Mord am Viktualienmarkt

Mord am Viktualienmarkt

Ein Fall für Exkommissar Max Raintaler

Gmeiner-Verlag

Taschenbuch
2021, Juli 2021
sofort lieferbar
ISBN 9783839200520
14,– € [D], SFr. 20,90 [CH], 14,40 € [A]
     
Ein sonniger Freitag in München. Seit Tagen bläst ein starker Föhn von den Alpen her. Die Stimmung der Menschen in München ist deshalb reichlich aggressiv und aufgekratzt. Exkommissar Max Raintaler und der Leiter der Mordabteilung, Hauptkommissar Franz Wurmdobler, lernen auf dem Viktualienmarkt zwei sympathische Urlauberinnen kennen. Noch am selben Abend verschwinden beide Frauen spurlos. Max und Franz machen sich auf die Suche nach ihnen.
Michael Gerwien

Michael Gerwien

geboren 1957 in Biberach an der Riß, aufgewachsen in Mittenwald, lebt seit 1972 in München. Er arbeitet dort als Autor und Musiker. Seit 2011 veröffentlicht er Kurzgeschichten und humorvolle Kriminalromane beim Gmeiner-Verlag. Michael Gerwiens Münchner Serienheld dort ist der sportliche, hypochondrische, teilzeitgrantige und trinkfeste Exkommissar Max Raintaler, der eine lockere Beziehung mit seiner Freundin Monika pflegt, aber auch sonst bei den Frauen einen Schlag hat. Zusätzlich gibt es von Michael Gerwien die Schattenkillerreihe mit Teil 1 Schattenkiller Herbst 2016, Teil 2 Schattenrächer im Herbst 2017 und Teil III im Herbst 2018. Seine Lesungen begleitet Michael Gerwien selbst mit eigenen Liedern und den Lieblingssongs seiner Protagonisten, Michael Gerwiens spezielle Version von "Stille Nacht" mit einem neuen Text wurde von 2014-2017 insgesamt mehr als 3 Millionen mal im Internet aufgerufen.

 

Ein exklusives Interview für das SYNDIKAT:

Wo schreibst du am liebsten?

An meinem Schreibtisch im Wohn- und Arbeitszimmer.           
Welches ist dein Lieblingskrimi?

Sherman Alexie_Indian Killer           
Warum bist du im SYNDIKAT?

Für mich einfach ein Muss als Krimiautor.          

Dein Lieblingswort?

Hoffnung           

Dein Sehnsuchtsort?

Mexiko           

Dein Lieblingsgetränk?

Espresso           

Deine Lieblingskrimiserie?

True Detektive   

Wo findest du Ruhe?

Auf dem Fahrrad auf einem Waldweg außerhalb der Stadt.

Wo Aufregung?

Überall sonst.           
Deine persönlich meist gehasste Frage?

Warum hast du dich nicht rasiert?           

Leseprobe

1

Freitagnachmittag, München, Viktualienmarkt. Der Föhn dauerte jetzt schon drei Tage an. Es war deshalb viel zu warm für die Jahreszeit. Die trotz des Sonnenscheins teils übellaunigen und unnatürlich aufgekratzt wirkenden Gesichter der hin und her eilenden Leute bereiteten dem sportlich kurzgeschorenen Ex-Kommissar Max Raintaler keine rechte Freude. 

Herrschaftszeiten, sollten sie sich doch lieber zusammenreißen und ihn ein wenig aufheitern. Mit einem netten Lächeln zum Beispiel. Föhngrantig war er schließlich selber. 

„Ich hol uns noch eine Halbe“, meinte der kleine, aber dafür sehr rundliche glatzköpfige Hauptkommissar Franz Wurmdobler, sein früherer Kollege bei der Kripo. 

Max saß seit einer Stunde mit ihm an einem schattigen Tisch in einem gemütlichen kleinen Biergarten inmitten der Obst- und Gemüsestände. Es roch überall nach einer wilden Mischung aus Knoblauch, Kräutern, Blumen, Käse, Bier, Schweinsbraten, Sauerkraut und Schweinswürschteln. Vor einer guten halben Stunde hatten sich zwei sympathisch wirkende, gut gekleidete Frauen im mittleren Alter zu ihnen gesetzt. Sie hatten sich ihnen als Dagmar und Mathilde vorgestellt. 

„Die Damen auch noch ein Bier?“ Franz zeigte auf ihre fast leeren Gläser.

„Danke, Herr Franz. Sehr lieb. Aber wir holen uns später selbst noch etwas.“ Die auf seiner Seite des Tisches sitzende blonde Dagmar lächelte kurz.

„Ist in Ordnung. Man will sich auf keinen Fall aufdrängen.“ Er nickte mit zurückhaltendem Gesichtsausdruck.

„Also, von mir aus gern“, erwiderte Max. Seine stahlblauen Augen strahlten fröhlich. „Bei dem trockenen Wind kriegt man ja Risse im Gesicht.“

Franz trollte sich lachend Richtung Ausschank. 

Der Föhn, ein warmer Fallwind von der Alpennordseite, war in erster Linie angenehm trocken und mild auf der Haut zu spüren. Aber er wirkte auch auf das Gemüt und konnte so die Menschen im ganzen Voralpenland und speziell in München förmlich in den Wahnsinn treiben. So mancher sollte deswegen bereits aus dem Fenster gesprungen sein oder jemanden in rasender Wut erschlagen haben. 

„Soll ich uns doch lieber gleich noch ein schönes Bierchen holen, Mathilde?“ Dagmar bedachte ihre dunkelhaarige Begleiterin mit einem fragenden Blick. 

Alle zwei waren vom Typ Naturschönheit ohne viel Schminke im Gesicht, wie Max gleich zu Beginn erfreut registriert hatte. 

„Gerne, meine Liebe.“ Sie schaute Max von der Seite an, während sie mit Dagmar sprach, und er bekam prompt das Lächeln geschenkt, das er sich gerade eben noch gewünscht hatte.

„Selbst ist die Frau, stimmt’s?“, sagte er und sah abwechselnd von einer zur anderen.

„Wir wollen nur niemandem zur Last fallen, Max.“ Dagmar räusperte sich umständlich.

„Verstehe.“