Ist es nicht fast schon Allgemeinwissen? Dass Thomas Mann jeden Morgen zur gleichen Zeit aufstand und sich, mit der Aufforderung, nicht gestört werden zu wollen, ohne Ausnahme dann an seinen Schreibtisch begab?

War dies nicht in den Biographien der Kinder zu lesen? Oder ist es eine einfach weiter getragene, gar von ihm selbst in die Welt gesetzte (schöne) Geschichte?

ZEIT-Redakteur Felix Lindner deckt allerdings auf, dass in Thomas Manns Tagebüchern eine ganz andere Wirklichkeit aufscheint.

"Auf den rund 4.300 Seiten begegnet einem kein Heroe des Schaffens, sondern ein Mann, der minutiös alle Störquellen verzeichnet, die den angestrebten Tagesablauf allzu oft unmöglich machten: Vom ungezogenen Pudel bis zur manierenlosen Haushälterin, vom Lärm der Kinder bis zum Aufnahmevolumen von Orangensaft und dem, was die "ungehörigen Darmverhältnisse" zeitigen, kann das alles sein. Fraglich, ob die Klage über Produktivitätshemmnisse wirklich so produktiv ist, und eine Buchhaltung über das Scheitern wirklich zum Erfolg des Homeoffice beiträgt."

Hier weiterlesen: https://www.zeit.de/kultur/literatur/2021-01/thomas-mann-homeoffice-heimarbeit-tagesablauf-selbstdisziplin/komplettansicht