RACHE – Auge um Auge
Joachim Speidel

RACHE – Auge um Auge

Ein Stein & Berger Thriller. Folge 5

beTHRILLED - Bastei-Lübbe

Ein Stein & Berger Thriller [5]

120 Seiten
Oktober 2020
sofort lieferbar
ISBN 9783732585366
1,99 € [D]
     

Folge 5: Laura wird um Hilfe gebeten: Sie soll die Ehefrau des Ex-Polizisten Harald Brunner vor häuslicher Gewalt schützen. Die Kommissarin stutzt: Brunner hat eine brisante Verbindung zu Wolf. Doch der hat angeblich kein Interesse mehr an den alten Geschichten. Denn mit seiner geheimnisvollen Nachbarin Alina scheint endlich ein Neuanfang möglich …

 

Über die Serie:

Laura Stein ist eine Getriebene. Die junge Kommissarin ging als Jugendliche durch die Hölle und überlebte. Aber die Vergangenheit verfolgt sie bis heute. Unerbittlich jagt sie seit Jahren dem Gangsterboss Victor Hansen hinterher. Um ihn zu stellen, ist ihr jedes Mittel recht. Selbst wenn sie einen Mörder als V-Mann rekrutieren muss …

RACHE von J. S. Frank alias Joachim Speidel – die sechsteilige Thriller-Serie um Kommissarin Laura Stein und Ex-Gangster Wolf Berger. 

Knallhart, überraschend, nichts für schwache Nerven!

eBooks von beTHRILLED: Mörderisch gute Unterhaltung.

Joachim Speidel

Joachim Speidel

 

1960 in Balingen/Württemberg geboren. Studierte Germanistik, Geschichte und Politik »durchaus mit heißem Bemühen«, um anschließend mehr als zwanzig Jahre als Medienlektor zu arbeiten. Schreibt Kurzgeschichten und Romane. Nominiert für den Agatha-Christie-Krimipreis 2013 und 2014 und für den Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2017. Stipendiat des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg 2018.

Unter dem Pseudonym J. S. Frank hat er die fünfteilige dystopische Thriller-Serie »SMASH99« beim Verlag Bastei-Lübbe veröffentlicht. Im selben Verlag und unter demselben Pseudonym erscheint ab Juni 2020 die neue sechsteilige Thriller-Serie »RACHE«.

 

Weitere Infos unter:

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Facebook: www.facebook.com/JoachimSpeidelAutor/
Instagram: www.instagram.com/joachimspeidel/

Leseprobe

1 ABSTURZ

Zielscheibenschießen.

Das Dumme ist nur: Du bist die Zielscheibe. Und der Schütze mit der Waffe ist nur knappe zwei Meter von dir entfernt.

Er sitzt am Boden. Beine gespreizt. Es sieht komisch aus. Er hält mit beiden Händen die Pistole. Sie ist auf dich gerichtet. Er zieht den Abzug.

Bang, bang, he shot me down …

Die erste Kugel trifft dich in die Brust. Es fühlt sich an wie ein wuchtiger Schlag mit einem Vorschlaghammer. Du taumelst zurück. Die zweite Kugel trifft dich irgendwo im Hüftbereich. Wieder so ein Vorschlaghammer-Treffer.

Du fliegst nach hinten. Schwebst in der Luft. Starrst dabei hoch zur grauen Decke des Appartementflurs.

Bang, bang, I hit the ground …

Du knallst mit dem Rücken und dem Hinterkopf auf den Boden. Du zerspringst in tausend Teile wie eine Glasvitrine. Jedenfalls kommt es dir so vor.

Ach ja, die Decke des Appartementflurs ist immer noch grau. Nach und nach fügen sich die tausend Teile wieder zu einem großen Ganzen zusammen.

Zu dir.

Dein Herzschlag wummert dir in den Ohren. Das Atmen fällt dir schwer. Du hebst den Kopf. Siehst an dir herunter. Siehst die beiden zerfransten Einschusslöcher in deinem Hemd. Siehst, wie das Blut heraussuppt.

Komisch, du spürst keine Schmerzen.

Noch nicht.

Du bist voll mit Adrenalin.

Du spürst nicht mal, wenn du verreckst.

»Leg ihn um, Harry«, sagt eine gepresst klingende Stimme wie von ganz weit weg. »Leg ihn schon um!«

Du kennst diesen Harry, der auf dich geschossen hat, aber du kennst ihn nur vom Sehen. Ihr seid euch vorher schon ab und zu begegnet. Eine miese Ratte.

Er steht keuchend auf. Du hast ihm ins Bein geschossen und anschließend in die Brust. Aber der Scheißkerl hat eine Panzerweste unter seinem Hawaiihemd.

Hinter ihm liegt sein Kumpel mit dem Bauch auf dem Appartementflurboden. Du hast ihm eine Kugel in den Rücken verpasst. Er windet sich wie ein Wurm. Von ihm kommt die gepresst klingende Stimme: »Harry, leg ihn um!«

Hawaiihemd ist unschlüssig. Das Gesicht ist schmerzverzerrt. Seine Blicke gehen von seinem Kumpel zu dir und wieder zurück.

Hawaiihemd humpelt zu seinem Kumpel. Der schnauzt ihn an: »Arschloch! Du hast keine Zeit mehr. Du musst ihn abknallen. Mach schon!«

Du spannst die Bauchmuskeln an, um hochzukommen.

Jetzt spürst du die Schmerzen. Glühende Klauen, die dich aufreißen. Sie rauben dir den Atem. Dir wird schwarz vor Augen. Aber irgendwas in dir sagt: »Steh auf! Das ist deine einzige Chance.« Also versuchst du aufzustehen.

Du bist auf allen vieren.

Hawaiihemd kommt auf dich zu. Du hörst die genagelten Schuhe. Er zieht das Bein mit der Schusswunde nach.

Du setzt dich auf die Knie.

Er hebt den Arm mit der Pistole. Du blickst in die Mündung.

Dann hörst du eine fremde Stimme, hart, laut, bestimmt: »Stopp! Waffe runter!«

Hawaiihemd drückt dir den Lauf gegen die Stirn.

Wieder die fremde Stimme: »Waffe runter, oder ich schieße!«

Hawaiihemd nestelt mit der freien Hand in der Brusttasche herum, findet einen Ausweis, dreht den Arm nach hinten: »Ich bin ein Kollege von euch. Drogenfahndung. Kommissar Brunner …