Alsterwasser

Alsterwasser

Genusskrimi

Gmeiner-Verlag

Taschenbuch
2016, Februar 2016
sofort lieferbar
ISBN 9783839218464
11,99 € [D], SFr. 17,90 [CH], 12,40 € [A]
     
Es sollte eine gemütliche Abendparty voll kulinarischer Genüsse werden. Doch der Abend nimmt eine Wendung, die niemand vorausahnen konnte. Lea Mertens, Umweltaktivistin und Hobby-Köchin, erhält Besuch von Kriminaloberkommissar Fahnenberg, der sie über den gewaltsamen Tod einer ehemaligen Polizei-Spionin informiert. Diese hatte unbemerkt Leas Umweltaktionsgruppe bespitzelt. Fahnenbergs Motive, Leas Nähe zu suchen, scheinen eher privater Natur zu sein. Das hält sie jedoch nicht davon ab, sich für die merkwürdigen Umstände des Todes der Spionin zu interessieren und auf eigene Faust zu ermitteln.
Werner Färber

Werner Färber

Werner Färber, 1957 in Wassertrüdingen geboren, lebte bis zum Ende seines Zivildiensts auf der Schwäbischen Alb. Aus der Ausbildung zum Journalisten wurde nichts. Das Studium fürs Lehramt brach er ab. Als Mittzwanziger fand er durch die Illustratorin Barbara Moßmann zum Schreiben für Kinder. Mit der Sammlung WER MORDET SCHON IN ULM, UM ULM UND UM ULM HERUM? sowie seinem Hamburg-Krimi BAUMKILLER ist er nun auch bei den Erwachsenen angekommen. Bei Lesungen unterhält er sein Publikum mit engagiertem Vortrag. Werner Färber lebt mit seiner Frau in Hamburg.

Empfehlung der Woche

Alsterwasser ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 08. August 2016.

Kritikerstimmen

Dieser Kriminalroman, der unter die Rubrik "Genusskrimi" gelistet wird, ist nach Baumkiller nun bereits der zweite Fall von Lea Mertens. Obwohl ich ersteren nicht gelesen habe, bin ich schnell mit der Hobbyköchin und -ermittlerin vertraut geworden und teile ihre Vorliebe für ausgefallene Gerichte. Hier platzt Kommissar Lennart Fahnenberg mitten in Leas kulinarischer Abendparty mit dem Wissen, dass eben genau die ehemalige Polizei-Spionin gewaltsam zu Tode kam, die vor kurzem noch Leas Umweltaktionsgruppe bespitzelt hatte. Leas Spürsinne sind geweckt und so macht sie sich auf eigene Faust daran, zu ermitteln ... Dieser Genusskrimi hat mich prima unterhalten, und Lea finde ich nicht nur sympathisch, sondern auch originell und tough. Der Fall selbst war unterhaltsam und angenehm kurzweilig. Sämtliche Figuren werden sehr anschaulich beschrieben. Die vierzehn angenehm kurzen Kapitel verteilen sich auf genau dreihundert Seiten zuzüglich sechs ausgefallene Rezeptideen analog derer im Roman, als Beispiel Sauerkraut-Lasagne. Das Cover finde ich sehr angenehm beruhigend und passend.
@esposa1969, Amazon-Rezensentin

"Und noch'n Gedicht" – geflügelte Worte und Wortspielereien à la Heinz Erhardt oder Loriot prägen die Gedichte des Autors Werner Färber. Mit diesem Sujet ist Färber, der bis dahin als Kinderbuchautor in Erscheinung getreten war, in die Erwachsenenwelt eingedrungen. Die amüsierten Lacher, die er bei der Lesung in der Laichinger Bücherei erntet, zeugen von seinem erfolgreichen Debüt in der Erwachsenenlyrik.
Sabine Graser-Kühnle über "Wer mordet schon in Ulm und um Ulm herum", Südwest Presse, 06.07.2015




Drei Fragen an Werner Färber

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Vor etwa zehn Jahren, als ich den Kinderkrimi Das Krokodil im Silbersee schrieb. Profikiller für Erwachsene bin ich seit 2015.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Prosa gibt es bislang "nur" zwei Tote, jedoch reichlich kriminelle Energie. Im Rahmen meiner Spaßlyrik Ungereimtheiten von fies bis böse pflastern Leichen in dreistelliger Summe meinen Weg.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Hohes Gericht, ich kann nicht anders handeln. Das muss einfach alles raus aus mir!




Leseprobe

Obwohl er sich eine halbe Stunde erbeten hat und davon höchstens zehn Minuten verstrichen sind, hält Lea Ausschau nach Lennart. Ihre Hoffnung, ihn in der Dunkelheit zu entdecken, ist gering. Die zwei Streitenden führen mehrere Einkaufstaschen mit sich. Vielleicht der Proviant für ein, zwei Tage? Burger springt aufs Schiff, stellt seine Taschen ab, nimmt ihre Taschen entgegen, hält der Kirchheimer die Hand hin. Sie lehnt, wie Lea von ihrem Beobachtungspunkt aus interpretiert, recht trotzig ab und springt ohne seine Hilfe an Bord. Im kleinen Ruderhäuschen geht das Licht an. Die Kirchheimer verschwindet nach unten, vermutlich um die Sachen zu verstauen. Er startet den Diesel. Die beiden scheinen trotz der widrigen Bedingungen noch vor zu haben, abzulegen und in die Nacht hinauszufahren. Wo ist Lennart? Vom Geschehen auf dem Kutter magnetisch angezogen, eilt Lea die Treppe hinunter zum Kai. Während der Diesel grummelnd vor sich hin tuckert, verlässt Burger den Steuerplatz, kommt nach draußen an Deck, macht die Leinen los. Lea geht davon aus, dass er sie in der Dunkelheit höchstens zufällig entdecken kann. Sie ist aufgrund der Schiffsbeleuchtung deutlich im Vorteil und verfolgt jeden seiner Handgriffe. Er ist noch immer mit Losmachen beschäftigt, Die Bugleine scheint sich verfangen zu haben. Lea denkt nicht lange über ihren nächsten Schritt nach. Während er sich weiter mit der Leine abmüht, springt sie von Achtern an Bord und duckt sich im Schatten des Ruderhauses an die Wand. Bald hört sie die Tür ins Schloss fallen, die Drehzahl des Motors geht lauter werdend nach oben. Sie legen ab. In Kauerstellung verharrend sieht Lea hinter sich die Heckwellen auseinanderdriften. Schließlich entdeckt sie am Kai den heraneilenden Lennart. Offenbar hat er ihren Sprung aus der Ferne beobachten können und ist losgerannt, um sie zu erreichen. Sie schaltet ihr Telefon ein, hält es hoch, damit er ihr leuchtendes Display sehen kann. Vielleicht versteht er ihre Botschaft, dass sie telefonisch Kontakt mit ihm halten möchte. Als sie auch sein Telefon leuchten sieht, prüft sie geistesgegenwärtig, ob ihres auf stumm geschaltet ist. Nicht dass der Klingelton sie verraten würde, wenn Lennart anruft. Doch der Anruf bleibt aus. Er scheint eine andere Nummer gewählt zu haben. Mit wem er spricht, kann Lea nur vermuten. mit den Kollegen der Wasserschutzpolizei, die sie tagsüber mit der ›Helgoland‹ an der Hafenausfahrt hat liegen sehen? Schließlich verliert sie ihn in der Dunkelheit aus den Augen. Mit gemäßigter Geschwindigkeit nähert sich die ›Sonja‹ der offenen Nordsee. Sie passieren den Liegeplatz der ›Helgoland‹. Er ist leer. Kein gutes Zeichen. Sie scheint unterwegs zu sein. Je nachdem, wie weit draußen sie sich befindet, kann es lange dauern, bis die Wasserschutzpolizei nach Lennarts eventuellem Anruf eine Suche nach dem spät ausgelaufenen Kutter aufnehmen kann. Lea blickt zurück auf die sich entfernenden Lichter Büsums. Sie zählt die Sekunden des Büsumer Leuchtturms. Drei Sekunden an. Drei Sekunden aus. Drei Sekunden an. Drei Sekunden aus. Wie lange mag sie sich noch an diesem optischen Orientierungspunkt festhalten können?