Schattenmensch
Jürgen Siegmann

Schattenmensch

Bookspot Verlag, München

272 Seiten
August 2017
sofort lieferbar
ISBN 9783956690860
12,95 € [D], 13,40 € [A]
Sonderpreis 0,– €
     
Köln, Sommer 2016: Der Libyer Tarek Bajari lebt in Köln als illegaler Flüchtling. Und er hat ein Problem. Ein renommierter Anwalt wird ermordet und ein Koffer voller Geld verschwindet. Und weil Tarek einem Freund helfen will, erwischt ihn die Polizei zur falschen Zeit am falschen Ort. Dem Tatort.
Tarek muss fliehen und sich selbst auf die Suche nach dem Mörder machen, sonst ist er entweder tot, im Gefängnis oder abgeschoben. Erst
etliche Tote später erkennt er, welch übermächtigen Gegnern er in die Quere gekommen ist. Denn Rechtsradikale in hohen gesellschaftlichen Positionen planen nichts Geringeres als den Sturz der Regierung. Für ein geplantes Attentat wollen sie Tarek als Sündenbock präsentieren. Die aufgeheizte Stimmung gegen Ausländer, Flüchtlinge und
Muslime soll genutzt werden, um den Rechten zu Wahlerfolgen zu verhelfen.
Um Tarek in die Finger zu bekommen, entführen sie seine Freundin Simone. Tarek muss sich entscheiden: Opfert er Simones Leben oder begibt er sich in die Hände der Verschwörer und damit in den wohl sicheren Tod?
Jürgen Siegmann
© Siegmann

Jürgen Siegmann

Geboren 1963 in Braunschweig. Studium der Fotografie an der FH Bielefeld. Lebt und arbeitet seit 1985 als freiberuflicher Fotograf, Webdesigner und Krimiautor in Bielefeld. 2002 erschien sein erster Kriminalroman "Risse im Eis", dem noch zwei weitere Krimis im KBV-Verlag folgten.

Im Februar 2008 erschien sein erster Krimi bei Pendragon - "Am Abgrund", dem 2009 folgte dann "Schöne Bescherung" folgte.

Im August 2017 erschien der Köln Krimi "Schattenmensch" (Schattenmensch Köln Krimi Homepage) im Bookspot-Verlag

Schattenmensch ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 28. Januar 2018.

Kritikerstimmen

Mit viel Geschick spinnt Jürgen Siegmann seine Fäden und liefert einen Politthriller der Extraklasse: „Schattenmensch“ ist nicht nur atemberaubend spannend, sondern bietet darüber hinaus viel Stoff zum Reflektieren.
Börsenblatt

Fast 10 Jahre nach seiner letzten Buchveröffentlichung (zwischenzeitlich sind von ihm nur ein paar Kurzkrimis in diversen Anthologien erschienen) zeigt Jürgen Siegmann, das er sein Handwerk immer noch vorzüglich versteht und weiß, wie man atemberaubende Spannung erzeugt. Bleibt nur zu hoffen, das man auf das nächste Buch des Autoren nicht noch einmal so lange warten muss.
Literaturschock und Lesejury

 

Drei Fragen an Jürgen Siegmann

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
2002 mit meinem ersten Krimi Risse im Eis, der im KBV-Verlag erschien. Oder war es vielleicht schon, als ich in jungen Jahren meiner Oma den ersten Edgar Wallace vom Nachttisch geklaut habe?

Was ist Ihre Lieblingstatwaffe?
Die menschliche Dummheit.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Wer Hunde und kleine Kinder hasst, kann kein ganz schlechter Mensch sein.

Leseprobe

Einschlafen ist wie sterben. Der Unterschied besteht im Aufwachen. Und in letzter Zeit wünschte sich Maundu Odera immer öfter, nicht mehr aufzuwachen.
Einen Moment lang war er völlig orientierungslos. Über ihm der blaue Himmel. Genau wie zu Hause. Doch dann schreckte er hoch. Wie lange hatte er geschlafen?
Er hatte seinen schlaksigen Körper doch nur einen Augenblick auf den Rechen gestützt und die Augen geschlossen. Wieso lag er jetzt hier im Gras? Maundu wusste, dass er sofort rausfliegen würde, wenn der Anwalt ihn erwischte. Aber er bekam einfach zu wenig Schlaf.
Um drei Uhr morgens war er aufgestanden und hatte den ganzen Tag in dem Hotel in der Innenstadt geschuftet. Spülen, Schuhe putzen, Wäschesäcke schleppen. Zehn Stunden lang. Nach Feierabend waren ihm nur ein paar Minuten geblieben, um den Bus zu erwischen. Die Fahrt raus aus der Stadt war die erste Pause des Tages gewesen.
Von der Bushaltestelle musste Maundu noch einige Minuten in der brütenden Hitze laufen bis zum Anwesen des Anwalts, bei dem er zwei Mal in der Woche einen Job als Gärtner hatte.
Und dann half er noch an zwei Abenden in einem Restaurant aus. Doch das Geld, das er verdiente, reichte gerade, um nicht zu verhungern und seiner Familie jeden Monat eine kleine Summe zu schicken. Hatte er dafür seine Heimat verlassen und die lange Reise von Kenia nach Europa auf sich genommen?
Aber warum war er aufgewacht? Ängstlich, wie ein gehetztes Tier sah Maundu sich um. Da war niemand. Mühsam rappelte er sich hoch. Irgendein Geräusch hatte ihn geweckt. Hinten beim Haus. Es war hier immer so unwirklich still, dass man jedes Türenschlagen wahrnahm. Diese Gärten der reichen Leute erinnerten ihn an Friedhöfe. Es gab dort kein Leben. Kein Lachen, kein Streiten, kein Kindergeschrei. Höchstens mal einen Hund, der bellte und das Zwitschern der Vögel. Aber wenigstens gab es Arbeit für Menschen wie ihn. Mehr interessierte ihn nicht.