Goethe und Schiller ermitteln / Die Affäre Carambol
Stefan Lehnberg

Goethe und Schiller ermitteln / Die Affäre Carambol

Goethe und Schiller ermitteln - Kriminalroman

Tropen Verlag

Broschur
1. Aufl., März 2018
sofort lieferbar
ISBN 9783608503548
15,– € [D], 15,50 € [A]
     

Gerade saßen Goethe und Schiller noch bei der Frau Mama zum Tee, schon sind sie wieder in einen criminalistischen Fall verwickelt! Mysteriöse Mehllieferungen lassen vermuten, dass sich in Franckfurth eine Verschwörung anbahnt. Ein Glück, dass die scharfsinnigen Detective zur Stelle sind, um die Stadt vor einer Katastrophe zu bewahren.

In Franckfurth am Main geht es nicht mit rechten Dingen zu. Im Geheimen werden Boten in die Regimentsstädte entsandt und gleichzeitig riesige Mengen Mehl in die Stadt geliefert. Der Stadtrat ist verzweifelt, denn für den französischen Consul Napoleon Bonaparte muss es ganz so aussehen, als würde die Stadt einen Aufstand planen. Da bereits zwei Stadträte unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen sind und niemand weiß, wem noch zu trauen ist, werden die bewährten Ermittler Goethe und Schiller zu Rate gezogen. Doch die Nachforschungen gestalten sich schwieriger als gedacht. Vor allem, als eine gewisse brünette Baronin Goethe den Kopf verdreht und er darüber völlig vergisst, die Verbrecher aufzuspüren …

Stefan Lehnberg

Stefan Lehnberg

Stefan Lehnberg ist ein wahres Multitalent. Schauspiel, Regie, Schriftstellerei - in all diesen (und zahllosen weiteren) Bereichen ist der Wahlberliner unglaublich erfolgreich. So war er unter anderem als Autor für Harald Schmidt und Anke Engelke tätig, seine tägliche Radiocomedy „Küss mich, Kanzler“, bei der er als alleiniger Autor, Regisseur und männlicher Hauptdarsteller fungiert, hat es bereits auf über 2000 Folgen gebracht, und sein Roman „Mein Meisterwerk“ wurde mit dem Ephraim-Kishon-Satirepreis ausgezeichnet. Weitere Höhepunkte seiner Karriere markieren die Veröffentlichung von „Das persönliche Tagebuch von Wladimir Putin“, sowie die beiden Goethekrimis "Durch Nacht und Wind" und "Die Affäre Carambol". Außerdem sieht er gut aus, ist hochintelligent und verfügt über einen edlen Charakter. Doch ist ihm nichts davon zu Kopfe gestiegen. Im Gegenteil: Er ist immer der sympathische Kumpel von Nebenan geblieben, der sich auch keineswegs zu schade ist, mal ein paar biographische Zeilen über sich selbst zu schreiben.                                                                                                          

www.Lehnberg.com

Goethe und Schiller ermitteln / Die Affäre Carambol ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 18. Juni 2018

Drei Fragen an Stefan Lehnberg

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?

Verbrechen zu begehen ist Dienst an der Allgemeinheit. Nicht auszudenken wieviele Arbeitsplätze wegfallen würden, wenn es keine Verbrecher gäbe: Polizisten, Schlosser, Sicherheitsdienste, Tresorfabrikanten, Kinokartenabreißer, Bodyguards, Staatsanwälte, Gefängnisaufseher, Bewährungshelfer, Krimiautoren und und und; Die Liste ist endlos.

Was ist Ihre Lieblingstatwaffe?

Der Verstand.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?

Meine Taten sind nach 200 Jahren inzwischen verjährt.

 

Kritikerstimmen

"Stefan Lehnberg hat einen amüsanten Krimi geschrieben. Er beschreibt die Zeit und das Frankfurter Leben um 1801 facettenreich. Er wartet mit politischen Hintergründen für seine Geschichte auf. Das alles erzählt er mit viel Humor und slapstickartigen Szenen. Da greift Lehnberg auf seine Erfahrungen als Comedian zurück."

Hessenschau.de

 

"Stefan Lehnberg hat den historischen Hintergrund in meinen Augen ausgezeichnet recherchiert. Er baut einige Begriffe in die Geschichte ein, die eifrige Leser möglicherweise gleich mal bei Google nachschauen. So werden nur wenige zuvor wissen, dass »Terzerol« eine am Beginn des 19. Jahrhunderts weit verbreitete Schusswaffe war.
Ähnlich verhält es sich mit dem Namensgebenden »Carambol« – hierzu mag der Leser selber sehen, was er in Erfahrung bringt.

Stefan Lehnberg zeigt auch mit seinem zweiten Roman, dass er eine Geschichte gut erzählen kann. Die Dialoge sind authentisch, und die Situationskomik wirkt nie künstlich. Im Grunde kein Wunder bei einem Autor, der aus dem komödiantischen Fach kommt. Lehnberg sagt dazu, er plane die Komik nicht eigens ein, sondern das falle ihm beim Schreiben halt ein. Er kann nicht anders – aber das ist auch gut so."

Krimi-couch.de

Leseprobe:

Es dunkelte bereits, als wir uns auf den Weg von unserer Herberge zu Schloss Grüneburg machten, wo Monsieur Montfort residierte. Für einen Septemberabend war es ungewöhnlich warm, und so hatten wir uns entschlossen, die Strecke zu Pferde zurück zu legen. Der Geruch des Herbstes hing in der Luft und nach etwas mehr als einer halben Stunde hatten wir eine sanfte Anhöhe erreicht, von welcher man vorwärts die Stadt und den ganzen Grund, worin sie liegt, und hinterwärts den Niddagrund bis an das Gebirge übersieht. Gemächlichen Schrittes ritten wir die lange Allee entlang, an deren Ende das Schloss hell erleuchtet in der Finsternis erstrahlte. Ich erinnere mich noch, dass mich bei jenem Anblick eine sonderbare Ahnung überfiel, welcher ich aber nicht weiter Beachtung schenkte. So ritten wir langsam weiter, und ich war soeben im Begriffe, zu meinem Freunde irgend eine Bemerkung über die herrliche Parkanlage zu machen, welche sich links und rechts der Allee erstreckte, als ich gewahr wurde, dass wir uns dem Schlosse weit schneller näherten, als es sich durch das Tempo unserer Pferde erklären ließ. Goethe musste dies wohl ebenfalls bemerkt haben, denn im nächsten Moment ließ er sein Pferd halten und packte mich beim Arme, auf dass ich es ihm gleich täte.
„Das Schloss, es kommt auf uns zu!“, rief er mit rauer Stimme.
Und tatsächlich, auch nachdem wir uns nun nicht mehr fortbewegten, sahen wir die Lichter des Schlosses unaufhörlich näher kommen. Ich kniff die Augen zusammen, um in der Dunkelheit schärfer sehen zu können, und mit einem Male erkannte ich, welches Schauspiel sich da vor unseren Augen abspielte. Was wir für die Lichter des Schlosses gehalten hatten, war in Wahrheit eine Kutsche, welche in hellen Flammen stand und in einem irrwitzigen Tempo führerlos auf uns zu raste. Nie zuvor hatte ich erbarmungswürdigere Kreaturen gesehen, als die vier schwarzen Rösser, welche vor die Kutsche gespannt waren und mit in äußerster Panik hervor quellenden Augen versuchten, den lodernden Flammen zu entkommen. Aus ihren Kehlen drangen dabey die schauerlichsten Geräusche, wie von den elendesten Geschundenen der Hölle, welche sich mit dem lauten Rattern der Räder auf dem Pflaster und den tobenden Flammen zu einem Rhythmus des Grauens vereinten. Kaum hatten mein Freund und ich Zeit, einen Gedanken zu fassen, denn bereits im nächsten Augenblicke raste die lodernde Kutsche zwischen uns hindurch, woraufhin nun auch unsere Pferde außer sich gerieten und sich wiehernd aufbäumten, so, dass wir alle Mühe hatten, uns im Sattel zu halten. Im selben Moment wurden meine Augen von einem weiteren und noch furchtbareren Schrecken gepeinigt, welchen ich wohl meinen Lebtag nicht mehr vergessen werde: In der Kutsche befand sich ein Mann, welcher lichterloh in Flammen stand, und der mit einer vor namenlosen Grauen verzerrten Fratze ebenso verzweifelt wie vergeblich am Verschlag rüttelte, fraglos im Wahne, diesem Höllengefährt noch in allerletzter Sekunde entkommen zu können.
Mit einem Schlage wurden wir von der ungeheuerlichen Flammenhitze erfasst. Ich hielt unser Ende für besiegelt, jedoch nur einen kurzen Moment darauf, war die Kutsche an uns vorbei gerast und entschwand nun unseren Blicken ebenso schnell, wie sie zuvor erschienen war, während wir selbst atemlos nach Luft rangen. Mein Freund war kreideweiß im Gesicht, und ich zitterte am ganzen Leibe. So standen wir zwei oder drei Minuten, unfähig, einen ruhigen Gedanken zu fassen. Dann bemerkten wir am Ende der Allee, von wo die Kutsche gekommen war, ein weiteres Licht, dieses war allerdings weit größer, und es kam auch nicht näher. Diesmal erkannten wir die Wahrheit sofort: Jetzt stand auch das Schloss in Flammen.