Spiekerooger Utkieker

Spiekerooger Utkieker

Inselkrimi

Leda-Verlag, 2009

Taschenbuch
Juni 2018
sofort lieferbar
ISBN 9783864120978
9,99 € [D], SFr. 0,– [CH], 10,30 € [A]
     

Die Privatermittlerin Mia Magaloff muss dringend über ihre Zukunft nachdenken. Sie nimmt sich eine Auszeit auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Sandstrand, Meer und Sonne – mehr braucht sie nicht dafür.
Doch bereits auf der Fähre zur Insel wird sie verflucht, begegnet an der Utkieker-Skulptur einem scheinbar Durchgeknallten, der sie um Hilfe anfleht und findet am anderen Tag eine Tote, die vielleicht noch hätte leben können, wenn Mia schneller gehandelt hätte­.
Sie muss sich kümmern und hat sieben Tage Zeit dafür, damit es nicht noch mehr Tote gibt.

Ingrid Schmitz
© (c) Ingrid Schmitz

Ingrid Schmitz

geboren 1955 in Düsseldorf, arbeitete dort als Speditionskauffrau bei einer kanadischen Reederei und später im sowjetischen Außenhandel. Seit 2000 ist sie hauptberuflich Schriftstellerin. Bisher hat sie an die 60 Krimikurzgeschichten veröffentlicht und 16 Kriminal-Anthologien herausgegeben. Im Jahr 2006 begann sie mit dem Kriminalromanschreiben und erfand die Serienfigur Mia Magaloff.

1. Fall (2006) Sündenfälle, Gmeiner Verlag - Thema: Kirche
2. Fall (2007) Mordsdeal, Gmeiner Verlag - Thema: Tablettenhandel
3. Fall (2009) 2 Leben - 1 Tod, Droste Verlag - Thema: Virtuelle Welt
4. Fall (2014) Liebeskiller, Leporello Verlag - Thema: Lovescammer
5. Fall (2016) Spiekerooger Utkieker, Leda Verlag - Thema: Inselmorde
6. Fall (2020) Mordsreise, edition oberkassel - Thema: Verkaufsveranstaltung

Außer der Reihe erschien im September 2017 der Roman "Mord im Krimihotel" (KBV) 

2014 schrieb sie die Biographie "Currywurst und Dolce Vita" des Auswandererpärchens Anke und Dirk Leithäuser (bekannt durch VOX Goodbye Deutschland).

Ingrid Schmitz ist Mitglied bei: „Mörderische Schwestern“.
Auf Facebook, Twitter und Google+ sendet sie jeden Morgen "Mörderisch liebe Grüße".

Empfehlung der Woche

Spiekerooger Utkieker ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 01. August 2016.

Kritikerstimmen

Ingrid Schmitz muss gründlich auf der Insel recherchiert haben. Sie hat das Inselcafé entdeckt, in dem Mia häufiger anzutreffen ist. Die Polizeiinspektion ist auch in Realität unter der Adresse zu finden, usw. Die Ostfriesen, die eine Rolle spielen, sind exakt beschrieben. Man kann sich als Leser vorstellen, dass die Menschen genau so sind.
Was mir auch besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass Ingrid Schmitz Mia neben den Ermittlungen auch Gefühle zugesteht. Angst, Zerrissenheit in Bezug auf die Beziehung, jede Menge Empathie, Mut und vieles mehr. Man kann sich als Leser Mia gut vorstellen und die anderen handelnden Personen auch. Die Autorin lässt diese lebendig werden im Text.
Rezension Amazon und Lovelybooks, Sabinde DB Top 1000 Rezensent


Ein unblutiger, jedoch äußerst komplexer und ausgefeilter Krimi mit absolut unschlagbaren Protagonisten und einer Brise Inselflair und Dorfcharakter mit gehörigem Lokaltouch und Dialekt. Wohl dosiert und auch der fünfte Fall kann ohne Probleme Neuleser dazugewinnen. 5 Sterne für diesen wunderbar witzigen und verkorksten Krimispaß.
Rezension Floh, Amazon und Lovelybooks – Top 1000 Rezensent

Drei Fragen an Ingrid Schmitz

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
1998 schlug ich mich zum ersten Mal mit kriminellen Gedanken herum, nachdem ich ein Fachbuch über das Morden gelesen hatte: Das Wort zum Mord, herausgegeben von  Anja Kemmerzell und Else Laudan. Im Anhang befand sich unter anderem die hilfreiche Adresse der Autorenvereinigung Sisters in Crime, German Chapter. Ich rief dort an und sprach mit Almuth Heuner über meinen Beitritt, stellte blöde Anfängerfragen, wurde aber dennoch aufgenommen. Damals bestanden die heutigen Mörderischen Schwestern aus fünfzehn Personen (Mitgliederzahl heute: über vierhundert). Mit meiner ersten Kurzgeschichte gewann ich kurz daraufhin einen Krimiwettbewerb beim Emons Verlag, unmittelbar danach folgte die Herausgabe der ersten Anthologie "Rheinleichen", gemeinsam mit Ina Coelen. Ich war nicht mehr zu stoppen.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Hmh ... Moment ... die Toten kann ich nicht mehr zählen, die Veröffentlichungen wohl: über fünfzig Krimikurzgeschichten, siebzehn Herausgaben von (kulinarischen) Anthologien, fünf Kriminalromane, einen Kurzgeschichtenband, Hörbücher ... E-Books ... Ich war immer noch nicht zu stoppen.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Das war nicht ich. Irgendetwas zwang mich dazu, es zu tun.

Leseprobe

De Utkieker

Gegen Abend ging es Mia etwas besser. Warum stellte sie sich so an, was Fee und Mario anging? Auch Mia hatte so ihre Vergangenheit. Im Grunde hatte sie wohl eher Angst vor der Zukunft mit Mario.
Statt mit Fee zu Abend zu essen, wie es ihr angeboten worden war, ging Mia lieber spazieren. Mit Rucksack auf dem Rücken und Inselplan in der Hand, wanderte sie an der Kogge vorbei, zum Hauptstrand.
Das Wellenrauschen hatte etwas Beruhigendes. Bald würde sich die See wieder zurückziehen. Ein ewiges Kommen und Gehen. Ein Auf und Ab. Auch bei ihr: Gute Gefühle - Schlechte Gefühle.
Der Sonnenuntergang machte sie melancholisch. Mia sah Richtung Dünen und erkannte auf dem höchsten Punkt eine Skulptur, die sie sich unbedingt näher anschauen musste. Von dort aus hatte sie bestimmt die beste Aussicht. Sie kraxelte den schmalen, in der Mitte gewölbten Steinweg hoch. Links und rechts als Begrenzung, zwischen den Weidepfählen, war ein Draht gespannt.
Oben angekommen blieb sie japsend und überwältigt vor dem über drei Meter großen nackten Mann aus Bronze stehen. Auch wenn seine Proportionen etwas verschoben waren, sah er toll aus! Von unten nach oben betrachtete sie ihn genauer. Riesengroße Füße, überlange Beine, der Schamhaarbereich bronzegelockt. Nur das wichtigste Teil des Mannes wirkte, im Vergleich zu den anderen Gliedmaßen, eher klein. Vielleicht wollte man die Touristen nicht verschrecken. Der Rest schien wieder im Verhältnis zu stimmen. Er hatte seine Arme angewinkelt, die verschränkten Hände wie einen Schirm vor die Stirn gelegt, so als würde ihn die Sonne blenden. De Utkieker stand auf dem Bronzeschild und er selbst auf dem Betonsockel. Er sah aufs Meer und hielt Ausschau. Nach was?
Gerade als Mia den Text lesen wollte, regte sich etwas auf der Düne. Gemächlich stieg eine grün gekleidete Gestalt mit langen Beinen über den Draht des halbhohen Zaunes. Um den Hals trug der Mann ein Fernglas. Er zeigte sich nun in seiner vollen Größe von über zwei Metern und reckte Mia seine große Hand entgegen. Er flüsterte: »Keine Angst, ich tue dir nichts. Ich bin der Utkieker. Hier steht es!«
Mia drehte sich um.
Er las ihr vor, was auf dem Schild stand: »De Utkieker – gewidmet dem unermüdlichen Wächter über das Kleinod Spiekeroog. Ja, staune nur«, sagte er. Stolz klang mit, doch anstatt sich in die Brust zu werfen, krümmte er sich wie ein Flitzebogen. Die blonden, verfilzten Haare hingen ihm im Gesicht. »Dieses Denkmal ist mir zu Ehren aufgestellt worden. Ich habe zum Beispiel Spiekeroog vor den Piraten gerettet. Das war 1398.«
Mia wollte nur weg hier.