Die Maske der Schuld
Jennifer B. Wind

Die Maske der Schuld

Ein Richard Schwarz Thriller Band 2

EditionM

Richard Schwarz [2]

474 Seiten
1. Auflage, April 2020
sofort lieferbar
EAN 9782919804153
9,99 € [D], 10,27 € [A]
     

Wenn die Angst vor dem Tod einem Mörder die Tür öffnet … der zweite Fall für den unkonventionellen Ermittler Richard Schwarz.

Eine Leiche mit schrecklichen Verletzungen an Körper und Schädel wird aus der Donau gefischt. Richard Schwarz vom LKA kennt den Toten: Jan Dorn, ein schwer erkrankter ehemaliger Polizeikollege. Die Ermittlungen führen ihn in Jans Selbsthilfegruppe, in der mit jedem neuen Medikament der Pharmaindustrie Hoffnungen geweckt werden. Die Angst vor dem Tod ist ein grausames Spiel mit Versuchsstudien und Wunderheilern.

Entschlossen setzt Richard alles daran, dem perfiden Treiben ein Ende zu bereiten. Doch ein Geheimnis aus seiner eigenen Vergangenheit kommt ans Licht und wirft Schatten auf den aktuellen Fall. Entsetzt muss Richard feststellen, dass der Mörder ihm stets einen Schritt voraus ist.

Jennifer B. Wind
© Jennifer B. Wind

Jennifer B. Wind

Jennifer B. Wind, geboren in Leoben, lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern südlich von Wien. Die Bestsellerautorin aus Österreich mit einem Faible für Asien und Australien, sprudelt nur so vor Ideen, was nicht nur ihre Werke, sondern auch ihr Leben spannend macht. Nach ihrer Klavier- und Gesangsausbildung und einem Volontariat bei der Wiener Zeitung arbeitete sie als Journalistin und als Flugbegleiterin, war Mitglied einer Musicalcompany, stand vor der Kamera und auf der Bühne und ließ sich berufsbegleitend zur Drehbuchautorin und Pädagogin ausbilden. Sie schreibt, Romane, Drehbücher, Songtexte, Gedichte, Theaterstücke, Kolumnen und Kurzgeschichten, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Ihre Ratekrimis erschienen regelmäßig in der Presse am Sonntag. Im Juni 2018 feiert ihr Bildertheaterstück „Eine kniggstatische Reise“ Premiere, das sie in Zusammenarbeit mit Teatro und Kinderknigge inszeniert. Gleich ihr Debüt, der Thriller »Als Gott schlief«, wurde zum Bestseller. Seit Jahren ist sie aktiv in Sachen Tier- und Umweltschutz unterwegs und setzt sich aktiv gegen Gewalt an Kindern und Frauen ein. In ihrer Freizeit malt sie und arbeitet ehrenamtlich für diverse Kulturvereine. Ihre Lieblingssportarten sind Bouldern, Boxen, Yoga und Tauchen (hier auch Apnoe). Außerdem sitzt sie seit 2013 in der Jury des Zeilenlauf Literaturpreises und des NÖ Kinder- und Jugendkurzgeschichtenpreises. Ihre szenischen Hörspiellesungen sind sehr beliebt und immer gut besucht. Mit einer Kollegin bietet sie auch Krimikabarett an. Für ihr kulturelles Engagement wurden sie 2012 für den Liese Prokop Frauenpreis in der Sparte Kunst und Kultur nominiert. Sie kümmert sich als Schreibcoach um Nachwuchsautoren, ist Autorenpatin bei »Tatort-Schreibtisch«, schreibt dort auch die wöchentliche »Frage der Woche«-Kolumne, in der sie Leserfragen rund ums Schreiben beantwortet und hat eine Webseite, auf der Sie viel von sich erzählt: http://www.jennifer-b-wind.com/

Auszeichnungen:

*Young Medien Star 2014

*1. Platz beim Totenschmaus Kurz-Krimipreis 2013

*Nominiert für den Liese Prokop Preis 2012

*1. Platz beim „Zeilen.lauf“ Literaturwettbewerb 2011,

*2. Platz beim Broilerbar Kurzkrimiwettbewerb

* Nominiert für den Wiener Krimipreis 2010

 

Die Maske der Schuld ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 18. - 25. Mai 2020.
Nominiert für den FINE CRIME AWARD 2020!

Einige Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Jennifer B. Wind

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Es gibt so viele liebe Kolleginnen und Kollegen, die mir bereits ans Herz gewachsen sind, dass ich hier niemand Speziellen herauspicken kann.

Dein Lieblingswort?

Mein Mann meint, ich benutze das Wort „impliziert“ zu oft ;-)

Dein Sehnsuchtsort? 

In meiner Zeit als Flugbegleiterin habe ich die halbe Welt bereist, man glaubt es kaum, aber es gibt noch von mir unentdeckte Fleckchen. Ich würde sehr gerne einmal länger nach Israel reisen und auf diesem Wege auch gleich Jordanien dazu nehmen, danach sehne ich mich schon lange. Außerdem zieht es mich dank meiner Lieblingsserie „Lost“ schon lange nach Hawaii. J Eine Skandinavien Rundreise und Island stünde auch noch am Agenda.
Und irgendwann möchte ich gerne wieder einmal in mein Lieblingsland Australien zurück.

Dein Lieblingsgetränk? 

Tonic Water ;-), ob mit oder ohne Gin kommt auf den Anlass an. ;-) 

Wo findest du Ruhe? 

Eigentlich nirgendwo ;-), ich bin ein ziemlich aufgekratzter, offener, aktiver und hibbeliger Mensch und rede auch gern. Am ruhigsten bin ich sicher unter Wasser beim Tauchen ;-)

Wo Aufregung?

Überall. Das ganze Leben ist aufregend und jeder neue Tag birgt Überraschungen.

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Warum schreibst du nicht einmal so etwas wie „Harry Potter“ oder „50 shades of grey“ *G*?

Achtung - Gewinnspiel!

Verlost wird:

Der Hauptpreis:

Ein „Masken Package“ bestehend aus: 

  • „Die Maske der Gewalt“ signiert (gern mit persönlicher Widmung)
  • „Die Maske der Schuld“ signiert ((gern mit persönlicher Widmung)
  •  Eine schwarze Maske, eine Buchkerze, Autogrammkarte, Lesezeichen und Postkarten und eine Überraschung....
  1. Preis: „Die Maske der Gewalt“ signiert, inkl. Goodies
  2. Preis: „Die Maske der Schuld“ signiert inkl. Goodies
  3. und 5. Preis: jeweils ein E-Book nach Wahl (geht nur innerhalb Österreichs)

Die Frage lautet: Die Mutter welcher berühmten Autorin litt unter der Krankheit MS?

(Das Buch gibt Auskunft .... ;-) )

Mail mit der Antwort hierhin.

 

 

Leseprobe:

Reha, letzter Tag 

Sie packt ihren Koffer. Fühlt sich schwer und kann kaum atmen. Als wäre ein festes Band um ihren Körper gewickelt und würde sich bei jeder Bewegung weiter zuziehen. Sie spürt jetzt schon die Enge ihres Zuhauses. Dieser Käfig der Unzulänglichkeit, in dem sie nur der Vogel mit dem gebrochenen Flügel ist. Während andere um sie herum schillern.

Grau in Grau wird jeder Tag vorübergehen. Begleitet von den Blicken des unzufriedenen Ehemanns und der ständig fordernden Kinder.

Ihr Magen drückt.

Rasch rennt sie ins Bad und übergibt sich. Nur noch eine Stunde und er wird sie abholen. Am liebsten würde sie sich im Turnkeller verkriechen, unter den Matten oder hinter den Geräten. Sie lacht. Als ob sie niemand finden würde.

Sie schließt den Koffer und geht in den Kunstraum, den sie die letzten Wochen lieben gelernt hat. Ihr Bild steht mitten im Raum. Es zieht sie an. Alles darauf. Eine Verheißung und ein Traum. Menschenleere Natur, Wasser, Farne, Berge und Blumen. Niemand, der über sie richtet. Die Natur beurteilt nicht, sie unterscheidet nicht, sie ist einfach.

Vollkommen in ihrer Unvollkommenheit. Kein Baum gerade, nicht jedes Blatt ohne Makel. Kein Bachbett ohne Unebenheit. Kein Berg gleicht dem anderen.

Hier darf sie sein, wer sie ist und wie sie ist. Wird eins mit allen Lebewesen und zart getragen und geborgen.

Das Bild trägt ihre Sehnsucht nach außen. Es wertet nicht.

Es bildet den Wunsch ihrer Seele ab, dass niemand von ihr fordert, perfekt zu sein. So wie das niemand von der Natur erwartet. Und trotzdem wird sie geliebt und geschätzt.

Einfach, weil sie ist.

INTERMISSION

Das Monster wandert durch seine unterirdische Welt. Von der großen Hauptkammer gehst du über einen Flur zu zahlreichen Nebenkammern. Alle fensterlos. Die Wände schalldicht. Das Gebäude ist ein Glücksfall. Niemand kümmert sich um das alte Gemäuer, das seit Jahren leer steht. Schon gar nicht um den Keller. Es war viel Arbeit, es zu adaptieren. Aber nun ist es perfekt. Dein Refugium der Dunkelheit für die Arbeit des Lichts. Deine Arbeit. Engelsarbeit. Du machst deinen abendlichen Rundgang. Die Versorgung deiner Schützlinge. Die Gelungenen und Misslungenen. Alle leben hier zusammen und sie lieben dich. Dafür, dass du ihr Leben einfacher gemacht hast und frei von Sorgen. Nicht alles hat perfekt funktioniert. Doch große Taten fordern Opfer.

Am Ende einer großen Leistung sieht man oft nicht mehr die Fehler am Anfang. Edison hat über hundertmal nicht die Glühbirne erfunden, aber er hat sich trotzdem nie aus der Ruhe bringen lassen. Genie braucht Zeit. Zeit, sich zu entfalten. Du öffnest den ersten Raum. Da steht er drin, immer noch mit dem offenen Gehirn, aber lebend. Seine Brust hebt und senkt sich. Sein Blick ist leer. Du wischst den Sabber von seinem Kinn und steckst den neuen Flüssignahrungsbeutel an die Sonde. Dann schaust du nach der Wunde. Er ist stabil. Trotzdem ärgerst du dich, dass es wieder nicht geklappt hat. Du warst so nah dran. Neben ihm in einem Bett mit Gitternetz liegt sie. Eine deiner Ersten. Sie neigt zu Zuckungen, wodurch sie aus einem normalen Bett fallen würde. Deshalb ein Gitterbett. Zum Schutz. Sie brabbelt wie ein Baby und jauchzt, als sie das Fläschchen in deiner Hand sieht. Du steckst es ihr durch das Gitter, sofort saugt sie daran. Ein Baby. Sie ist 38 Jahre alt. Doch das weiß sie längst nicht mehr. Vielleicht ist sie deshalb so glücklich. Während sie trinkt, öffnest du das Netz und wechselst ihre Windel. Dann schaltest du das Mobile und die Schlafmusik ein und gehst aus dem Zimmer. Den nächsten Raum magst du nicht so gern. Hier wohnen die Fratzen.

Zwei davon tragen eine Maske, weil du ihre Gesichter nicht erträgst. Sie sind eine wandelnde Anklage an dein Unvermögen. Jedem Einzelnen steckst du einen neuen Nahrungsbeutel an. Als du zu ihm kommst, wird dir schlecht. Er lächelt. Wie jeden Tag. Das ist seine Fratze. Ein lebenslanger Joker. Eingefrorene Gesichtszüge. Und du meinst, ihn laut lachen zu hören. »Hör auf!«, schreist du ihn an. Du klatschst ihm ins Gesicht. Sein Grinsen bleibt. Du gibst ihm eine weitere Ohrfeige. Sein Kopf bleibt steif und sein Mund grinst von einem Ohr zum anderen. Wie du dieses Grinsen hasst. Es ist, als würde er dich auslachen. Du denkst an deine letzte OP. An die quellende Gehirnmasse. An dein erneutes Versagen. Der Clown grinst dich an. Die Wut wächst. Im nächsten Moment siehst du das Monster ein Tablett in die Hand nehmen. Und dann schlägst du auf die Fratze ein. Immer und immer wieder.