Haremsblut
Kristina Herzog

Haremsblut

Kriminalroman

Piper Verlag

April 2018
sofort lieferbar
ISBN 9783492501453
13,99 € [D], 14,40 € [A] , SFr. 19,50 [CH]
Sonderpreis 0,– €
     

Das ungewöhnliche Berliner Polizisten-Duo Alexander Rosenberg und Kathleen Neubauer ermittelt in einem ominösen Vermisstenfall in der orientalisch-geheimnisvollen Umgebung Marokkos!


Kurz vor seinem geplanten Urlaub an der Nordsee bekommt Alexander Rosenberg einen seltsamen Vermisstenfall auf den Schreibtisch: Die junge Malerin Vera Schwarze ist in Marokko verschwunden - man vermutet sie im prunkvollen Palast des wohlhabenden, aber auch gefährlichen Oman Mokthari. Alexander stößt auf Ungereimtheiten und Widersprüche - Grund genug für ihn, die geplante Nordsee-Reise nach Marokko umzubuchen, wovon seine Reisebegleitung und Verlobte gar nicht begeistert ist - und nicht nur das: Was sie in Marokko und Kathleen in Berlin nach und nach herausfinden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren...

Kristina Herzog

Kristina Herzog

Kristina Herzog studierte nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr Jura und Mediation in Berlin und Heidelberg. Sie hat diverse Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Ihr Kurzkrimi „Weit draußen“ wurde für den NordMordAward 2011 des Deich-Verlages nominiert, „Schlaf Lubo“ für den Kurzgeschichtenpreis des Candela-Verlages. 2013 erschien ihr Politthriller „Führers Vermächtnis“, im Jahr 2015 folgte ihr Krimi „Abschiedskonzert“, der erste Fall für das Ermittlerduo Rosenberg und Neubauer. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin.

Haremsblut ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 23. Juli 2018

Drei Fragen an Kristina Herzog

Wann begann ihre kriminelle Laufbahn?

Ohne meinen Anwalt sag ich nix. Nur vielleicht…mein erster Thriller „Führers Vermächtnis“ erblickte 2013 das Licht der Bücherwelt.

Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto?

Da muss man zwischen kleinen Sünden, namentlich Kurzgeschichten, von denen es inzwischen schon so einige gibt und ausgewachsenen Straftaten unterscheiden: Das hier ist mein dritter Roman und der zweite, in dem das ungewöhnliche Ermittlerduo Alex Rosenberg und Kathleen Neubauer ermitteln.

Was haben Sie zu ihrer Verteidigung zu sagen?

Es ist wie es ist. Ich bin ertappt. Aber diese Geschichte drängte sich mir förmlich auf, denn meine Freundin Gisela hat sie erlebt. Dadurch sind die Einblicke in das Innere eines Harems und die äußeren Umstände so authentisch wie irgend möglich.

Leseprobe:

Ihr Atem ging schwer, während ihre Nerven Sirtaki tanzten und das Blut in ihren Ohren rauschte.
Vera stand in der schummrigen Diele ihrer Wohnung und hielt den cremeweißen Briefumschlag in der Hand. Sie wusste, dass ihr Leben eine komplette Wendung nehmen würde, wenn sie den Brief öffnete. Die beiden prall gefüllten Einkaufstüten, die sie neben sich auf dem Boden abgestellt hatte, fielen mit einem Rumms um, so dass Äpfel, Möhren und Joghurtbecher über den dunklen Teppichboden kullerten. Sie achtete nicht darauf, sondern starrte nur auf den Umschlag, der hell vom Boden abstach. Sie hatte ihn fallen lassen, als würde er brennen. Ihre Adresse stand in schwarzen Lettern auf dem Weiß. Kein Absender, aber die fremdländischen Briefmarken ließen ihr Herz wild gegen den Brustkorb schlagen. Sie wusste genau, von wem der Brief stammte. Nie hätte sie gedacht, dass sie jemals wieder von ihm hören würde. Sie kniete sich mit klopfendem Herzen hin. Ihre Finger bohrten sich in das Papier, während sie die Luft anhielt. Mit einem Ruck riss sie den Umschlag auf. Ein anderes Papier steckte darin. Fest mit abgerundeten Ecken. Aufgeregt drehte sie es so, dass sie den Aufdruck lesen konnte. Ein Flugticket. Nur das Ticket. Kein Wort dazu. Erst nach Paris, dann mit der Royal Air Maroc nach Fès, Marokko. Ausgestellt auf ihren Namen. Abflug: morgen früh. Vera fasste sich an die Stirn. Ihr war mit einem Mal schwindelig. Sie stand auf und sah sich um, stieg dann über die umgekippten Tüten, setzte sich an den Küchentisch und stützte den Kopf in die Hände, so dass ihre langen hellblonden Haare halb auf dem Tisch lagen. Sie spürte, wie ihr Puls hart in ihrem Hals schlug. Erinnerungen an würzige Gerüche, sandige Wärme und seidige Stoffe regten sich. Natürlich hatte er das Ticket geschickt, und allein der Gedanke an ihn trieb ihr die Röte ins Gesicht.