Zeidlers Gewissen
Günter Neuwirth

Zeidlers Gewissen

Kriminalroman

Gmeiner-Verlag

Taschenbuch
2018, März 2018
sofort lieferbar
ISBN 9783839222782
12,– € [D], 12,40 € [A] , SFr. 17,90 [CH]
     

Inspektor Wolfgang Hoffmann wird mit einem scheinbar einfachen Fall betraut: Klara Zeidler meldet ihren Mann Viktor als vermisst. Als die Spurensicherung Zeidlers Blut in der Wohnung seines toten Freundes findet, nimmt der Fall Fahrt auf. Für den Inspektor ist klar: Zeidler steckt in großen Schwierigkeiten. Während die Polizei ihre Bemühungen intensiviert, macht sich auch Klara auf die Suche. Und auch Zeidlers ehemalige Motorradclique heftet sich an dessen Fersen. Denn sie haben noch eine Rechnung mit ihm offen.

Günter Neuwirth
© Kurt Lhotzky

Günter Neuwirth

Faktenlage

Im Jahr 1966 in Wien geboren und ebenda aufgewachsen. Danach einige Jahre wohnhaft in Graz. Nun befindet sich der Lebensmittelpunkt am Waldrand der steirischen Koralpe.

In jungen Jahren durch Auftritte als Keyboarder in Wiener Jazzclubs, mit zwei Solokabarettprogrammen und literarischer Performance auf Kleinkunstbühnen aktenkundig geworden.

Mittlerweile hauptsächlich als Autor mit dem Schwerpunkt im Bereich Kriminal- und Spannungsliteratur tätig.

Zeidlers Gewissen ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 17. Dezember 2018.

Drei Fragen an Autor Günter Neuwirth

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?

Sie begann 2008, als meine erste Straftat aktenkündig wurde (= mehrfacher Mord im Debüt "Paulis Pub").

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?

Meine Verbrechen sind niederträchtig, zahlreich und schwerwiegend. Und ich habe einen ausgeprägte Neigung zur Wiederholungstat, mit einem Wort: der Neuwirth ist ein unheilbarer Fall und gehört drakonisch durch konsequentes Heben der Verkaufszahlen gnadenlos bestraft.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?

Ich wollte ja lieber blumige Frühlingsgedichte schreiben, aber die Welt der Menschen ist ein Jammertal, in dem das Böse regiert, das heißt: ich bin unschuldig!

Rezensionen

"Dabei sind es erstaunlicherweise Gute und Böse gleichermaßen, die den Leser in den Bann ziehen. Mit wenigen Sätzen schafft es der Autor, aus Handlungsträgern richtige Charaktere und Menschen entstehen zu lassen. Dies ist Neuwirths Stärke, die Personen mit dem lokalen Kolorit zu verbinden und daraus eine lesenswerte Mischung zu schaffen."
Thomans Neumann, www.literaturkritik.de

 

"Günter Neuwirth reichert seinen Fall mit Wiener Lokalkolorit, kleinen Seitenhieben auf Exekutive und populistische Stadträte an. Immerhin, die Handlung schnurrt wie ein Uhrwerk und die Figuren bewegen sich sicher in ihrer Welt."
Martin Lhotzky, Volltext

Leseprobe:

Sonntag
1. SZENE
Vor ihm ein verrückter Tanz roter Lichtpunkte. Wie sollte er sich daran orientieren? Verdammt. Er konnte trotz aller Anstrengung nicht die Geschwindigkeit vom Tachometer ablesen. War er zu schnell? Zu langsam? Hatte er jemals solche Angst gehabt? Wohin fuhr er überhaupt? Zu viele Fragen. Er musste sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Nicht die Kontrolle verlieren. Nicht sterben! Am Leben bleiben!
Aber wofür? Wozu noch leben?
Verfluchte Fragen.
Er ohrfeigte sich und schüttelte den Kopf. Die Lichter wurden schärfer, der Verlauf der Fahrbahn wieder sichtbar. Links zog ein Wagen an ihm vorbei. Also war er nicht der Schnellste auf der Autobahn. Tief ein- und ausatmen. Ganz langsam. Wieder ein Kontrollblick auf den Tachometer. 120 Kilometer pro Stunde. Gut. Er hielt sogar die Spur. Zuvor hatte irgendjemand wild gehupt. Er hatte die Oberhand zurückgewonnen, der Schwächeanfall war vorbei.
Der Schmerz aber nicht. Im Gegenteil.
Je klarer sein Bewusstsein wieder wurde, desto schlimmer waren die Schmerzen. War eine Rippe gebrochen? Blutete die Wunde noch?
Er tastete mit der rechten Hand unter die Lederjacke an seine linke Seite. Das T-Shirt war durchtränkt. Er besah die Fingerspitzen. Kein frisches Blut. Er griff wieder nach dem Lenkrad. Unmöglich, den linken Arm zu heben, er hatte das Lenkrad am unteren Rand festgehalten. Der rechte Arm hingegen war voll beweglich. Immerhin. Seine ganze linke Seite fühlte sich beschädigt an, wie kaputt geprügelt. Nur ein paar Zentimeter weiter rechts, und das Herz wäre explodiert. Glück gehabt. Er lebte. Allerdings wie lange noch?
Fort, einfach fort! Nicht denken, fahren. Flüchten. Sich in Sicherheit bringen.
In der Ferne erblickte er die über der Fahrbahn hängenden Schilder. Der Autobahnknoten kam in Sicht. Er versuchte, die Buchstaben zu entziffern. Eine unmenschliche Anstrengung, und doch gelang sie. Er wusste, alles hing davon ab, jetzt die richtige Ausfahrt zu erwischen. Würde er es schaffen oder mit vollem Tempo durch die Leitplanke rasen? Er musste es schaffen. Die Schwäche kehrte wieder. Er kämpfte dagegen an. War das die richtige Abzweigung?
Ja. Geschafft. Sein Wagen rollte in südöstlicher Richtung durch das Wiener Becken. Die A 3 in Richtung Eisenstadt. Seine Richtung. Seine Flucht.
Diese höllischen Schmerzen.