RACHE – Vertrauen ist tödlich

RACHE – Vertrauen ist tödlich

Ein Stein & Berger Thriller. Folge 3

beTHRILLED - Bastei-Lübbe

Ein Stein & Berger Thriller [3]

120 Seiten
August 2020
sofort lieferbar
ISBN 9783732585342
1,99 € [D], SFr. 0,– [CH], 0,– € [A]
     

Folge 3: Laura ist einen Schritt weiter: Wolf soll wieder für Hansen arbeiten – aber dafür braucht der Gangsterboss das Okay der kalabrischen Mafia. Doch bald werden Anschläge auf Laura verübt. Und die Mafia verlangt einen Vertrauensbeweis von Wolf …

 

Über die Serie:

Laura Stein ist eine Getriebene. Die junge Kommissarin ging als Jugendliche durch die Hölle und überlebte. Aber die Vergangenheit verfolgt sie bis heute. Unerbittlich jagt sie seit Jahren dem Gangsterboss Victor Hansen hinterher. Um ihn zu stellen, ist ihr jedes Mittel recht. Selbst wenn sie einen Mörder als V-Mann rekrutieren muss …

 

RACHE von J. S. Frank alias Joachim Speidel – die sechsteilige Thriller-Serie um Kommissarin Laura Stein und Ex-Gangster Wolf Berger. 

Knallhart, überraschend, nichts für schwache Nerven!

eBooks von beTHRILLED: Mörderisch gute Unterhaltung.

Joachim Speidel

Joachim Speidel

 

1960 in Balingen/Württemberg geboren. Studierte Germanistik, Geschichte und Politik »durchaus mit heißem Bemühen«, um anschließend mehr als zwanzig Jahre als Medienlektor zu arbeiten. Schreibt Kurzgeschichten und Romane. Nominiert für den Agatha-Christie-Krimipreis 2013 und 2014 und für den Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2017. Stipendiat des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg 2018.

Unter dem Pseudonym J. S. Frank hat er die fünfteilige dystopische Thriller-Serie »SMASH99« beim Verlag Bastei-Lübbe veröffentlicht. Im selben Verlag und unter demselben Pseudonym erscheint ab Juni 2020 die neue sechsteilige Thriller-Serie »RACHE«.

 

Weitere Infos unter:

https://joachim-speidel-autor.blogspot.com/
www.autorenwelt.de/person/joachim-speidel
Facebook: www.facebook.com/JoachimSpeidelAutor/
Instagram: www.instagram.com/joachimspeidel/

Leseprobe

Prolog: MITTWOCH, 23. DEZEMBER

Laura Stein zählte fünf Männer mit Pumpguns. Die Männer unterhielten sich, grinsten, lachten, einer warf eine Zigarette zu Boden und trat sie aus, ein anderer bohrte in der Nase.

Eine lustige Männerrunde.

Nummer eins und zwei hielten ihre Pumpguns in der Armbeuge, die Finger nahe am Abzug, als hätten sie alle Zeit der Welt. Nummer drei und vier hielten sie wie Aktenkoffer in der Hand, die Gewehrläufe waren auf Laura gerichtet.Nummer fünf hatte seine Pumpgun geschultert, als wollte er auf die Jagd gehen.

Dabei war die Jagd bereits beendet.

Und zur Strecke gebracht worden war sie, Laura.

Ihre Handgelenke waren mit dickem Klebeband hinter ihrem Rücken zusammengebunden.

Sie kniete auf dem harten Fliesenboden.

Der Raum – eine ehemalige Kneipe. Der Name: WESTERN-CLUB. Schaler, abgestandener Biergeruch hing in den Wänden, in der abgegriffenen hölzernen Theke mit den abmontierten Zapfhähnen, in den kaputten Hängeschränken, in dem letzten Tisch, der einsam in die Ecke gerückt dastand.

Laura war hierhergebracht worden, als die Nachmittagssonne noch schien. Aber sie wusste nicht, wie viel Uhr es gerade war. Die Rollläden waren heruntergelassen, eine einzelne Neonröhre flackerte an der Decke.

Es war eisig kalt im Raum.

Von den Männern mit den Pumpguns stiegen bei ihren launigen Gesprächen kleine Atemwölkchen empor.

Die Männer warteten.

Laura wartete.

Ihre Knie schmerzten. Ihr Blick war auf die Tür gerichtet.

Sie öffnete sich.Das Warten hatte ein Ende.

Victor Hansen betrat die Kneipe.

Schwer, massig, hellbrauner Kaschmirmantel. Hellbraune Haare, Dreitagebart. Rote Designerbrille.

Drei Männer waren bei ihm.Zwei hatten Pumpguns in den Händen.Der dritte hatte die Hände in seiner grauen Cordjacke vergraben. Wolf Berger.

Etwa gleich groß, nicht ganz so massig wie Hansen, aber mit breiteren Schultern. Nach hinten gekämmte schwarze Haare, grau melierter Vollbart.

Hansen begrüßte die fünf Männer, die auf seine Ankunft gewartet hatten, mit einem kurzen Nicken.Danach wandte sich Hansen Laura zu. Rückte seine Brille auf der Nase zurecht. Blickte auf sie hinab. Höhnisch, spöttisch, triumphierend.

Sie senkte den Kopf.

Er begann zu reden.

Sie spürte einen warmen, gekrümmten Zeigefinger unter ihrem Kinn. Er drückte ihren Kopf hoch. Sie blickte Hansen in die Augen. Sie war hellwach. Hörte jedes Geräusch, jedes Füßescharren, jeden Atemzug, ein einsames Nasehochziehen. Ein kurzes Hüsteln. Ein Räuspern.Er sah sie lange an. Taxierte sie ganz genau.

Schließlich seufzte er. »Tja, Frau Stein, ich schätze, wir müssen uns nun leider von Ihnen verabschieden.«

Sie sah ihm in die Augen. »Und tschüss«, sagte sie.

Er blickte mit einem Anflug von Respekt auf sie hinab. »Wissen Sie was, Frau Stein, Sie gefallen mir. Sie gefallen mir wirklich. Sie sind zäh. Sie lassen sich nicht unterkriegen. Sie haben vor niemandem und nichts Angst. Sie kommen auf den Punkt. Unter anderen Umständen, in einem anderen Leben könnten wir, Sie und ich, glaube ich, richtig gute Freunde werden. Wir würden die Welt aus den Angeln heben.«

»Dummerweise haben wir nur dieses eine Leben«, sagte Laura.

»Dummerweise«, sagte er und drehte sich zu Berger um. »Bist du so weit, Wolf? Oder hast du ein Problem damit, sie zu erschießen?«

Laura nahm erst jetzt wahr, dass Berger eine Pistole, eine schwere Glock, in der Hand hielt. Sie schätzte, eine Glock 40, Kaliber 10 mm.

Berger schritt gemächlich auf Laura zu. »Wieso sollte ich ein Problem damit haben?«

Die Männer mit den Pumpguns grinsten.

Hansen lächelte zufrieden.

Berger richtete die Glock auf ihren Kopf.