2021 KSK quadrat 00 Kopie

Till Briegleb weist in der Süddeutschen Zeitung auf ein weiteres Problem für Künstler / Solo-Selbständige hin:

"Freie Kulturschaffende, die während der Pandemie in anderen Jobs arbeiten, drohen aus der KSK zu fliegen. Sie sind schon wieder die Angeschmierten. (...)"

Wer branchenfremd mehr verdient hat als ein Minijobber, verliert seinen Versicherungsanspruch"

"Es gibt wohl keine gesellschaftliche Gruppe, die in dem Jahr der Corona-Pandemie so um faire Unterstützung kämpfen musste, wie die Soloselbständigen, speziell die in der Kulturbranche. Sie wurden zu Beginn des ersten Lockdowns komplett vernachlässigt und erst nach vielen Protesten in der Öffentlichkeit von der Politik sehr langsam als Notgemeinschaft anerkannt. Fast ein Jahr dauerte es, bis vom Bund Ende 2020 erste halbwegs brauchbare Hilfen für die Kreativen aufgelegt wurden, die vom Lockdown besonders hart betroffen sind. Freie Musikerinnen, Künstler, Clowns oder Filmemacher, die den steinigen Weg in die Sozialhilfe verweigerten, den die Bundesregierung ihnen lange als einzige Hilfe anbot, hatten in der Pandemie deshalb nur zwei realistische Möglichkeiten: ihre Ersparnisse aufzubrauchen oder etwas anderes zu arbeiten.

Doch genau jene selbständigen Kulturarbeiterinnen und Kulturarbeiter, die in ihrer unverschuldeten Arbeitslosigkeit lieber als Küchenbauer, Pizzabotin, Impfhelfer oder Schulhilfe für homeofficegestresste Eltern gearbeitet haben, als bei einem unwilligen Sozialstaat betteln zu gehen, werden jetzt erneut von der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft. Der Deutsche Kulturrat, in dem 260 Kulturverbände vereinigt sind, hat eine Alarmmeldung veröffentlicht, dass die Künstlersozialkasse (KSK) alle Mitglieder rauswerfe, die mehr als 450 Euro im Monat in nichtkreativen Berufen dazuverdienen."

 

Hier den Artikel in der Süddeutschen Zeitung weiterlesen: https://www.sueddeutsche.de/kultur/kuenstlersozialkasse-corona-kuenstler-freie-soloselbstaendige-1.5268275