Der Tod im Flakon
Sibyl Quinke

Der Tod im Flakon

Edition Oberkassel

August 2017
ISBN 9783958131040
12,– € [D]
     
Das neue Parfüm mit dem ungewöhnlichen Namen “Frühlingsopfer” wird mit großem Aufwand präsentiert und in den Markt eingeführt. Kurz darauf heißt es, der Duft stinke in der Nachnote. Die Schauspielerin, die für die Promotion akquiriert wurde, verbreitet in der Presse, es löse bei ihr Allergien aus. Der Parfümeur und Entwickler des Bouquets tobt. Dann wird der neue Liebhaber der Firmenchefin tot aufgefunden. Wusste er zu viel? Welche Rolle spielt der vorherige Lover, der immer noch in der Firma arbeitet? Ist Rache der schwangeren Zweitfrau des momentanen Liebhabers im Spiel, die sich hintergangen fühlt? Warum war die letzte Mahlzeit des Opfers ein Kugelfisch?
Sibyl Quinke

Sibyl Quinke

Ihr Wissen über die Wirkung giftiger Essenzen brachte die promovierte Apothekerin Sibyl Quinke dazu, einen Krimi zu schreiben.
1952 in Freiburg geboren, schreibt sie seit Jahren als freie Mitarbeiterin Artikel für die Bergischen Blätter. Mit der Zeit entstanden auch Märchen und lyrische Texte. Sie hat diverse Preise bei Ausschreibungen gewonnen und geht mit einem Bühnenprogramm auf Tour. Sie ist Mitglied im Literaturkreis ERA e.V., als Literaturbeauftragte der Bandfabrik in Wuppertal hat sie einen Literarischen Salon etabliert, begleitet maßgeblich die Reihe „Literatur auf dem CronenBerg“, war Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift KARUSSELL und ist Mitglied im Schriftstellerverband, dem Syndikat sowie den Mörderischen Schwestern.
2016 organisierte sie den Krimitag in Düsseldorf. Auüßerdem erhielt sie das Stipendium Tatort Töwerland.

Der Tod im Flakon ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 4. März 2018.

Kritikerstimmen

Der Tod im Flakon, das Buch enthält wieder viel Lokalkolorit, was Nichtkenner auf Wuppertal neugierig  macht, weil so schöne Dinge wie der Skulpturenpark beschrieben werden. Aber diesmal geht es auch über die Region hinaus, und zwar nach Lyon, und dessen Beschreibung macht Lust, die französische Stadt an der Saône einmal zu besuchen. Gleiches gilt für die Region der Côte d'Azur und die Parfümstadt Grasse. Interessant ist auch, dass man eine Menge über die Herstellung von Parfums erfährt. Dabei kommt wieder ganz die Apothekerin hinter der Schriftstellerin hervor, und genau dabei vergisst man den Mordfall fast und taucht stattdessen in eine Welt des Parfums ein.
Silke Nasemann, Bergische Blätter

Menschlich sind natürlich bestimmte Animositäten. Im schlimmsten Fall führen sie zum Tod. […] Sibyl Quinke hat mit Der Tod im Flakon gerade wieder einen ihrer Lokalthriller am Start. […] Sibyl Quinke baut ein durchaus rasantes Geschehen um ihre Hauptfiguren herum: Menschliche Abgründe, wirtschaftliche Abstürze, jede Menge Wissen über Duftgewerbe und die Frage, wie tödlich ein Kugelfischdinner ist, das alles steckt hier drin und dann ein ganz plötzlicher Aufklärungserfolg.
Stefan Seitz, Wuppertaler Rundschau

Sibyl Quinke ist wieder in ihrem Element: Es ist kein typischer Krimi, sondern eher ein Familienroman mit Todesfolge, erklärt Sibyl Quinke. Es geht ihr nicht um Mord und Totschlag, Ermittlung, Verhaftung, Schuld und Sühne, also zumindest nicht in erster Linie. Vielmehr sucht Sie das psychologische Wechselspiel zwischen den Figuren auszuloten, wenn sie gute und schlechte Charaktereigenschaften auf die handelnden Personen verteilt. […] Doch bevor sie weiß, wer in ihren Roman sterben muss, hat sich die promovierte Apothekerin vorher ausgiebig mit der Todesursache, den Mordinstrumenten, auseinandergesetzt; so merkwürdig das auch klingen mag …
Eduard Urssu, Wuppertaler Rundschau

Sie beginnt mit dem Mord, und zwar mit dem technischen Aspekt der Tat, das heißt in ihrem Fall, sie überlegt, mit welchem Gift ihr Mordopfer zu Tode kommt. Krimiautorin Sibyl Quinke ist promovierte Apothekerin und Fachfrau, und nimmt Krimilesern einige Illusionen: Es ist keine einfache Sache. Das Gift müsse einerseits tödlich sein, andererseits dürfe es im Opfer nicht auffallen. Und es muss leicht zu beschaffen sein. Deshalb seien Krimis mit dem Klassiker Zyankali unglaubwürdig. Das würden Sie nicht so einfach bekommen.
Katharina Rüth Westdeutsche Zeitung

Drei Fragen an Sibyl Quinke

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
In Gedanken schon vor langer Zeit, damals, als ich die Wirkung von Substanzen studierte und meinen Hexencharakter erkannte. Die weisen Frauen wussten schon immer, was gut ist – und was diverse Kräuter bewirken. Damit liegt meine Lieblingswaffe als Mörderin auf der Hand: Gift ist meine Leidenschaft.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Bis jetzt haben sieben Menschen ihr Leben ausgehaucht, auch wenn sie nicht alle umgebracht wurden. Ich arbeite weiter daran. Langsam entwickele ich mich da zu einer Serientäterin. Das Töten klappt – das kann euphorisch machen.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Verteidigung? Es liegt in meinem Charakter – da kann man nichts dagegen machen.

Leseprobe

Paula stand unter der Dusche – wie lange, konnte sie nicht sagen. Der Wasserstrahl prasselte auf ihre Haut, auf den Rücken, in ihr Gesicht und wieder auf den Rücken.
Emiliy schlug heftig an die Badezimmertür, doch Paula hörte nicht. Zu sehr war sie in ihre Erinnerungen versunken. Erst als Emily vorsichtig die Türe einen Spalt öffnete:
„Frau Bucha, die Kriminalpolizei ist unten, die möchten Sie sprechen.“
Paula war verwirrt. Wo kam auf einmal die Polizei her? Sie ließ noch einmal kaltes Wasser über sich brausen, aber das half ihr heute nicht. Sie rubbelte sich mit dem Handtuch ab. Sie stieg in ihre Wäsche und eine Armani-Jeans. Dazu zog sie einen cremefarbenen Kaschmirpullover über den Kopf.
Emily klopfte erneut an die Schlafzimmertür. „Frau Bucha …“, stammelte sie, und prompt kam die Antwort, die sie erwartet hatte: „Emily, ich glaube nicht, dass ich sie für das Klopfen bezahle …“
„Es tut mir leid, ich meine nur, Frau Bucha, die Herren von der Kriminalpolizei werden ungeduldig.“
„Polizei? Was will die Polizei hier? Ist in der Firma etwas nicht in Ordnung? – Ich komme sofort“, antwortete Paula, doch es dauerte eine gewisse Zeit, denn sie trat nie ohne Make-up vor fremde Menschen.