Tide, Tat & Tod
Bernd Mannhardt

Tide, Tat & Tod

Küsten-Krimi

Schardt, M

Taschenbuch
1., Aufl., Oktober 2015
sofort lieferbar
ISBN 9783898418119
10,– € [D], 10,30 € [A] , SFr. 15,40 [CH]
Sonderpreis 0,– €
     
Der Regio-Krimi boomt. Da kommt der süddeutsche Autor Franz Xaver Stegmayer gerade recht. Stegmayer wird von seinem Verleger, auf Recherchereise geschickt: Schleswig-Holstein, Westküste, Nachsaison. Er soll herausfinden, wo am Watt der Mordshund begraben liegt. Dumm nur, dass Stegmayer mit Land und Leuten nicht die Bohne was anfangen kann. Ein Brandbrief an den Verleger wird fällig …
Bernd Mannhardt
© Uwe Mannhardt

Bernd Mannhardt

„Festuss hadd Scherriff gehollwen“

Bernd Mannhardt, geboren 1961 in Berlin, saß mit vier oder fünf Jahren am Küchentisch seiner Großeltern und brachte ebendort seine erste „Geschichte“  zu Papier. Er erzählte eine, kurz zuvor angeschaute, Folge der US-amerikanischen Westernserie Rauchende Colts nach – und das in nur einem Satz: „Festuss hatt Scherriff gehollfen“ (inhaltliche Komplexität und ureigener Schreibstil sind hier aus der Erinnerung des Autors wiedergegeben).

Merklich später, in den Neunzigern letzten Jahrhunderts, veröffentlichte er seinen ersten Krimi  „Solowetz oder: Warte, warte nur ein Weilchen“ beim WDR als Hörspiel.

Bernd Mannhardts Kriminalroman Schlussakkord, ein Hauptstadt-Krimi mit dem Kommissar Hajo Freisal, erschien im Februar 2015 beim Be.Bra-Verlag, Berlin, als Reihentitel. Es folgten die Kriminalromane Keimzeit, 2016, und der dritte Freisal-Band Giftzwerg, 2017.

Neben Mordsfidele Geschichten für quietschvergnügte Leser schrieb Bernd Mannhardt auch Rezensionen für das Stadtmagazin Zitty, Feature für DeutschlandRadio und Kurzhörspiele für WDR und HR. Zwei Einakter wurden uraufgeführt.

Der Autor lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Er ist Mitglied im Syndikat, Autorenvereinigung deutschsprachige Kriminalliteratur, sowie im VS, Verband deutscher Schriftsteller.

Ausführlichere biografische Angaben stehen auf WIKIPEDIA.

Aktuelles wird vom Autor auf Facebook gepostet unter www.facebook.com/bernd.mannhardt

Empfehlung der Woche

Tide, Tat & Tod ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 07. November 2016.

Kritikerstimmen

Man muss nur aufpassen, wenn man das Buch außerhalb liest und dann spontan zu Lachsalven ansetzt, dass man nicht merkwürdig beäugt wird! Fazit: Wer noch Urlaubslektüre braucht, hier ist welche!
Birgit Kleffmann, wir-besprechens.de

Eine irrwitzige, spaßige Geschichte.
Pöbelnder Bayer an norddeutscher Küste. Köstlich.
Ganz schön schräg.
Lesermeinungen auf Lovelybooks

Drei Fragen an Bernd Mannhardt

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?
Das andere Leben erschien mir zu langweilig – oder ums mit Oscar Wilde zu sagen: "Wohlerzogen zu sein, ist heutzutage ein großer Nachteil. Es schließt einem von so vielem aus."

Was ist Ihre Lieblingswaffe?
Klarer Fall, das Wort – zumindest in Tide, Tat & Tod. Das muss aber nicht wundern, denn handelt es sich hier ja um einen abgehalfterten Kriminalschriftsteller, der ein wirklich letztes Mal grandios scheitert. Wehe, es folgt jetzt eine Frage nach autobiografischen Bezügen!

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Ich bitte vielmals nicht um Entschuldigung. Bin selbst Opfer geworden – meines Humors, der, so wird von Lesern zumindest behauptet, etwas schrägeren Art.

Leseprobe

Max, melden Sie sich – denn: Uns brennt der Stoff an, ach, was sag’ ich, Watt-Tod droht ab­zu­fackeln – freilich, die Story ist so gut wie Asche. Auf gut Bairisch: Nix geht mehr! Ja, wir haben einiges zu bereden. »Don’t call me, I call you«? Max, Max –.    
Sagen wir’s, wie’s is’: Ich, Franz Xaver, der Steg­mayer, muss ein Depp, zumindest total b’soffen g’wesen sein, als ich im Beisl zugestimmt hab’, mich hier, quasi am Ende der Welt, ein­quar­tie­ren zu lassen. Wie vie­le Maß hab’ ich schon g’soffen gehabt? Ei­ne oder zwei? Oder vielleicht sogar drei? Is’ ja auch wurscht, Fakt ist: Ich sitz’ fest im Friesennest!
Das hätt’ ich mir so nicht träumen las­sen, Verehrtester, als Sie mich ge­ne­rös von Bayern hierher chauffierten. Schon am Tag drauf bin ich desorientiert oder desil­lusioniert da­ge­stan­den – so­zusagen: im Nichts! Und Sie? Ja, Sie waren weg, ab durch die Mit­te! Haben Sie sich heimlich davonge­schli­chen? In der Nacht? Max, Max, Max –.
Aber vorher, in heimat­lichen Gefilden, haben Sie, mein Lieblingsverleger, noch groß Sprüch’ g’macht: »Franz Xaver, Nord­luft ein­schnaufen! Fin­den wir heraus, wo am Watt der Mordshund be­graben liegt!«
Wir? Na ja –. [1]
»Franz Xaver«, haben Sie tief Luft geholt und mit der Miene eines Global Players intoniert: »Ver­gessen wir rot­wein­­­ge­schwän­ger­­te Dreita­gebärte.« 
»Bitt’schön?« – Ich konnt’ Ihnen, dem Großkotz aus Klein­­hel­fendorf bei Göggenhofen, nicht folgen.  
»Der Commissario ist tot«, prusteten Sie und schau­ten über Ihre Lesebrille, als wäre damit alles gesagt gewesen. Warum eigentlich diese Brille? Wir hatten nichts zu lesen, sondern etwas zu bereden gehabt. Haben Sie das Ding vielleicht nur deshalb aufgesetzt, weil Sie, wenn Sie die Glä­ser weit nach vorn auf Ihre Nasen­spitze schieben, einen so ungemein intelli­genten Eindruck machen? [2]
Wie dem auch sei, ein oder zwei Wimpernschläge später scho­ben Sie nach: »Der Ve­­nedig-Krimi wird noch vor sei­ner eigenen La­gune un­­­­ter­­­­ge­hen!«
»Hm«, ist mir rausgerutscht, denn jetzt hab’ ich noch weniger kapiert gehabt.
»Hauptkommissar Petersen versus …« Sie machten eine Ihrer gefürchteten Kunstpausen [3] und komplettierten dann be­­deu­­tungs­­­schwan­­ger: »… Commis­sario Brunetti!«
»Petersen versus Brunetti?«
»Petersen versus Brunetti.«
Freilich, Brunetti kannte ich. Aber Petersen? Jessas na, Petersen! Dieser Name hätt’ mich skep­tisch ma­chen können, ach, was sag’ ich, miss­trauisch machen müs­sen.  
[… und die Geschichte nimmt von nun an ihren verhängnisvollen Verlauf.]


[1] Anm. Max: Was hatte sich Stegmayer bloß vorgestellt? Dass ich ihm bei der Recherche die Händchen halte? Mein Job war getan, ihn an die Küste gefahren zu haben – Punktum. Tsss, es gibt Autoren, die entwickeln sehr illustre Anspruchs­hal­tungen.    

[2] Anm. Max: Frechheit! Aber, um mit Stegmayer zu sprechen: Perlt ab!

[3] Anm. Max: Meine Eigenart, erst zu denken und dann zu reden, schien Stegmayer zu irritieren.