Im Flachgau wartet der Tod

Im Flachgau wartet der Tod

Kriminalroman

Emons Verlag

Taschenbuch
Oktober 2021
sofort lieferbar
ISBN 9783740813253
13,– € [D], SFr. 18,70 [CH], 13,40 € [A]
     
Ein herrlich schräger Krimi aus dem Salzburger Land.



Mitten in der Flachgauer Raunacht geschieht ein Mord, der das beschauliche Örtchen Koppelried in den Ausnahmezustand versetzt – und mit ihm den Dorfpolizisten Raphael Aigner, der das Opfer nur allzu gut kannte. Mit Unterstützung alter Kollegen nimmt Aigner die Fährte auf und trifft bei der Suche nach dem Täter nicht nur auf überhebliche Pfaffen, windige Geschäftsmänner und kauzige Dorfbewohner, sondern kommt auch einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur.
Natascha Keferböck
© Natascha Keferböck

Natascha Keferböck

Geschichten zu erzählen hat für Natascha Keferböck, Jahrgang 1969, schon als Kind eine wichtige Rolle gespielt. Mit dem Aufschreiben hat sie allerdings erst später begonnen. Die Wahlwienerin mit Salzburger Wurzeln mütterlicherseits hat ein Studium der Informationstechnologie abgeschlossen und ist seit vielen Jahren beruflich in der Finanzwelt zu Hause.

 In ihren Flachgauer Krimis rund um das fiktive Dorf Koppelried bei Salzburg zollt die Autorin ihrer Liebe zum Salzburger Land und seinen Menschen humorvoll Tribut.

Gewinnspiel

Gewinnfrage: Wie heißt Band 1 der Raphael Aigner-Krimiserie?

Gewinn: 2x 1 Buch mit persönlicher Widmung begleitet von echten „Original Salzburger Mozartkugeln“

Antworten bis spätestens 7.11.2021 hierhin.

Leseprobe

Chefinspektor Raphael »Raphi« Aigners (Erzähler) erstes Gespräch mit seiner Mutter nach 38 Jahren:

Da sie mir beim Sprechen bereits zum zweiten Mal in den Krautsalat gespuckt hat, graust es mir, und ich schiebe den Teller weit weg von mir.

Wohl schon etwas vom Alkohol beflügelt, schlägt sie sich ausgelassen mit der flachen Hand auf den fetten Oberschenkel und schenkt sich noch einen weiteren Schnaps ein. Ich befürchte, die Flasche wird bald leer sein.

»Erni, noch zwoa Halbe!«, schreit sie dann mit kräftiger Stimme, was die Erni durch die geöffnete Tür in der Schank kaum überhören kann, anschließend monologisiert sie weiter und spuckt dabei immer wieder ungeniert auf den Tisch. Die Frau hat wirklich eine ordentlich feuchte Aussprache.
Ich verzichte nun auch auf den Rest meines Schweinsbratens, weil mir der Appetit vergangen ist.
»Aber dann hat mich irgendjemand leider bei der Finanz ang’schwärzt, und – schwups! – musste i das Gschäft schließen. Schad drum, das war schon eine kloane Goldgrube. Jedenfalls hab ich kurz pausiert und nach all der harten Arbeit mein Leben mal ein bisserl genossen. In Malibu ist mir aber leider das Geld ausgegangen. Also bin i rüber nach Miami, weil es da auch recht warm ist und i das immer schon sehen wollt wegen ›Miami Vice‹ und so, woaßt, aber das kennst du wahrscheinlich gar net«, winkt sie mit einem Seitenblick auf mich ab. »Na ja, dann hab i mir von einem Freund ein bisserl Geld geliehen und damit dort ›Liesl’s German Schnitzel House‹ eröffnet, weil Österreich bei die Amis ja faktisch koa Depp kennt. Das Restaurant gibt es immer noch, es ist zwar nimmer die kloane Goldgruben, aber es hat mich bis jetzt ernährt.«

Die Erni stellt mit grimmigem Gesicht zwei Bierkrüge vor uns auf den Tisch, lädt die leeren Krüge und alle Teller auf ihr Tablett und wieselt leichtfüßig zurück in den Schankraum. Ich trinke einen kleinen Schluck von meinem immer noch ersten Bier und lasse die beiden vollen Krüge vor der Liesl stehen. »Und dein zweiter Sohn, dieser Simon? Was ist mit dem?« Ich muss gestehen, dass ich doch sehr neugierig bin.

Man kriegt nicht oft von jetzt auf gleich einen ausgewachsenen Bruder.

»Der Sssimon? Als der noch kloa war, da haben wir uns net so viel g’sehen.« Ihre Augen schimmern glasig, aber bestimmt nicht vor Rührung, sondern vom Alkohol. Ihre Zunge scheint auch schon etwas schwerer zu werden. Plötzlich fährt sie mir mit ihrer fetten Hand erstaunlich sanft durch meine Locken. 
Ich runzle die Stirn und wehre sie ab, was sie mit einem herzhaften Lachen quittiert.

»Der Sssimon schaut dir wie runterg’rissen ähnlich, schon komisch bei zwoa verschiedenen Vätern. Der isss als Bub mit seinem Vater irgendwann nach Hamburg gezogen, und da lebt der heute noch. Hab i nie verstanden, dass man die Deutschen den Amis vorzieht. Aber isss ja sssein Bier, net meins.« Sie rülpst nicht grad damenhaft und, wie sollte es anders sein, trinkt wieder vom Bier. »Unglaublich, dasss die Erni da in dem Kaff ssso ein gutes Bier hat. Dasss könnt i in den Staaten lllocker vertschecken.« Sie kratzt sich am Hinterkopf, als hätte sie etwas vergessen. »Worüber haben wir grad noch mal g’sprochen? Ah ja, der Sssimon. Hamburg ist sssu weit für mich, aber der Bub b’sucht mich ab und sssu in Miami. Vielleicht flieg i ja doch noch irgendwann nach Hamburg, wenn i schon in shitty old Europe bin. Der würd schauen, hi, hi. DerBub isss dorddd eine große Nummer, ein Banker oder irgend so was, glaub i.« Die Liesl versucht, ihr Bier zu fixieren, und kriegt dabei Schluckauf. »Hicks! Was machsddd du eigentlich? Pfaff bisss – hicks – ja hoffentlich net worden, droddds deinem erzkadddholischen Vaddder!« Ihre Zunge will ihr nicht mehr so richtig gehorchen, aber sie lacht wieder und schlägt sich mit der flachen Hand auf den Oberschenkel.
Ich muss gestehen, sympathisch ist sie mir nicht gerade, meine Mutter. »Ich bin Polizist, ein Cop«, grinse ich etwas schräg.

Die Liesl kann sich vor Lachen kaum mehr halten. »Ein Dorfgendarm, na, das gib’s net. Mein Bubbb, der Gendarm – hicks – ha, ha.«

Ich finde das überhaupt nicht lustig. 

Exklusives Interview mit der Redaktion des SYNDIKATS

Wo schreibst du am liebsten?

 Am liebsten draußen (außer im Winter). Am Balkon, im Park, sogar auf Almhütten in den Salzburger Bergen (immer mit einem großen Glas Buttermilch)

Welches ist dein Lieblingskrimi?

Der Knochenmann von Wolf Haas
Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

 Hier kann ich mich unmöglich entscheiden, auf Instagram hab ich so viele liebe Kolleg*innen kennengelernt, die ich alle mag

Warum bist du im SYNDIKAT?

Weil ich nicht nur Autorin, sondern auch Krimileserin bin und dort wunderbare Tipps erhalte. Außerdem liebe ich die Krimi Quickies.

Dein Lieblingswort?

Erdäpfisalat

Dein Sehnsuchtsort?

Oamaru in Neuseeland, die Stadt der Blue Penguins 

Dein Lieblingsgetränk?

Wegen meines Debütromans Bierbrauerblues sollte ich eigentlich mit „Bier“ antworten, aber um ehrlich zu sein: Kaffee in einem Wiener Kaffeehaus – in allen Ausprägungen

Dein Lieblingsmord?

 Die Männermorde der „Apothekerin“ Hella Moormann von Ingrid Noll

 Wo findest du Ruhe?

Am Balkon bei meinen Pflanzen (=Dschungel für Anfänger)

Wo Aufregung?

 Im Kreis meiner großen Familie

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Wo sind meine Socken?

Zwei "Krimi-Quickies" zum Hineinsehen:

Syndikat Krimi Quickie „Bierbrauerblues“ Band 1: 
https://www.youtube.com/watch?v=QMjr09aXk2Q&t=150s

Bierbrauerblues YouTube Lesung Dezember 2020: 
https://www.youtube.com/watch?v=aZlXVYSIqgU&t=35s