward 2011 des Deich-Verlages nominiert, „Schlaf Lubo“ für den Kurzgeschichtenpreis des Candela-Verlages. 2013 erschien ihr Politthriller „Führers Vermächtnis“, im Jahr 2015 folgte ihr Krimi „Abschiedskonzert“, der erste Fall für das Ermittlerduo Rosenberg und Neubauer. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin.

In tödlicher Gesellschaft ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 03. September 2018.

Drei Fragen an Autorin Kristina Herzog

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?

Es lag so nah, nachdem ich als Juristin in Robe vor Gericht stand und den einen oder anderen Kriminellen anklagte, mich auch schreibtechnisch mit ihnen zu befassen, nachdem ich die Robe an den Nagel hängte. Außerdem sind die Rätsel, die aus abgründigem menschlichen Verhalten erwachsen, doch wahnsinnig spannend.

Was ist ihre Lieblingstatwaffe?

Das kommt ganz auf die Umstände an. Ich bin da weitgehend flexibel. Je nachdem, was meinen Figuren am meisten liegt.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?

Nun, manchmal muss man dem inneren Drang nachgeben. Ich liebe Rätsel, menschliche Abgründe, die Eigentümlichkeiten des Lebens, Dinge, über die man nachdenken kann. Und all das verbindet sich auf wundervolle Weise in Kriminalromanen.

Leseprobe:

1. Kapitel
Mit stechender Seite hetzte Alexander Rosenberg hinter dem Einbrecher her. Sein pfeifender Atem bildete in der beißenden Kälte kleine Wölkchen. Nur noch ein paar Schritte war er von ihm entfernt. Seine Kollegin Kathleen Neubauer war ein gutes Stück hinter ihnen. Ein paar Meter vor ihnen kam plötzlich ein dick eingemummelter kleiner Junge aus einer Einfahrt, der gedankenverloren einen Ball vor sich her kickte. Er war so auf das Spiel fixiert, dass er seine Umwelt nicht zu bemerken schien. Alex hatte aufgeholt. Gleich hatte er den Flüchtigen, den sie mit etwas Glück auf frischer Tat ertappt hatten. Es war überraschend, welche Kondition der Typ hatte, schließlich hatte er einige Jährchen mehr auf dem Buckel als die beiden Kommissare. Und die klirrende Kälte, die in der Luft hing, machte das Durchatmen schwer. Der Junge stand jetzt mitten auf dem Bürgersteig und blickte überrascht auf. Nun war der Kerl auch schon neben ihm, aber anstatt ihn einfach zu umrunden und weiterzulaufen, blickte er sich blitzschnell nach Alex um, packte den Jungen dann bei den Schultern und stieß ihn in dem Augenblick auf die Straße, als ein Auto heranraste, bevor er weiterrannte. Der Junge wurde auf die Straße geschleudert und fiel hart auf den Asphalt. Der Autofahrer schien nichts von dem kleinen Drama zu bemerken. Alex wog nur den Bruchteil einer Sekunde ab, was er tun sollte, dann sprang er auf die Straße, so dass er zwischen dem herannahenden Auto und dem auf der Straße liegenden Jungen zu stehen kam und griff im selben Augenblick nach dem Körper des Kindes. Seine Hände rutschten an dem dicken Stoff des Schneeanzuges ab, den das Kind trug, bevor Alex es endlich zu fassen bekam. Es war klar, dass der Verbrecher inzwischen über alle Berge war, aber er konnte den Jungen nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Mit dem Kind auf dem Arm sprang er zwischen die parkenden Autos und sah aus dem Augenwinkel, wie das Auto, das jetzt endlich abgebremst wurde, schlingernd ein gutes Stück entfernt zum Stehen kam. Er spürte, wie sein Herz klopfte. Behutsam setzte er den Jungen auf den Bordstein. Er war bei Bewusstsein und starrte Alex mit aufgerissenen Augen an.
„Alles okay. Es passiert dir nichts. Ich bin Alexander Rosenberg und wie heißt du?“, sagte Alex sanft und strich dem Jungen über den Kopf. Er konnte nicht älter als sechs oder sieben Jahre sein.
„Jasper.“, nuschelte er durch eine Zahnlücke.