Badende, ganz jung

Badende, ganz jung

Juli 2021
sofort lieferbar
EAN 9791220109987
15,90 € [D]
     

Der Arzt fährt los, sie sind zu viert. ein wertvolles Gemälde soll an einen Mann in Brügge ausgeliefert werden. Aber es läuft schlecht. (Handlung entspr. soweit großteils Dr. Kurons letzte Woche:) Jahre später wird der Autor Zeuge eines erneuten VErsuchs, das GEmälde zu Geld zu machen. Wieder geht es nach Brügge. Der Überlebende der ersten FAhrt, die Erbin , die Familie des Besitzers - werden sie diesmal ERfolg haben? 

Ein besonderer Krimi. Immer in Hier und Jetzt. Man steigt mit dem Autor ein in die Abenteuer schräger Typen, wie Dr. Kuron in den Mercedes des Chefs einsteigt. Ab geht`s. Zwei Jageden voller krummer Touren mit mörderischen Verstrickungen. Aussteigen wird für alle Beteiligten schwierig. Was bleibt richtig, was falslch, einmal auf dem Trip ins Verbrechen?

Roman Pohl

Roman Pohl

 

Die Famlie flieht von Dresden in den Westen. In Düsseldorf habe ich das Abitur gemacht und in Heidelberg, Lille und Berlin Medizin studiert. Um schließlich im rechtsrheinischen Köln als Allgemeinarzt zu arbeiten und im  Souterrain mit Kollegen eine Substitutionsbehandlung für Heroinabhängige aufzubauen. Die Arbeit und meine Familie, Freude an Literatur und Musik, ab und an ein Ausbruch (Arbeit in Kalkutta, Ein-Mann-Segeltrip zu den Zykladen, Marathonlaufen in New York) - das hat mich in Bewegung gehalten.

Jetzt lebe ich in Berlin und Brandenburg.

 

Dr. Kurons letzte Woche                                                                           habe ich um die Jahrtausendwende geschrieben. Der Verlag war ebenso überrascht wie ich, als der Krimi für den Glauser-Debüt-Preis nominiert wurde. Schreiben gefiel mir, aber der Verlag geriet in Schwierigkeiten und ich bekam nicht den Preis und dann habe ich es mit dem Schreiben wieder gelassen.

Badende, ganz jung 

Zu Beginn der Corona-Zeit stehe ich unschlüssig vor meinem Bücherregal und schlage erstmals wieder den ´Dr. Kuron` auf, lese mit zunehmendem Interesse meinen eigenen Text und denke: nicht zu schlecht - machs besser. Bald transponiere  ich den Text mit vielen Veränderungen ins Präsens, um damit einen Folgeroman beginnen zu lassen. ´Badende, ganz jung` erscheint Sommer 2021 im EuropaBuch-Verlag

 

Ein Probe-Video (Mai 2021) zur Einführung des Buches:

https://www.youtube.com/watch?v=b_FpdI3C1IY 

 

 

 

 

 

 

 

Roman Pohl gab der Redaktion des SYNDIKATS ein exklusives Interview

Wo schreibst du am liebsten?

Mit Blick aus dem Fenster.        

Welches ist dein Lieblingskrimi?

Der gläserne Schlüssel von Dashiell Hammett          

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Elmore Leonhard         

Warum bist du im SYNDIKAT?

Mal ausprobieren. Vielleicht bringt es etwas für mein Buch.

Dein Lieblingswort?

Mein Lieblingsunwort: ´genau`        

Dein Sehnsuchtsort?

Cordoba, dahin reisen wir in drei Wochen.        

Dein Lieblingsgetränk?

Bier / Whisky            

Dein Lieblingsmord?

Der Mord auf der Hohenzollernbrücke in Köln, ein  Kapitel aus: Badende, ganz jung (s.u.)         

Wo findest du Ruhe?

Ich hab viel Ruhe. Besonders wohl fühle ich mich spät, bei Bier + Bourbon          

Wo Aufregung?

Morgen spielen wir mit der Mannschaft um Punkte     

Deine persönlich meist gehasste Frage?

´Jetzt sagen Sie mal ganz ehrlich...`        

Leseprobe

„Gehen wir ein paar Schritte“, schlägt er vor. 

Nach dem langen Sommer meldet sich der Herbst mit kühler, feuchter, nebliger Luft. Braune Kastanienblätter kleben an den Bodenplatten. Als sie im Licht einer Bogenlampe stehenbleiben, sagt Max K.: „Ich muss rüber.“ Sein kräftiges Kinn reckt sich vor, deutet in Richtung Hohenzollernbrücke. „Meine Freundin wohnt im Hyatt.“

„Die Wienerin“, stellt Swobo fest. Die Wienerin, die mit Frank Pauly befreundet war und zuletzt mit Max K. Auftauchte. 

„Noch ein paar Schritte können nicht schaden. Komm mit“, sagt Swobo zu Peter. 

Sein Ton hat etwas von einem Befehl. Max K. blickt zum Schrank auf, sagt aber nichts, steckt nur die freie Hand in die Tasche und geht los. Swobo und Peter folgen, ebenfalls die Hände in den Jackentaschen. Max und Peter tragen dunkle Daunenjacken, die von Max K. teuer und fein gesteppt, die von Swobo plump und abgetragen. Peter zieht die Kapuze seiner Fleecejacke über den Kopf, bevor er seine Hände in den Taschen versenkt. 

Er fühlt das Snider-Knife, das er immer bei sich trägt, es ist im Futter eingenäht. Er hat wegen des Messers, um es sicherer verbergen und trotzdem leicht ziehen zu können, eine Extratasche aus Leder einnähen lassen. 

Max K. Kommt zum Übergang, am anderen Ufer liegt das Hyatt, ist aber im Dunst nicht zu sehen. Vor ihnen verliert sich der Fuß- und Radweg zwischen dem Eisen der Gitter links und des Geländers rechts. Max K. geht einige Schritte voraus. Er dreht immer wieder den Kopf und Peter wird klar, dass sie seine Verfolgung aufgenommen haben. Aber Swobo sagt nichts. Am Gitter hängen Schlösser der Liebenden, in ein paar Jahren werden es so viele sein, dass die Stadtverwaltung ihr Gewicht prüfen lässt aus Sorge vor einer Überlastung der Brücke. Die Waggons einer frühen S-Bahn quietschen vorüber. Max K. bleibt stehen, wartet, dass sie aufschließen.

Swobo flüstert: „Er hat `ne Pistole.“

Als sie aufgeschlossen haben verharren sie wie in den Ecken eines gleichseitigen Dreiecks. Keiner sieht dem anderen ins Gesicht. In Peter geistert eine Stimme: ´Think about it`. Wer war das? Plötzlich sieht er den Mann vor sich: der fette Guide bei der Führung in Tombstone. OK Corall. Vorhin hatte er so ein Gefühl, als ob der gleich auftaucht mit seinem Stock. Seltsame Flashbacks. Auch, dass er sich immer mal wieder wie im Wald fühlt, wie er Giusto hinter sich her schleift. Morgens, wenn er aufwacht und nicht wieder einschlafen kann. Vorhin in der Karibik-Bar wäre er fast auf einen Gast losgegangen. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Swobo ihn nicht gestoppt hätte.

Max K. sagt zu Swobo: „Hier hast du den Schlüssel. Das war`s . Macht mit dem Inventar, was ihr wollt.“

Swobo steckt den Barschlüssel ein. „Was ist mit dem Geld für September?“

„Mehr ist nicht.“ Max K. tritt einen Schritt zurück.

Swobo wirkt nachdenklich. 

Als er gut zehn Meter weg ist und inzwischen zügiger geht und sich nicht weiter umblickt, und Swobo immer noch nichts sagt, zieht Peter sein Snider Knife, lässt die Klinge rausspringen und rennt los, völlig lautlos auf seinen Nikes.