RACHE – Eine alte Rechnung
Joachim Speidel

RACHE – Eine alte Rechnung

Ein Stein & Berger Thriller. Folge 2

beTHRILLED - Bastei-Lübbe

Ein Stein & Berger Thriller [2]

120 Seiten
Juli 2020
sofort lieferbar
ISBN 9783732585335
1,99 € [D]
     

Folge 2: Wolf Berger legt sich mit einer Gang von Hooligans an. Deren Anführer Johnny Hubschmid hat eine Rechnung mit Wolf zu begleichen. Laura könnte Wolf helfen … doch dafür muss sie ihm vertrauen.

 

Über die Serie:

Laura Stein ist eine Getriebene. Die junge Kommissarin ging als Jugendliche durch die Hölle und überlebte. Aber die Vergangenheit verfolgt sie bis heute. Unerbittlich jagt sie seit Jahren dem Gangsterboss Victor Hansen hinterher. Um ihn zu stellen, ist ihr jedes Mittel recht. Selbst wenn sie einen Mörder als V-Mann rekrutieren muss …

 

RACHE von J. S. Frank alias Joachim Speidel – die sechsteilige Thriller-Serie um Kommissarin Laura Stein und Ex-Gangster Wolf Berger. Knallhart, überraschend, nichts für schwache Nerven!

eBooks von beTHRILLED: Mörderisch gute Unterhaltung.

Joachim Speidel

Joachim Speidel

 

1960 in Balingen/Württemberg geboren. Studierte Germanistik, Geschichte und Politik »durchaus mit heißem Bemühen«, um anschließend mehr als zwanzig Jahre als Medienlektor zu arbeiten. Schreibt Kurzgeschichten und Romane. Nominiert für den Agatha-Christie-Krimipreis 2013 und 2014 und für den Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2017. Stipendiat des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg 2018.

Unter dem Pseudonym J. S. Frank hat er die fünfteilige dystopische Thriller-Serie »SMASH99« beim Verlag Bastei-Lübbe veröffentlicht. Im selben Verlag und unter demselben Pseudonym erscheint ab Juni 2020 die neue sechsteilige Thriller-Serie »RACHE«.

 

Weitere Infos unter:

https://joachim-speidel-autor.blogspot.com/
www.autorenwelt.de/person/joachim-speidel
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Instagram: www.instagram.com/joachimspeidel/

Leseprobe

1. SMACK BY BITCH UP …

Du hörst den scharfen Pfiff von unten, von der Straße. Du hörst ihn sogar hier oben im vierten Stock.

Du schaust zum Fenster hinaus, und du siehst Frankie, deinen Bruder, wie er lässig an der Fahrertür deines schwarzen Chevrolet Camaro lehnt, sich eine Fluppe aus einer zerknüllten Packung schüttelt, sie sich zwischen die Lippen klemmt, anzündet und zu dir hochgrinst.

Ein kurzes Winken, dann ziehst du dir die Line, die du auf dem Fenstersims mit der Rasierklinge vorbereitet hast, durch den Fuffi-Schein in dein Hirn. Mitten rein. Mitten ins Zentrum. Du spürst die Explosion, du startest durch, du hebst ab.

Du beobachtest alles von ganz weit oben. Du blickst hinab auf dich, auf den Körper, der eigentlich zu dir gehören sollte, du bist weit entrückt und doch ganz bei dir. Du siehst die Welt klarer, scharf umrissener, die Farben stechen hervor, du siehst besser, du hörst besser, du nimmst alles besser wahr.

Überhaupt – du fühlst dich besser.

Du steckst den Fuffi ein, wirfst noch einen kurzen Blick in den Spiegel, du siehst schick aus, Cowboystiefel, Jeans, weißes Hemd, schlüpfst in dein Sakko mit dem Westernmuster auf dem Rücken und steckst deine Knarre, SIG Sauer 9 mm, hinten in den Hosenbund.

SZENENWECHSEL – PARKPLATZ

Du stürmst auf deinen Bruder zu, ihr umarmt euch. Du willst ihn nicht mehr loslassen. Im Gegensatz zu dir ist er ein dünnes Nichts. Knochen wie ein Hühnchen. Irgendwann sagt er: »He, Wolf, lass los, du bringst mich noch um. Ich krieg schon keine Luft mehr.«

Ihr lacht, und du sagst: »Ich lass dich erst wieder los, wenn du mit mir in die Muckibude gehst und dir ein paar Muskeln zulegst. Ich hab Angst, beim nächsten Windstoß hebst du ab und fliegst davon.«

»Ach was«, sagt dein kleiner Bruder, »das ist nichts für mich. Muskeln contra Hirn. Du weißt, für was ich mich da entscheide.«Du nimmst ihn ganz kurz in den Schwitzkasten. »Und du denkst, du wüsstest, wofür ich mich schon entschieden habe?«

»Hab ich nicht gesagt«, japst er. Du lässt ihn los. Er druckst herum in seiner schüchternen, witzigen Art, und du umarmst ihn gleich wieder, weil er dein Bruder ist und weil er so verdammt verletzlich wirkt und weil du Angst hast, ihm könne was zustoßen, wenn du nicht rund um die Uhr auf ihn aufpasst.

»He, Wolf, hör auf«, mault er. »Wenn uns einer sieht, der denkt glatt, wir sind schwul.«»Quatsch«, sagst du. »Soll bloß einer dumm kommen …«»… dem kommst du dann auch dumm«, vervollständigt er deinen Satz. Irgendwie hat er es geschafft, dass ihm seine Fluppe nicht aus dem Mund gefallen ist. Er zieht ganz verträumt daran, mit der anderen streicht er sich über den Schädel voller dunkler Haarstoppeln. Vorgestern hatte er noch ultralange Haare, dann hat er sie abschneiden und sich kahl rasieren lassen.Sein Schädel sieht jetzt verdammt knochig aus. Erinnert an einen Totenkopf. An den Totenkopf eines Jungen von achtzehn Jahren.Du holst den Autoschlüssel raus, sagst: »Du fährst«, und wirfst ihn Frankie zu, hinter dem Rücken, ein astreiner Behind-the-back-Pass. Und dieses dünne Elend steigt hoch und höher und pflückt den Schlüssel einfach am höchsten Punkt, landet wieder, zwinkert dir zu und schließt auf.Szenenwechsel – Autofahrt:The Prodigy. »Change my pitch up, smack my bitch up …«