Mörderisches vom Niederrhein

Mörderisches vom Niederrhein

Krimis

Gmeiner-Verlag

Taschenbuch
2021, August 2021
sofort lieferbar
ISBN 9783839200605
12,– € [D], SFr. 17,90 [CH], 12,40 € [A]
     
Die Landschaft am Niederrhein ist flach - und hochspannend. Menschenschlag, Natur, Landwirtschaft, Industrie, Freizeitmöglichkeiten, Geschichte und Mythen bieten eine Fülle an kriminellen Möglichkeiten mit gelegentlich tödlichen Lösungen. Entführung, Totschlag, Mord: Regina Schleheck schickt in 12 Kurzkrimis ein vielfältiges Figurenensemble von Erkelenz bis Emmerich, Heinsberg bis Hamminkeln, Kaiserswerth bis Kevelaer quer durch die Niederungen des Rheins - und der Gefühle.

Regina Schleheck

Biografische Angaben:
Regina Schleheck hat sich im Krimi wie in der Phantastik einen Namen gemacht. Mit dem Friedrich-Glauser-Preis für einen Kurzkrimi und dem Deutschen Phantastik Preis für ein SciFi-Hörspiel wurden ihr die begehrtesten Auszeichnungen beider Genres zugesprochen – neben vielen anderen.
Die 1959 geborene hauptberufliche Oberstudienrätin, nebenberufliche Referentin, Herausgeberin, Lektorin, fünffache Mutter, lebt und lehrt in Leverkusen und hat seit 2002 Hunderte Kurzgeschichten, Hörspiele, Romane sowie andere Prosa und Lyrik veröffentlicht.

Veröffentlichungen:
* Mörderischer Niederrhein. 12 Krimis. Gmeiner 2021
* Christian Linker und Regina Schleheck (Hg.): Traumbilder. BoD 2020
* True Crime: Der Kirmesmörder. Regina Schleheck. Sprecher: Monty Arnold. SAGA Egmont 2020
* Christian Linker und Regina Schleheck (Hg.): Traumfabrik. BoD 2019
* Mörderisches Bergisches Land. 11 Krimis und 125 Freizeittipps. Gmeiner 2019
* Mörderisches Leverkusen und Umgebung. 11 Krimis und 125 Freizeittipps. Gmeiner 2018
* Tod in Herford. Edition Oberkassel 2018
* Wipper-Wein. Kinder- und Jugenderzählung. Frankfurt am Main: vss 2018
* Luca und das Mal der Fürsten. Jugenderzählung. vss 2018
* Basilikumdrache und Schöpfungskrönchen. Phantastische Geschichten. Hörbuch. iFuB 2017
* Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch. Gmeiner 2016
* Wer mordet schon in Köln? 11 Krimis und 125 Freizeittipps. Gmeiner 2016
* Basilikumdrache und Schöpfungskrönchen. Phantastische Geschichten. iFuB 2016
* Sonne, Mord und Meer. Hg.: Regina Schleheck. Der Kleine Buch Verlag 2016
* Klappe zu – Balg tot. Bitterböse Geschichten. Der Kleine Buch Verlag 2015
* Untertauchen. SciFi-Novelle. 110th 2014
* Mechthild Zimmermann und Regina Schleheck (Hg.): Sonne, Mord und Ferne. ViaTerra 2013
* Die Weissagung des Drachen. Fantasyerzählung. Berlin: Satzweiss, 2012.
* Mark Brandis. Aktenzeichen Illegal. Hörspiel nach N. v. Michalewsky. Folgenreich (Universal), 2011.
* Mechthild Zimmermann und Regina Schleheck (Hg.): Mordsmütter. Edition ViaTerra, 2011
* Adventsgeschichte von A bis Z. Hörspiel für Ü-Zehner. Drachenmond Verlag, 2009
* Mark Brandis. Bordbuch Delta VII. Hörspiel nach N. v. Michalewsky. Steinbach Sprechende Bücher, 2007
* mehrere hundert Kurzgeschichten, weitere Prosa- und Lyrik-Veröffentlichungen siehe Homepage

online: www.regina-schleheck.de

„Einige Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Regina Schleheck zum neuen Buch“

Worüber schreibst du am liebsten?

Antwort: Über Dinge und Orte, die ich gut kenne, mindestens aber gründlich vor Ort recherchieren kann, weil die Vorarbeit – hier die Streifzüge durch den Niederrhein –zum Glück des Schreibendürfens hinzukommt.     
Welches ist dein Lieblingskrimi in dem Buch?

Antwort: Ich liebe das Lesen der Fahne. In der Regel liegt das Lektorat wieder eine Weile zurück und ich bin wieder völlig überrascht. Lese den ersten Text und denke: Wow, der ist ja klasse. Dann den nächsten, denke: Wow, auch nicht schlecht. Am Ende – sorry – kann ich diese Frage nicht beantworten. 
Deine Lieblingsfigur?

Antwort: Je böser, desto lieber. Weil Krimischreiben nichts anderes ist, als Erklärungen zu finden, wie Menschen zu so etwas fähig sein können. Das gelingt nicht ohne Empathie, den Blick in die eigenen Abgründe und die immer wieder überraschende Erkenntnis: Dazu wärst du selbst fähig. Wer seine Figuren nicht liebt, sollte die Finger von ihnen lassen.       

Warum bist du im SYNDIKAT?

Antwort: Weil ich dort auf einen wunderbaren Haufen von Menschen stoße, die einen ähnlichen Knall haben.           

Dein Lieblingswort?

Antwort: Es sind zwei. Das jeweils erste einer Geschichte und ENDE.           

Dein Lieblingsmord?

Antwort: Der als solcher unerkannte. Von dem außer dem Mörder oder der Mörderin und dem Lesenden niemand weiß. Weshalb ich ungern Whodunits schreibe.        

Wo findest du Ruhe?

Antwort: Nicht wo – wann: nachts.           

Wo Aufregung?

Antwort: Beim Aufschlagen der Zeitung. Heutzutage: online.           
Deine persönlich meistgehasste Frage?

Antwort: Was ist Ihr Lieblings…? Wenn ich je da ankäme, dass ich dieses Etikett vergeben könnte, wäre ich fertig mit der Welt. Ihr empfehle einäschern.

Leseprobe

Ihr Erschrecken beim Eintreten war unübersehbar. „Eine Frau!“, sagte sie statt einer Begrüßung, nachdem ihr Blick suchend nach rechts und links und zurück über ihre Schulter geirrt war. Kein Vorzimmer mit Tür zum Detektivbüro. Auch das bin ich gewöhnt. Ich bin keiner der Helden, die mit hochgelegten übereinandergeschlagenen Beinen in einem heruntergekommenen Hinterhaus am Schreibtisch sitzen, halb geschlossene Augen und Fluppe im Mundwinkel. Bei mir wird man in einem hellen Wohnraum empfangen. Mit Sofa, Sesseln und Blick auf einen Balkon, dessen Geländer mit überbordenden Geranienkästen behängt sind. Auf dem Couchtischchen dampft frischer Pfefferminztee auf einem Stövchen, und ich sehe aus wie Tante Käthe kurz vor dem Hausputz. Darauf lege ich großen Wert: dass ich wie vor, nicht nach dem Hausputz aussehe. Diese kaputten Typen, die in einschlägigen Filmen den Eindruck erwecken, man müsse sie zum Jagen tragen, mögen für den Überraschungseffekt gut sein, wenn sie dann doch den Hintern hochkriegen – und zwar nicht um den der Klientin willen. Für ein konstruktives Miteinander und das Fordern eines angemessenen Honorars sind solche Vorbilder ungeeignet. Zumal: Auffälliger als mit Trenchcoat und heruntergezogener Hutkrempe kann man gar nicht observieren. Mir hingegen vertraut man. Und traut mir nichts zu. Also in dem Punkt, in dem genau das gewünscht ist.

Man muss dazu sagen, dass sie genauso wenig dem Typ Frau entsprach, der in einem Film noir Detektivbüros frequentiert. Auch wenn sie sich gut gehalten hatte, musste sie weit jenseits der Wechseljahre sein. Weißer Dutt, schlanke Gestalt, dezentes Make-up, Hahnentritt-Kostüm – Kaschmir? – und elegante Lederslipper verrieten einen sozialen Hintergrund, mit dem ein Ottersumer Landei wie ich nicht mithalten konnte. Aber gut, wen will man für das Nest, dem man entschlüpft, verantwortlich machen?

„Genau, eine Frau“, sagte ich. „Wir sind hier unter uns.“ Bot ihr eine Tasse an. Schenkte ihr ein, als sie nickte, fragte: „Zucker? Milch?“ Deutete auf Kännchen und Döschen, hielt, als sie wiederum nickte, ein Löffelchen hoch: „Geschüttelt oder gerührt?“

(Auszug aus: „Shortness of breath“)