Die Bach runter
Uli Aechtner

Die Bach runter

Kriminalroman

Emons Verlag

Taschenbuch
Auflage, Februar 2019
sofort lieferbar
ISBN 9783740804978
10,90 € [D], 11,30 € [A] , SFr. 15,80 [CH]
     

Schrecklicher Fund eines Wanderschäfers: In der Asche eines niedergebrannten Lagerfeuers hat jemand ein Baby abgelegt. Kommissar Christian Bär und seine Dauerfreundin, Journalistin Roberta Hennig, geraten bei ihren Ermittlungen zwischen Frankfurter Prepper, Marburger Virenforscher und einen Bad Nauheimer Schönheitschirurgen. Zwei Morde später wird Bär bewusst, wie nah der Zusammenbruch der Zivilisation ist.

Uli Aechtner

Uli Aechtner

Uli Aechtner ist TV-Journalistin, nebenbei schreibt sie Krimis und Kurzgeschichten. Erste Kriminalromane von ihr erschienen bei Rotbuch, die S. Fischer Verlage legten frühe Aechtner-Krimis 2015 als E-Books neu auf. Die Autorin lebt in der Wetterau, einem schönen Flecken, der sie zu mythischen Morden inspirierte.

Die Bach runter ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 20. Mai 2019.

Drei Fragen an Autorin Uli Aechtner

Wie begann Ihre kriminelle Laufbahn?

Meine kriminelle - oder besser: kriminale - Laufbahn begann in der 5. Klasse. Ich zwang ich meine beste Freundin, eine komplette Schulstunde lang mit mir die Bushaltestelle zu observieren. Wer benahm sich verdächtig? Wer übergab wem eine Aktentasche und schaute sich dabei sichernd um? Schließlich begannen so alle Fälle in Enid Blytons "Geheimnis um ..."-Serie.

Was ist ihre Lieblingswaffe?

Der stumpte Gegenstand, ganz ohne Frage. Er liegt (fast) überall herum und man kann ihn ganz einfach ergreifen. Keine Transport-Logistik. Waffenschein überflüssig.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?

Sagen? Ich fertige meine Verteidigungen grundsätzlich schriftlich an. In Form von langen Romanen.

Leseprobe:

»Dr. Zimmer?« Gleißendes Licht fiel von der Decke auf einen Sektionstisch aus Edelstahl. Er war frisch geputzt, der Ablauf für Blut, Leichen- und Reinigungswasser glänzte, der Aufsatz für die Schalen, in denen die menschlichen Organe bei der Obduktion zwischengelagert wurden, stand am Fußende bereit. In der Mitte des Tisches lag ein zusammengefaltetes Tuch. Und obwohl es mit Erde beschmutzt war, hatten seine leuchtenden Farben eine magische Anziehungskraft. Sie ließen an einen azurblauen Himmel denken, an heißen Wüstensand und sengende Sonnenstrahlen. Ein stilisiertes Muster stellte Elefanten dar.
Afrika, dachte Christian Bär.
»Herr Kommissar, da sind Sie ja!« Dr. Zimmer trat aus dem hinteren Arbeitsraum. »Ich kann ihre Hilfe brauchen.«
»Bei Ihnen wurde die Leiche eines Neugeborenen eingeliefert, richtig?«
Zimmer wiegte den Kopf. »Ein schwarzer Säugling, ja. Aber keine Leiche.«
»Aha.« Innerlich atmete Bär auf, tote Kinder waren ihm ein Graus. »Und was fehlt ihm?«
»Das Baby hatte erhöhte Temperatur, als es aufgefunden wurde. Vielleicht aber auch nur, weil jemand es in eine ausgebrannte Feuerstelle gelegt hatte.«
»In … Asche? Aber warum?«
»Womöglich sollte die Restwärme der Asche das Kind vor dem Auskühlen bewahren.« Zimmer hob das Tuch, das auf dem Seziertisch lag, an einer Ecke vorsichtig an. »Darin war der kleine Junge eingewickelt.«
Bär betrachtete erneut das farbenfrohe Muster. Himmel, Sand und Sonne. »Und wenn jemand das Kind loswerden wollte? Er bringt es nicht übers Herz, ihm wehzutun. Also wickelt er es behutsam ein, legt es warm schlafen. Und geht einfach nur fort.«