Dunkler Hass
Matthias Bürgel

Dunkler Hass

Dunkler Hass
370 Seiten
Mai 2019
sofort lieferbar
ISBN 9783732575305
10,– € [D]
     

Am Bodensee verschleppt und tötet ein Serienkiller junge Frauen, die er auch noch grauenvoll verstümmelt. Und die Polizei tappt im Dunkeln. Der leitende Ermittler, Marius Bannert, wendet sich hilfesuchend an den Fallanalytiker Falk Hagedorn, der nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Eigentlich will dieser von der Welt nichts mehr wissen – und von der Polizei noch viel weniger. Aber der Fall reizt ihn und er lässt sich von Bannert zur Mithilfe überreden. Über die Opfer gelingt es den beiden Kriminalisten nach und nach, die Psyche des Täters zu analysieren und die Motivation seiner Taten zu erahnen. Doch dann verschwindet plötzlich Hagedorns Tochter …
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.

Matthias Bürgel

Matthias Bürgel

Matthias Bürgel, Jahrgang 1970, studierte an der Fachhochschule der Polizei Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Als Kriminalhauptkommissar arbeitet er beim Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Konstanz. Trotz der menschlichen Abgründe, die er in seiner täglichen Arbeit erfährt, liebt er seit fast 30 Jahren seinen Beruf. Seine langjährigen Erfahrungen inspirierten ihn zu seinem Psychothriller „Dunkler Hass“. Dunkler Hass ist nach „Projekt Goliath“ und „Akte Kronos“ sein dritter Roman. Am 28.08.2020 erschien ein neuer spannender Fall mit dem Fallanalytiker Falk Hagedorn - Schrei nach Rache.

 

 

 

Interview des Thriller-Autors Matthias Bürgel mit der SYNDIKATs-Redaktion

Wo schreibst du am liebsten?

Antwort:   Am allerliebsten zu Hause im Garten, bei sommerlichen Temperaturen.         

Welches ist dein Lieblingskrimi?

Antwort:  Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten. Ich habe zu viele Krimis gelesen um mich auf einen festlegen zu wollen. Als Jugendlicher habe ich die Edgar Wallace und Agatha Christie Krimis geliebt.          

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Antwort:  Viele Autorenkolleg*innen sind mir Lieb und Teuer geworden. Obwohl ein persönliches Treffen noch aussteht, würde ich spontan Uwe Laub als einen Lieblingskollegen bezeichnen wollen. Er hat mir den ein oder anderen guten Tipp gegeben. Zudem finde ich seine Person und seinen Werdegang beeindruckend.       

Warum bist du im SYNDIKAT?

Antwort:  Erst mit der Veröffentlichung von „Dunkler Hass“ bei einem großen Publikumsverlag war mir der Zugang zum Syndikat  vergönnt. Es ist mir sehr wichtig mich mit anderen Autoren zu vernetzen,  sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.    

 Dein Lieblingsgetränk?

Antwort:   Im Moment ist es Martini, Rosato, mit Eis J       

Dein Lieblingsmord?

Antwort:  Ich weiß nicht mehr, in welchem Maarten S. Sneijder Thriller von Andreas Gruber es war,  aber es wurde jemand an ein Bettgestell gefesselt und von schnell wachsendem Bambus durchbohrt , das war schon perfide – aber cool ausgedacht!      

Wo findest du Ruhe?

Antwort: Besser Wann! Wenn ich mich mit meiner Gitarre in eine stille Ecke zurückziehen kann.           

Wo Aufregung?

Antwort:  Im Dienst 

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Antwort: Gibt es zum Glück noch keine.

Leseprobe

 

In der Nähe von Konstanz

 

Die Federung ächzte verdrießlich, als der vierzehn Jahre alte Toyota schaukelnd und quietschend über den Feldweg holperte. Grasnaben streiften schabend den Unterboden, was Marius Bannert unanständige Flüche entlockte. Eine abgerissene Kraftstoffleitung oder eine perforierte Ölwanne hätten ihm gerade noch gefehlt. Warum war er auch nicht zuerst zum Präsidium gefahren, um einen Dienstwagen zu holen? Pure Bequemlichkeit, die sich irgendwann rächen würde.

Raureif lag über dem Ried, und Nebelschwaden waberten über den Wiesen und Feldern. Es hätte ein traumhafter Anblick sein können, wäre es nicht so diesig und wären die Umstände, die ihn hierhertrieben, bessere gewesen.

Der Nebel hielt sich schon seit Tagen hartnäckig, kein Sonnenstrahl vermochte ihn zu durchdringen. Der aktuelle Wetterbericht orakelte, dass sich das in absehbarer Zeit auch nicht wesentlich ändern würde.

Ihm schlug das regelmäßig aufs Gemüt. Zumindest war kein Regen angesagt, was die Spurensicherung wesentlich vereinfachen würde. Obwohl die feuchte, neblige Luft vergänglichen Spuren ebenso zusetzen konnte.

Karsten Kieferle, der leitende Kriminaltechniker der Sonderkommission, hatte ihn gegen sechs Uhr mit einer Hiobsbotschaft geweckt.

Ein weiteres Opfer. Bereits das fünfte innerhalb der letzten sechs Monate, und die Abstände wurden immer kürzer.

Langsam näherte er sich dem Ende des Feldweges. Ein rot-weißes Flatterband mit der Aufschrift Polizei und ein quer zum Weg abgestellter Streifenwagen lieferten die einzigen Hinweise, dass hier irgendetwas vorgefallen war.

Das Flatterband war so dilettantisch an Schilfhalmen befestigt worden, dass es schon wieder komisch anmutete.

Aus seiner Sicht hätte man darauf verzichten können, da er sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wer sich hier um diese Uhrzeit herumtreiben sollte.

Aber irgendjemand musste ja schon hier gewesen sein, sonst wäre die Leiche vermutlich nie entdeckt worden. Ein Spaziergänger? Ein Vogelkundler? Ein Hundehalter, der seinen Vierbeiner ausführte? Wobei Letzteres nicht gerne gesehen war im Ried, diente das ausgewiesene Naturschutzgebiet doch zahlreichen bedrohten Vogelarten als Brut- und Nistplatz.

Ausgekuppelt ließ Bannert den Wagen noch einige Meter ausrollen, ehe er den Motor abstellte, den Kragen seines Parkas aufschlug und ausstieg. Erst jetzt erkannte er den weißen VW-Bus der Zentralen Kriminaltechnik. Daneben standen zwei Kollegen in Uniform, deren Namen ihm entfallen waren, und Karsten Kieferle in einem weißen Einweg-Overall.

»Guten Morgen«, brummte Bannert und reichte den Uniformierten die Hand. Der säuerlich riechende Atem und der ockerfarbene Fleck auf dem Anorak des jüngeren Beamten waren ihm nicht entgangen.

 

»So schlimm?«, fragte Bannert an den Jüngeren gewandt. Der nickte verlegen, während Karsten ein abgebrüht gleichgültiges Schulterzucken andeutete.

Bannert wandte sich dem Kriminaltechniker zu. »Morgen, Karsten! Dass dir das nichts ausmacht, ist mir schon klar«, begrüßte er ihn. »Also, lass mal hören!«

Kieferle nickte und schielte verstohlen zum jüngeren der beiden Streifenpolizisten.

»Lass uns ein paar Schritte gehen, Marius.«

Die Hände tief in den Taschen seiner warmen Jacke vergraben, folgte Bannert Kieferle einen mittlerweile schon ausgetretenen Pfad entlang, der beidseitig mit Pflöcken und Trassenband markiert war.

»Ich bin mir sicher«, begann Kieferle, »dass die Tote auf das Konto unseres Killers geht. Es ist haargenau dieselbe Vorgehensweise, derselbe Opfertypus, dieselben Verstümmelungen.«

»Irgendwelche Spuren?«

»Kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber große Hoffnungen brauchen wir uns keine zu machen. Wir arbeiten uns gerade von außen nach innen hin zur Leiche vor. In einem Radius von zehn Metern haben wir begonnen, die oberste Laubschicht abzutragen, einzutüten und zu asservieren. So auf den ersten Blick war noch nichts Brauchbares dabei. Möglicherweise müssen wir die Suche um die Leiche ausweiten. Das Erdreich unmittelbar um die Tote herum ist etwas fester als in den umliegenden Bereichen.

Möglich, dass wir dort Schuhabdrücke finden. Irgendwie muss der Täter die Leiche ja hierhergebracht haben. Sag mal, wo ist eigentlich der Chef?«, fragte Kieferle und blieb abrupt stehen.

»Verhindert«, brummte Bannert.

»Aha, wird wohl seinen Hintern nicht aus dem Bett bekommen haben«, kommentierte Kieferle.

»Keine Ahnung! Ist mir aber auch egal. Dann steht er uns wenigstens nicht im Weg!«

Kieferle grinste.

Termine

Wann Was Wo
17. Nov 20 Lesung / Krimi-Talk
Lesenacht in Torgau
PEP Center Torgau
04860 Torgau