Barbara Bierach
© Tim Birdsall

Barbara Bierach

Ich habe schon als Kind schreiben gespielt, bevor ich überhaupt schreiben konnte. Saß am Küchentisch, malte Kringel und dachte mir Geschichten aus.

Inzwischen bin ich als Wirtschaftsjournalistin und Auslandskorrespondentin ganz schön herum gekommen und nach Stationen in München, Düsseldorf, New York und Sydney an der irischen Westküste gelandet. Irland ist eine einzige Einladung zum Geschichtenerzählen. Es regnet, das Feuer im Kamin knistert und die Gedanken gehen auf Reisen. Doch das Postkarten-Irland der Touristen interessiert mich nicht, dafür ist die irische Geschichte zu traurig. Hinter den grünen Kulissen und den putzigen Geschichten von Feen und Kobolden steckt ein zerrissenes, in Blut getränktes Land.​

So ziemlich jede Familie ist geprägt von 1000 Jahren britischer Besatzung, der Hungersnot im 19. Jahrhundert, der Brutalität der Kirche vor allem gegen Frauen und von Emigration. Das Hauptexportgut der Iren sind Menschen, die weggehen, um anderswo ihr Glück zu suchen. Zurückbleibt ein Volk der Geschichtenerzähler, das im Wort Heilung sucht.

​Wer zuhören kann, findet hier also in jedem Pub eine Story. Die muss man dann nur noch aufschreiben. Für mich persönlich schließt sich in Irland der Kreis – kindliche Lust am Erzählen, professionelle Erfahrung im Recherchieren und ein waches Interesse an Geschichte und Politik fügen sich hier zu meinen Büchern zusammen.

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Bücher von Barbara Bierach

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